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Migros-Tochter Sushi Mania mit heftigen Rassismus-Vorwürfen konfrontiert

ZU DEN UMSATZZAHLEN 2013 DER MIGROS-GRUPPE STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Logo Migros, aufgenommen an einer Medienkonferenz in Zuerich am Mittwoch, 28. Maerz 2012. Der Betrieb ...
Das Unternehmen Sushi Mania ist Teil der Migros-Gruppe.Bild: KEYSTONE

Migros-Tochter Sushi Mania mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert

Bei Sushi Mania in Vuadens FR, einem Unternehmen der Migros-Gruppe, sollen Mitarbeitende am Arbeitsplatz rassistisch beleidigt worden sein. Die Gewerkschaft Unia hat deshalb die Freiburger Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Nun nimmt die Migros Stellung.
21.07.2026, 16:4521.07.2026, 16:45
Antoine Menusier / watson.ch/fr

Die ersten Vorwürfe beziehen sich auf April 2025. Das Unternehmen Sushi Mania in Vuadens FR, das asiatische Speisen herstellt, lädt seine Mitarbeitenden nach einer besonders intensiven Arbeitsphase zu einem Frühstück ein. Doch die Geste der Wertschätzung sorgt für Ärger: Eine Vorgesetzte soll sich darüber beschwert haben, dass gewisse Personen ein zweites Gipfeli genommen hätten.

«Black monkeys»

Kurz danach soll die Verantwortliche vor den Augen mehrerer Zeugen mehrere anwesende Mitarbeitende mit dem rassistischen Ausdruck «black monkeys» («schwarze Affen») bezeichnet haben.​

Wegen dieser und weiterer mutmasslich rassistischer Aussagen hat die Gewerkschaft Unia am 29. Juni bei der Freiburger Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingereicht. Am Montag informierte Unia die Medien in Freiburg über die Vorwürfe gegen Sushi Mania, ein Unternehmen der Migros-Gruppe. Mehrere Mitarbeitende von Sushi Mania waren vor Ort und berichteten von ihren Erlebnissen mit den beanstandeten Aussagen.

«Muslime arbeiten schlecht»

Während des Ramadan im vergangenen Februar sollen muslimische Mitarbeitende von Sushi Mania wiederholt rassistisch angegangen worden sein. Laut Unia soll dieselbe Vorgesetzte etwa gesagt haben, «Muslime arbeiten schlecht» oder seien «schmutzig» – und die Betroffenen wegen ihres Fastens kritisiert haben. Zudem soll ihnen verboten worden sein, am Arbeitsplatz Arabisch zu sprechen. Die Unia weist in der Strafanzeige darauf hin, dass die betreffende Vorgesetzte selbst regelmässig Spanisch spreche.

«Dreckige Schwarze»

Der schwerste Vorwurf betrifft den 23. April: Eine Mitarbeiterin soll von derselben Vorgesetzten als «sale Noire» («dreckige Schwarze») beschimpft worden sein. Die Aussage soll nach einem Streit um 4 Uhr morgens gefallen sein. Zuvor habe die Vorgesetzte die Mitarbeiterin aufgefordert, eine neue, noch nicht eingearbeitete Kollegin an der Produktionslinie anzuleiten. Die Angestellte habe sich geweigert und darauf verwiesen, dass die zuständige Linienverantwortliche abgewartet werden müsse. Von ihrem Arbeitsplatz aus könne sie die neue Mitarbeiterin nicht ausreichend betreuen.

Die Bezeichnung «sale Noire» ist für die Betroffenen der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Rund 15 Mitarbeitende von Sushi Mania wenden sich an Unia Freiburg. Sie berichten von rassistischen Aussagen und davon, dass einige von ihnen nach den Meldungen der Vorfälle im Unternehmen mit Problemen konfrontiert gewesen seien.

