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Die Revision des Postgesetzes des Bundesrats polarisiert

Briefkasten
Auslaufmodell? Der Briefkasten vor der Haustür. Bild: Getty Images

Der Briefkasten vor der Haustür könnte verschwinden – Röstis Reform polarisiert

Die Briefkasten-Pläne des Bundesrats haben die Parlamentarier aufgeschreckt.
05.08.2026, 22:2705.08.2026, 22:27
Florence Vuichard / ch media

Die Revision des Postgesetzes könnte das Ende des Briefkastens vor der Haustüre einläuten. Denn Post-Minister Albert Rösti und seine Bundesratskollegen wollen neu auch zentrale Briefkastenanlagen für mehrere Häuser oder gar für ganze Quartiere ermöglichen.

Der Entscheid, eine solche Briefkastenanlage einzurichten, obliegt den Hauseigentümern. Doch diese dürften die neuen Freiheiten nutzen. Folgt das Parlament dem Bundesrat, werden wohl insbesondere bei neuen Siedlungen und Überbauungen keine Briefkästen vor den Haustüren mehr montiert. «Das mag effizient erscheinen», sagt Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, «aber für viele Menschen ist es ein Rückschritt».

Schneider-Schneiter denkt hier vor allem an die ältere Bevölkerung, deren Anteil immer grösser werde. «Die Service-Public-Betriebe ignorieren die Interessen einer ganzen Generation», sagt die Nationalrätin. «Zuerst beim Kauf eines Zug- oder Bustickets, jetzt beim Briefkasten.» Die älteren Menschen würden überall abgehängt, ihnen werde alles weggenommen. «Es stimmt einfach nicht, dass alle älteren Menschen problemlos mit den digitalen Angeboten zurechtkommen.»

Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter
Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte) wehrt sich dagegen, dass ältere Menschen abgehängt würden.Bild: Keystone

Entsprechend kritisch reagiert sie auf die bundesrätlichen Briefkasten-Pläne. Ganz anderer Meinung ist Jürg Grossen, der Präsident der Grünliberalen. Er erkennt darin «einen ersten Modernisierungsschritt», eine Anpassung an das «veränderte Nutzerverhalten». Der Bedarf an täglicher Zustellung habe stark abgenommen und werde weiter schwinden. Im vergangenen Jahr habe er «keinen einzigen Brief» erhalten, den er angefordert oder «sehnsüchtig erwartet» habe, sagt der Nationalrat. So ergehe es vielen Menschen heute. «Vor diesem Hintergrund fordere ich die Abschaffung der Briefkastenpflicht, sofern die digitale Erreichbarkeit garantiert ist.» Freiwillige Briefkästen an zentralen Orten könnten eine sinnvolle Übergangslösung sein.

Nationalrat Jürg Grossen
Nationalrat Jürg Grossen (GLP) spricht sich für die Abschaffung der Briefkastenpflicht aus.Bild: Keystone

Gleichzeitig gelte es, die Bedürfnisse derjenigen zu berücksichtigen, die auf wohnungsnahe Zustellungen angewiesen seien, ergänzt Grossen. Er wehrt sich zudem gegen den pauschalen Vorwurf, dass er die Bedürfnisse der älteren Generationen ignoriere. «Der Service Public war insgesamt noch nie so gut wie heute, wenn man an die Hindernisfreiheit, den Taktfahrplan, die Postangebote in den Volg-Filialen und an die vielen Dienste auf Abruf denkt», sagt Grossen.

Die Aufregung war gross, als «Schweiz heute» am vergangenen Freitag bekanntmachte, dass mit der Postgesetz-Revision der Briefkasten vor der Haustür verschwinden könnte. Einige fürchteten gar, die Post würde auf Röstis Order vorfahren und die Briefkästen abmontieren. Das stimmt freilich nicht, und wurde hier auch nicht behauptet. Dennoch fühlte sich das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) verpflichtet, mitzuteilen, dass weder Bundesrat Rösti noch das zuständige Amt «beabsichtigen, Briefkästen abzuschaffen».

Zuständig für die Briefkästen seien die Hauseigentümer, heisst es beim zuständigen Amt aus dem Departement von Bunderat Rösti. Das Bakom wiederholt, dass künftig «Briefkastenanlagen nicht nur an Hauseingängen von Mehrfamilien- oder Geschäftshäusern» errichtet werden können, «sondern auch an einem anderen zentralen Ort in einer Überbauung, wenn dies von den Hauseigentümern gewünscht wird». Die Post bleibe weiterhin zur Hauszustellung verpflichtet. (schweizheute.ch)

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ELMatador
05.08.2026 22:49registriert Februar 2020
Bisher konnte mir noch niemand die Vorteile von Rösti's Vorschlag erklären, Briefkästen abzuschaffen. Als Argument gibts eigentlich nur, dass die Postboten weniger Strecke fahren müssten. Dafür müssen aber alle anderen umso mehr fahren.

Wo genau soll da der Vorteil für die Bevölkerung liegen?
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Hadock50
05.08.2026 22:39registriert Juli 2020
Herr Rösti würde sich lieber mal um die Maßnahmen gegen den Klimawandel kümmern....
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Trio_Duo
05.08.2026 22:52registriert Februar 2025
Rösti packt die wichtigen Dinge an... Komplette Fehlbesetzung der Typ... Typisch SVP Politiker...
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