Schweiz
Kinder

Italien: So wenig Geburten wie noch nie in der Nachkriegszeit

The focus of the photo is on the newborn baby boy's cute tiny feet as he sleeps trustingly in the unrecognizable doctor's arms.
Wird in Italien immer mehr zur Seltenheit – ein neugeborenes Baby.Bild: E+

Noch nie weniger Geburten in Italien – Trend betrifft auch die Schweiz

28.07.2026, 13:2728.07.2026, 13:27

Früher war Italien der Inbegriff für ein kinderliebes Land. Jetzt kamen dort über ein Jahr gerechnet nur noch 355'000 Kinder zur Welt – ein Minusrekord. Auch in der Schweiz ist der Trend rückläufig.

In Italien kamen vergangenes Jahr so wenig Kinder zur Welt wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Zahl der Geburten sank nach Angaben des nationalen Statistikamtes in Rom ein weiteres Mal auf jetzt nur noch 355'000. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 3,9 Prozent. Der Statistik nach bekommt eine Frau in Italien aktuell 1,14 Kinder.

Zum Vergleich: Das geburtenstärkste Jahr nach Kriegsende war in Italien 1964. Auf dem Höhepunkt der «Boomer-Jahre» wurden noch 1'035'207 Geburten gezählt. Im Durchschnitt bedeutete das 2,7 Kinder pro Frau.

Fotos Altersheim
Während weniger Kinder auf die Welt kommen, steigt die Lebenserwartung.Bild: chiara jessica hess

Die niedrige Geburtenrate in dem einst so kinderreichen Land gehört seit Langem zu Italiens grossen Problemen. In Europa liegt die Rate nur in wenigen Ländern wie Spanien und Malta noch niedriger. In der Schweiz lag die Geburtenrate 2025 bei 1,28 Kindern pro Frau. Im Jahr 2020 lag sie noch über 1,5.

Ein Anstieg der Geburtenrate ist laut der Versicherung Swiss Life nicht zu erwarten. Vielmehr sei davon auszugehen, dass es in der Schweiz ab 2031 mehr Todesfälle geben werde als Geburten. Und bis 2075 dürften auf jede Person im Rentenalter nur noch zwei im Erwerbsalter kommen. Heute sind dies drei.

Negative Folgen im Beruf befürchtet

In einer zugleich veröffentlichten Studie erklärten fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) in Italien den Verzicht auf weitere Kinder mit «wirtschaftlichen, beruflichen oder sozialen Hindernissen». Fast jede zweite Frau (49 Prozent) gab an, bei einer Schwangerschaft negative Konsequenzen im Beruf zu fürchten.

Zugleich wird Italiens Bevölkerung immer älter. Inzwischen leben dort etwa 24'000 Menschen, die mehr als hundert Jahre alt sind. Die Gesamtbevölkerung zum 1. Januar blieb mit 58,94 Millionen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Wichtigster Grund dafür war Zuwanderung. (nil/sda/dpa)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gaaby
28.07.2026 14:36registriert Februar 2019
Tja ist doch überall ähnlich:
- Kinder kriegen ist teuer 🫰
- günstig oder moderat wohnen, geschweige Wohneigentum sich leisten; Utopisch
- Arbeit & Vereinbarkeit mit Familie; Utopisch
- Gleichberechtigte, respektvolle, verständnisvolle und liebevolle Beziehung die langfristig hält; auch eher Utopisch
- Gefahr für Alleinerziehende (egal ob W. oder M) in die Armutsfalle zu geraten; Immens
- medizinische Versorgung; gesünder lebt sich, nur wer genug Geld hat.
- Klima-Erwärmung und Ewigkeits-Chemikalien lassen auch noch grüssen

Ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.
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