Schweiz
Konsum

Preise in der Schweiz werden wegen Trockenheit laut Markus Ritter steigen

Markus Ritter: Schweizer Lebensmittel werden wegen Trockenheit wohl teurer

14.08.2026, 06:3614.08.2026, 07:05

Bauernpräsident Markus Ritter schätzt in einem Interview mit «Schweiz heute» die Verluste der Landwirtschaft durch den Hitzesommer höher ein als 2003. Damals habe der Schweizerische Bauernverband die Schäden auf bis zu 500 Millionen Franken beziffert.

Nationalrat Markus Ritter, Mitte-SG, verfolgt der Debatte "26.033 BRG. Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Mercosur. Genehmigung", waehrend der Sommersession der Eidgenoessisch ...
Bauernpräsident Markus Ritter.Bild: keystone

Weil dieses Jahr alle Regionen betroffen seien, würden die Verluste sicher höher ausfallen. Für eine belastbare Aussage sei es aber noch zu früh.

Die Situation sei aussergewöhnlich, weil die Böden bereits mit einem Wasserdefizit in den Sommer gestartet seien. «Eine solche Trockenheit habe ich persönlich noch nie erlebt», sagte Ritter. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben sehe die Lage schlecht aus. Auch beim Mais werde es geringere Erträge geben.

Die Folgen dürften sich auch bei den Lebensmittelpreisen bemerkbar machen. Gerade bei Kartoffeln und Zuckerrüben seien Preiserhöhungen wahrscheinlich. Bei Weizen und Gerste sehe die Situation besser aus, weil ein grosser Teil noch vor der Dürreperiode gewachsen sei und gut habe geerntet werden können.

KEYPIX - People are taking advantage of the hot weather to walk along a sandbar formed by low water levels in the Maggia River delta at its mouth where it meets Lake Maggiore, in Locarno, Switzerland, ...
Der Sommer 2026 ist in der Schweiz heiss und trocken.Bild: keystone

Die Detailhändler hätten signalisiert, gewisse Zusatzkosten aufgrund der Dürre anzuerkennen. «Es wird Verhandlungen geben», sagte Ritter. Den grössten finanziellen Schaden werde dennoch die Landwirtschaft tragen. Habe etwa ein Gemüsebauer einen Drittel weniger Ertrag und stiegen die Produzentenpreise um zehn Prozent, bleibe ihm unter dem Strich deutlich weniger.

«Das Allerwichtigste ist, nicht in Panik zu geraten»

Besonders angespannt sei die Situation auch bei den Viehhaltern. Wegen Futtermangels hätten viele bereits ihre Wintervorräte angezapft. Die Heupreise seien um bis zu 50 Prozent gestiegen. Weil sich die Tiere in der aktuellen Situation kaum verkaufen liessen, landeten mehr von ihnen beim Metzger. Im Juni und Juli seien im Vergleich zum Vorjahr bereits 7000 Kühe mehr geschlachtet worden. Mit der vorzeitigen Rückkehr von Tieren von den Alpen dürften die Schlachtzahlen weiter steigen.

Eine Ausrufung der ausserordentlichen Lage lehne Ritter dennoch ab. «Das Allerwichtigste ist, nicht in Panik zu geraten.» Der Bauernverband stehe in engem Austausch mit Bundesverwaltung und Bundesrat. Unter anderem werde Wasser auf gewisse Alpen geflogen und die Zölle für Futtermittelimporte seien gestrichen worden. (dab/sda)

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