Sport
Rassismus

Rassismus-Skandal bei Juniorinnen: GC-Spielerin beleidigt

Video: youtube.com/Abseits.ch

Rassismus-Skandal im Schweizer Fussball: GC-Spielerin von Staff-Mitglied beleidigt

07.04.2026, 11:3607.04.2026, 11:36

Am Ostersonntag ist es beim U20-Spiel zwischen den Frauen des FC Luzern und GC zu einem Rassismus-Skandal gekommen. So soll GC-Stürmerin Deborah Nyota Kabela beleidigt und von einem Staff-Mitglied des FCL gemäss Augenzeugen als «Mohrenkopf» bezeichnet worden sein. Ein Livestream auf Youtube zeigt den Vorfall.

Der Cheftrainer von GC sowie seine Spielerinnen machen den Schiedsrichter darauf aufmerksam: «Schiri, Schiri, das geht gar nicht, er hat ‹Mohrenkopf› gesagt!» Es kommt zu Wortgefechten zwischen den Beteiligten. Der Schiedsrichter versucht, die Situation zu beruhigen. Weil er nichts gehört hat, hat dies vorerst keine Folgen, das Spiel wird nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt.

Der FC Luzern bestätigte gegenüber Blick, Kenntnis von dem Vorfall erhalten zu haben. «Die sorgfältige, lückenlose und konsequente Aufarbeitung dieses Vorfalls hat für uns höchste Priorität und wurde umgehend eingeleitet», teilt der FC Luzern mit. «Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben beim FC Luzern keinen Platz. Wir verurteilen entsprechendes Verhalten klar und distanzieren uns entschieden davon.» Der Klub habe sich zudem bereits bei GC entschuldigt und wolle auch mit den betroffenen Personen persönlich Kontakt aufnehmen.

Kabela teilte auf Instagram einen Beitrag mit den Worten: «Nein zu Rassismus im Schweizer Fussball.» Fussball solle vereinen nicht spalten, schrieb sie zudem. «Rassismus existiert noch immer und genau deshalb müssen wir unsere Stimme erheben.» Dafür erhielt sie viel Zuspruch. Unter anderem die Nati-Spielerinnen Alayah Pilgrim und Meriame Terchoun kommentierten mit einem roten Herz. Coumba Sow schrieb: «Wir sind mit dir. Ich bin stolz auf dich, dass du das ansprichst!»

Unter ihrem Post erhält Deborah Nyota Kabela viel Zuspruch.
Unter ihrem Post erhält Deborah Nyota Kabela viel Zuspruch.Bild: instagram.com

«Ich bin richtig wütend», teilte die 17-jährige Kabela gegenüber 20 Minuten mit, «wir schreiben das Jahr 2026 – und solche Dinge passieren immer noch. Das ist einfach unsportlich und respektlos.» Eine Entschuldigung sei nach dem Spiel nicht erfolgt. Zwar hätte die Trainerin der Luzernerinnen das Gespräch gesucht, «aber ich hatte in dem Moment kein Verständnis dafür. Sie hat während der Situation nichts gesagt – und dann nachher das Gespräch zu suchen, das habe ich nicht gebraucht.» (nih)

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P.Rediger
07.04.2026 12:14registriert März 2018
Tja, ist leider noch immer gang und gäbe. Geht man in eine Beiz bei uns im Dorf und schaut dort ein Spiel am TV (ich schaue YB), dann hört man immer mal wieder Kommentare wie, Da spielen ja nur noch N...r. Gibt man eine entsprechende Retourkutsche, dann hat man den gesamten Stammtisch am Hals. Ich verzichte deshalb jetzt da hin zu gehen, weil gewisse sich beinahe einen Sport daraus machen, dann noch extra zu provozieren. Ist echt zum ko...en.
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Lord_ICO
07.04.2026 12:31registriert März 2016
Diese Diskussion habe ich momentan mit vielen Schülern und ich kann euch sagen, ändern wir nichts daran, wie unsere Gesellschaft miteinander umgeht, werden wir in ein paar Jahren ein riesiges Rassimusproblem haben.

Wir haben es 20+ Jahre erlaubt, dass bewusst rassistische Resentiments gepflegt wurden und hatten Angst davor, klar rassistische Dinge (Schäfchenplakat, Minarette als Raketen usw) zu benennen. Das fällt uns jetzt auf die Füsse und wird noch zu grossen Schwierigkeiten in unserem Zusammenleben führen.
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Kukei
07.04.2026 12:11registriert Dezember 2019
"Der Klub habe sich zudem bereits bei GC entschuldigt...". Heisst das, der FCL ist sich dem Vorwurf bewusst?
Und warum entschuldigt sich der "Klub" beim GC?
Warum entschuldigen sich die Fehlbaren nicht bei der Betroffenen direkt?
Wollen die den Ball flachhalten, nur keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
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