Kündigungsdrohungen

In einem Brief an die Sushi-Mania-Leitung vom 25. Juni erhebt Unia weitere Vorwürfe. Die Gewerkschaft spricht von «Kündigungsdrohungen und drohenden Vertragsnichtverlängerungen», willkürlichen Sanktionen, einer ungenügenden Betreuung nach Arbeitsunfällen sowie Benachteiligungen bei der Anstellung und beim Lohn. Für Unia handelt es sich dabei um «keine Bagatellen».

«In der Gesamtschau deuten die Vorwürfe darauf hin, dass die rassistischen Äusserungen Teil eines grösseren Musters im Arbeitsalltag sind – mit konkreten Folgen für die Arbeitsbedingungen und die beruflichen Perspektiven der Betroffenen.»
Gewerkschaft Unia Freiburg

Bei Sushi Mania in Vuadens arbeiten rund 200 Personen, etwa 100 bis 150 davon in der Produktion. Nach watson-Recherchen sind darunter ungefähr 25 rassifizierte Mitarbeitende aus Subsahara-Afrika oder dem Maghreb. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen viele ausländische Arbeitskräfte, darunter auch zahlreiche Spanierinnen, Spanier und Portugiesinnen und Portugiesen.

Unsichere Arbeitsverhältnisse

Die gesammelten Zeugenaussagen berichten von Arbeitsverträgen, die nicht dem Migros-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt seien, ohne 13. Monatslohn und mit lediglich vier Wochen Ferien pro Jahr. Bei der Anstellung erhalte eine ungelernte Arbeitskraft demnach zwischen 4200 und 4600 Franken brutto pro Monat. «Es ist die Art von Unternehmen, bei der man eine B-Bewilligung bekommen kann», sagt ein Mitarbeiter.

Mitarbeitende schildern zudem belastende Arbeitsbedingungen: In einigen Produktionsräumen sollen Temperaturen von «3 Grad» herrschen, in anderen bis zu «40 Grad». Ein Angestellter erzählt:

«Manchmal müssen wir von einem Extrem ins andere wechseln – ohne Vorwarnung. Diese Umstellung ist hart.»

Unia hat am Freitag, 17. Juli, eine E-Mail an die Arbeitsinspektion des Kantons Freiburg geschickt, um sie über die bei Sushi Mania festgestellte Situation zu informieren. Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat ihrerseits noch nicht auf die Strafanzeige vom 29. Juni reagiert, erklärt Unia-Gewerkschaftssekretär Kamel Galley.

Migros nimmt Stellung

Auf Anfrage von watson äussert sich die Migros-Gruppe am Dienstagmorgen erstmals zur Rassismus-Strafanzeige gegen Sushi Mania. Sprecherin Estelle Cruchet-Hain sagt:

«Bei all ihren Unternehmen verfolgt Migros eine Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und Rassismus. Wir nehmen die von Unia vorgebrachten Vorwürfe ernst und klären sie sorgfältig ab. Bis die laufenden Untersuchungen abgeschlossen sind, äussern wir uns nicht weiter.»
Estelle Cruchet-Hain, Sprecherin der Migros
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Erwin71
21.07.2026 17:05registriert August 2025
Jetz heisst es wieder gross die Migros, dabei kann das in jeder Firma passieret
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Fred_64
21.07.2026 17:20registriert Dezember 2021
Die Vorgesetzte soll sich darüber beschwert haben, dass gewisse Personen ein zweites Gipfeli genommen hätten???
Das ist wirklich ein sehr schweres Delikt und muss umgehend mit schweren Konsequenzen geandet werden!
Genau so fängt es an und plötzlich essen sie 3 Gipfeli, dass würde die Migros massiv belasten...
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Saatkrähe
21.07.2026 17:53registriert Oktober 2021
Uff, das klingt nach einem Powertrip/Überforderung der Vorgesetzen. Da wurde wohl jemand bis zur Inkopetenz befördert und denkt man könne sich alles erlauben.

Kündigungen oder -androhungen, wenn man seine Rechte einfordert, sind übrigens missbräuchlich, schade wissen das die meisten Leute in solchen Betrieben nicht.
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