So zocken Fake-Websites Urlauber ab
Viele Ferienreisende kaufen Tickets für den Louvre, das Kolosseum oder andere Sehenswürdigkeiten bereits im Voraus. Das ist oft sinnvoll, denn vor Ort sind die Warteschlangen teilweise so lang, dass Besucherinnen und Besucher mehrere Stunden warten müssen. Wer online bucht, sollte jedoch Vorsicht walten lassen.
Fake-Websites und gefälschte Logos
Wer Tickets für das Kolosseum in Rom oder die Alhambra bei Granada googelt, sieht als oberstes Suchergebnis nicht die Originalwebsite der Sehenswürdigkeit, sondern täuschend ähnliche Webseiten von Betrügern, schreibt der «Beobachter». Die Kriminellen kopieren dafür Logos und nutzen Internetadressen, die den echten Portalen zum Verwechseln ähnlich sehen.
Die Fake-Webseite Louvre-museum-tickets.org verlangt für einen Eintritt in den Louvre 76 Euro, Lelouvreticket.com möchte 34 Euro. Auf der offiziellen Website Louvre.fr bekommt man ein Ticket für 22 Euro. Um schneller und sicherer ans Geld zu kommen, setzten die Kriminellen die Konsumentinnen und Konsumenten unter Druck, indem sie Zeitlimits einsetzten. Dies könnte dann so aussehen: «Achtung: Tickets sind binnen Minuten ausverkauft, kaufen Sie jetzt Ihr offizielles Ticket.»
Geschädigte berichten, dass sie entweder gar kein Ticket oder Tickets für falsche Zeitfenster erhalten haben.
So funktioniert der Betrug
Die Betrüger gehen besonders dreist vor. Das Ganze läuft über Google Ads. Die Kriminellen kaufen die teuren Werbeplätze oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse und platzieren ihre Fake-Websites so noch vor den offiziellen Seiten. Mehr als 83 Prozent ihrer Besucher gelangen laut einer Recherche des nordamerikanischen Investigativportals Indicator und der spanischen Faktencheck-Plattform Maldita.es über diese Anzeigen auf die betrügerischen Websites. Für die Untersuchung wurden 20 Fake-Seiten zu bekannten Sehenswürdigkeiten analysiert. Im Durchschnitt verlangen sie das 2,5-Fache des Originalticketpreises.
Verantwortlich für die untersuchten Fake-Seiten sind laut der Recherche lediglich zwei spanische Anbieter. Um schlechten Bewertungen auf Trustpilot und Co. zu entkommen, wechseln sie immer wieder ihre Namen. Feel the City oder My Top Tour sind nur zwei Beispiele. Der jährliche Schaden wird auf 2.1 bis 2.4 Millionen Euro geschätzt.
So sieht es in der Schweiz aus
Wer nun Angst hat, bei Schweizer Sehenswürdigkeiten in dieselbe Falle zu tappen, kann aufatmen: Die Betrüger haben hiesige Tourismus-Hotspots bislang gemieden. Dennoch sollte man beim Onlinekauf von Tickets stets genau hinschauen.
(kek)
