Bis zu 37 Grad Celsius – nun wanken in der Schweiz die Hitzerekorde
Die Hitzewelle hat die Schweiz mittlerweile fest im Griff. Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Mittel- und Südeuropa hat den Alpenraum erfasst und subtropische Luftmassen sorgen derzeit für aussergewöhnlich hohe Temperaturen.
Bereits am Mittwoch stieg das Thermometer an gewissen Orten deutlich über die 30-Grad-Marke. In Visp VS wurden 33 Grad gemessen, in Genf, Neuenburg und Sitten 32 Grad und in Basel 31,9 Grad. Die absoluten Rekorde für den Juni wurden damit zwar noch nicht gebrochen, doch in den nächsten Tagen könnten sie gemäss Meteorologe Lionel Fontannaz von MeteoSchweiz durchaus fallen.
Der Höhepunkt der Hitzewelle wird zwischen Sonntag und Dienstag erwartet, wobei Höchstwerte von bis zu 37 Grad geknackt werden könnten. Damit wäre der schweizweite Juni-Rekord geknackt. Dieser liegt aktuell bei 36,9 Grad und wurde am 27. Juni 1947 in Basel-Binningen gemessen. Über 36 Grad kletterte das Thermometer im Juni auch in den Jahren 1950 (Genève-Cointrin), 2003 (Grono), 2019 (Cadenazzo und Koppigen BE) sowie 2022 (Sion und Neuchâtel).
An gewissen Orten könnte aber nicht nur der Juni-, sondern auch der Allzeitrekord fallen. Dieser liegt in Zürich-Fluntern beispielsweise bei 36,0 Grad, in St.Gallen bei 33,3 Grad und in Bern sowie in Luzern bei 36,8 Grad.
Tage mit einer Maximaltemperatur jenseits der 35-Grad-Marke sind in der Schweiz generell eher selten. Seit 1970 wurden in Zürich-Fluntern beispielsweise nur fünf solcher «sehr heisser Tage» registriert. In Bern-Zollikofen sind es sieben, in Luzern sechs, in Lugano nur drei und in St.Gallen war es seit Messbeginn gar noch nie über 35 Grad heiss. Deutlich mehr «sehr heisse Tage» gibt es dagegen in Basel, Genf und Sion.
Hitzetage im Juni eher selten
Deutlich weniger selten sind Hitzetage, an denen das Thermometer über die 30-Grad-Marke klettern muss. In Zürich-Fluntern gab es in den letzten 56 Jahren 372 Hitzetage, in Bern-Zollikofen 390, in Luzern 420 und in Lugano 546. Auch hier schwingen Basel, Genf und Sion wieder obenaus, während St.Gallen nur gerade auf 55 Hitzetage kommt.
Bei der Verteilung der Hitzetage auf die einzelnen Monate zeigt sich, dass die meisten Tage mit Maximaltemperaturen von 30 Grad oder mehr auf die Monate Juli und August fallen. Im Juni gibt es an den acht Messstationen in den grösseren Schweizer Städten deutlich weniger Hitzetage. In Zürich und Bern rund einen pro Jahr, in Basel etwas mehr als zwei und in Sion rund 3,6.
Lugano ist die Tropennacht-Königin
Wer in den kommenden Tagen in der Nacht auf etwas Abkühlung hofft, wird wohl enttäuscht werden. Denn auch in der Nacht werden die Temperaturen vielerorts nicht unter 18 bis 20 Grad fallen. Tropennächte wird es vor allem in den Städten und in der Nähe von Seen geben, weil dort die Temperatur in der Nacht weniger stark sinken kann. In den Städten prognostizieren die Meteorologen drei bis vier Grad mehr als in ländlichen Gegenden.
Wie sehr heisse Tage sind auch Tropennächte in der Schweiz eher selten – mit einer Ausnahme. Im Südtessin müssen die Bewohnerinnen und Bewohner mit rund zehn Tropennächten pro Jahr rechnen, während es im Rest des Landes im Schnitt höchstens eine Nacht mit Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke gibt.
Im Juni sind Tropennächte deutlich seltener als im Juli oder August. In Lugano beispielsweise gab es im Juli in den letzten 67 Jahren beispielsweise knapp fünf Tropennächte im Jahr und im August knapp vier, während es im Juni weniger als zwei waren. Und auch in den anderen grossen Schweizer Städten gab es im Juni deutlich weniger Tropennächte als in den zwei folgenden Sommermonaten.
