Winterthur will verkehrsberuhigte Klimaquartiere schaffen
Bis 2040 muss Winterthur zusätzliche Flächen für Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr schaffen, wie die Stadt Winterthur am Donnerstag mitteilte. Dies geht auf die Gegenvorschläge zu den Stadtklima-Initiativen zurück, die das Stimmvolk am 9. Juni 2024 angenommen hatte. Zuerst will die Stadt dies in Oberwinterthur und Seen realisieren, später sollen Neuwiesen und Eichliacker dazukommen.
Umfragen hätten gezeigt, dass die Verkehrssicherheit in allen Quartieren als zentrales Anliegen bestehe. Vor allem der Durchgangsverkehr störe die Menschen. In Oberwinterthur wurde etwa die Römerstrasse genannt. Auch bemängelten die Bewohnerinnen und Bewohner, dass nur wenige über einen Garten oder einen Balkon verfügten. Zudem beurteilte ein Drittel der Befragten das Gemeinschaftsgefühl im Quartier als schwach oder eher schwach. Der dörfliche Charakter biete aber grosses Potenzial für einen attraktiven Dorfkern, heisst es in der Mitteilung.
In Seen fehlten den Befragten qualitätsvolle Aufenthaltsorte und soziale Treffpunkte. Das Fahrverbot an der Hinterdorfstrasse erfülle zudem seinen Zweck kaum. Seen ist nach Ansicht der Stadt am ehesten geeignet für eine zeitnahe Umsetzung. Wann genau die Massnahmen umgesetzt werden, ist aber noch offen.
Gewerbe und Bevölkerung sollen mitreden
Im Neuwiesenquartier dürfte es wegen der Grösse des Gebiets laut Stadt länger gehen, bis das Klimaquartier realisiert werden kann. Im Eichliacker kommt auf die Einwohnerinnen und Einwohner Baustellenverkehr wegen des grossen Bahnprojekts Mehrspur Zürich-Winterthur zwischen 2027 und 2029 zu. Wegen des Projekts und weil bereits Massnahmen gegen den Durchgangsverkehr beschlossen worden seien, werde das Klimaquartier dort später umgesetzt, schreibt die Stadt Winterthur.
Ende September soll es in Oberwinterthur und Seen weitergehen. Dann finden öffentliche Veranstaltungen statt, an denen die Bevölkerung über die Gestaltungsvarianten mitreden soll. Auch das Gewerbe ist eingeladen. (sda)
