Schweiz
Klima

Das Wetter im August: «Massiv zu warm, zu trocken und viel zu sonnig»

Der vertrockneten Fussballplatz im Eulachpark, am Samstag, 15. August 2026 in Winterthur. (KEYSTONE/Andreas Becker)
Vertrockneter Fussballplatz in Winterthur.Bild: keystone

In diesen Schweizer Städten gab es am meisten Tropennächte

Der private Wetterdienst Meteonews zieht zur ersten Monatshälfte Bilanz. Gleich mehrere Feststellungen der Fachleute lassen aufhorchen.
16.08.2026, 10:3716.08.2026, 12:53

MeteoNews hat am Sonntag per Medienmitteilung über die jüngsten Entwicklungen an der Schweizer Wetterfront informiert. Demnach setzten sich in der ersten August-Hälfte die umweltbelastenden Rekorde fort.

Es war rund 5,5 Grad zu warm

Diese Feststellung unterstreichen die Fachleute des privaten Schweizer Wetterdienstes mit einem Ausrufezeichen. Die Temperaturabweichung habe über die ganze Schweiz gesehen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt (von 1991 bis 2020) rund 5.5 Grad betragen.

«Es war die wärmste erste Augusthälfte seit Messbeginn, auch die erste Augusthälfte im Jahrhundertsommer 2003 war nicht ganz so warm.»
Meteonews Temperaturabweichung Schweiz, August 2026

Die geringste Abweichung nach oben sei mit 3.2 Grad in Buffalora am Ofenpass gemessen worden, die grösste Abweichung 6.7 Grad in Rünenberg, im Kanton Basel-Landschaft.

Es war fast durchgehend zu warm

In der ersten Augusthälfte sei es unter dem anhaltenden Hochdruckeinfluss durchgehend heiss gewesen mit im Flachland praktisch täglich über 30 Grad Celsius.

Meteonews Anzahl heisse Tage, August 2026.

Dazu passt die Feststellung, dass die Lufttemperatur auch in der Nacht vielerorts nicht mehr richtig sank.

Tropennächte

In der ersten Augusthälfte konnten bzw. mussten im Flachland gelegentlich Tropennächte (das heisst über 20 Grad) registriert werden. Im Norden gab es am meisten Tropennächte in Vevey mit 15 und in Lausanne/Pully mit 14.

Täglich nicht unter 20 Grad sanken die Temperaturen bisher im August in Lugano und in Locarno-Monti.

Tropennächte August 2026

Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel zwischen 1991 und 2020 habe es in Lugano im gesamten August rund 4 Hitzetage gegeben, in Locarno-Monti waren es rund 5 und in Lausanne/Pully 2.

Anhaltende Trockenheit

Die erste Augusthälfte sei «ausserordentlich trocken» gewesen, bestätigt Meteoswiss den anhaltenden Mangel an Niederschlägen. Schweizweit betrage das Regen-Defizit rund zwei Drittel. Die entsprechende Grafik ist denn auch entsprechend gefärbt, mit Braun bis Dunkelbraun.

Niederschläge August 2026

In der Tessiner Gemeinde Stabio habe es bisher (im August) überhaupt keinen messbaren Niederschlag gegeben, in Lugano waren es lediglich 1,2 Millimeter. Aber auch Chur sei bisher niederschlagsmässig sehr schlecht weggekommen, dort gab es bisher erst 1.4 Millimeter Niederschlag.

Zu viele Sonnenstunden

Der bisherige August sei nicht nur viel zu warm und zu trocken, sondern auch viel zu sonnig, so Meteonews. Schweizweit betrage der Sonnenschein-Überschuss rund 30 Prozent. Immerhin dies dürfte sich in der zweiten Monatshälfte etwas ändern.

Sonnenscheindauer August 2026
Abweichung der Sonnenscheindauer in der ersten Augusthälfte gegenüber dem langjährigen Durchschnitt.

Die MeteoNews AG ist ein privater Schweizer Wetterdienst mit Hauptsitz in Zürich. Er wurde 1997 vom Meteorologen und Unternehmer Peter Wick gegründet.

Quellen

(dsc)

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