Auf Gewitternacht folgen spontane und teils heftige Platzregen
Nach der aussergewöhnlichen Hitzewelle hat die Schweiz bereits ein weiteres Extremwetter-Ereignis erlebt. In der Nacht auf Mittwoch fielen stellenweise bis zu 100 mm Regen, was 100 Litern pro Quadratmeter entspricht. Besonders stark betroffen waren die Innerschweiz und Zürich-Nord.
«Das ist eine aussergewöhnliche Niederschlagsmenge», sagt auch Michael Eichmann von Meteonews. Für den gesamten kommenden Juli sei je nach Region eine durchschnittliche Niederschlagsmenge zwischen 100 und 180 mm prognostiziert, basierend auf der klimatologischen Norm, sprich dem Durchschnitt der Werte der Jahre 1991 bis 2020. Im Mittelland falle dabei tendenziell eher weniger Niederschlag als in den Voralpen und Bergregionen.
«Im Extrembeispiel von Flühli im Kanton Luzern, wo seit gestern Abend bislang rund 110 mm gemessen wurden, fielen rund zwei Drittel der erwarteten Niederschläge für den ganzen Monat Juli in wenigen Stunden. Allerdings fielen 27 mm noch vor Mitternacht und daher statistisch gesehen im Juni», so der Meteorologe gegenüber watson.
Gewitterzellen schwer vorherzusagen
Die Gewitter in der Nacht auf den Mittwoch, bei denen Meteoschweiz rund 25'000 Blitze zählte, hätten sich im Verlauf des Morgens gelegt. «Das war die eigentliche Kaltfront, die wir erwartet haben», so der Wetterexperte von Meteonews.
Richtig nass wird es heute dennoch den ganzen Tag hindurch in weiten Teilen der Schweiz. Dies habe mit der sogenannten Höhenkaltluft zu tun: «Nach einer Kaltfront strömt kühlere Luft in grösserer Höhe ein», erklärt der Experte. Dies führe zu einer erhöhten Instabilität und sorge dafür, dass sich Schauer und Gewitter einfacher bilden könnten.
Während sich am Morgen eine klar definierte Gewitterfront im Westen der Schweiz bildete, die über Basel und Bern langsam Richtung Osten zog, werde es am Nachmittag und am Abend wohl ein geflecktes Niederschlagsbild und nicht eine organisierte Gewitterlinie geben, so Michael Eichmann.
«Das ist typisch für diese Höhen-Kaltluft-Situation, die wir aktuell erleben. Die Gewitterzellen bilden sich spontan, sind jedoch auch nicht sehr langlebig.» Eine gute Regenjacke oder ein Regenschirm ist daher jedem und jeder empfohlen, denn die Gewitterzellen entladen sich oft in Form von Platzregen, kurz, aber intensiv: «Da kannst du keine 100 Meter gehen und du bist klatschnass», so der Meteorologe.
Strahlend blauer Himmel am Wochenende
Durch die kurzlebige Verweildauer der Gewitterzellen würden die Niederschläge jedoch nicht mehr das Ausmass der Gewitter der vergangenen Nacht annehmen. Temperaturmässig sei heute der mit Abstand kühlste Tag der vergangenen zwei Wochen. Mit Werten teils unter 25 Grad sei der Tag heute jedoch eine Ausnahme, bevor die Temperaturen erneut steigen.
Ab morgen Donnerstag soll es dann erneut sonnig werden mit angenehm warmen Temperaturen um die 25 bis 27 Grad. Während es in der Nacht auf den Freitag besonders im Mittelland und an den Voralpen nochmals zu kleineren Niederschlägen kommen kann, steht uns ein strahlend schönes Wochenende mit blauem Himmel bevor, auch in den Bergen.
Die Temperaturen werden bis zum Sonntag sommerlich warm, aber unter 30 Grad bleiben. Zum Wochenstart hin werde die 30-Grad-Marke dann wohl erneut verbreitet geknackt. Bis Mitte der nächsten Woche seien keine grösseren Störungen mehr zu erwarten, so der Wetterexperte von Meteonews. (jul)
