Rassismus-Skandal im Schweizer Fussball: GC-Spielerin von Staff-Mitglied beleidigt
Am Ostersonntag ist es beim U20-Spiel zwischen den Frauen des FC Luzern und GC zu einem Rassismus-Skandal gekommen. So soll GC-Stürmerin Deborah Nyota Kabela beleidigt und von einem Staff-Mitglied des FCL gemäss Augenzeugen als «Mohrenkopf» bezeichnet worden sein. Ein Livestream auf Youtube zeigt den Vorfall.
Der Cheftrainer von GC sowie seine Spielerinnen machen den Schiedsrichter darauf aufmerksam: «Schiri, Schiri, das geht gar nicht, er hat ‹Mohrenkopf› gesagt!» Es kommt zu Wortgefechten zwischen den Beteiligten. Der Schiedsrichter versucht, die Situation zu beruhigen. Weil er nichts gehört hat, hat dies vorerst keine Folgen, das Spiel wird nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt.
Der FC Luzern bestätigte gegenüber Blick, Kenntnis von dem Vorfall erhalten zu haben. «Die sorgfältige, lückenlose und konsequente Aufarbeitung dieses Vorfalls hat für uns höchste Priorität und wurde umgehend eingeleitet», teilt der FC Luzern mit. «Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben beim FC Luzern keinen Platz. Wir verurteilen entsprechendes Verhalten klar und distanzieren uns entschieden davon.» Der Klub habe sich zudem bereits bei GC entschuldigt und wolle auch mit den betroffenen Personen persönlich Kontakt aufnehmen.
Kabela teilte auf Instagram einen Beitrag mit den Worten: «Nein zu Rassismus im Schweizer Fussball.» Fussball solle vereinen nicht spalten, schrieb sie zudem. «Rassismus existiert noch immer und genau deshalb müssen wir unsere Stimme erheben.» Dafür erhielt sie viel Zuspruch. Unter anderem die Nati-Spielerinnen Alayah Pilgrim und Meriame Terchoun kommentierten mit einem roten Herz. Coumba Sow schrieb: «Wir sind mit dir. Ich bin stolz auf dich, dass du das ansprichst!»
«Ich bin richtig wütend», teilte die 17-jährige Kabela gegenüber 20 Minuten mit, «wir schreiben das Jahr 2026 – und solche Dinge passieren immer noch. Das ist einfach unsportlich und respektlos.» Eine Entschuldigung sei nach dem Spiel nicht erfolgt. Zwar hätte die Trainerin der Luzernerinnen das Gespräch gesucht, «aber ich hatte in dem Moment kein Verständnis dafür. Sie hat während der Situation nichts gesagt – und dann nachher das Gespräch zu suchen, das habe ich nicht gebraucht.» (nih)
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