Schweizer sind sportlicher als Deutsche – daran liegt es
Seit Jahren steigt die Anzahl an Schweizerinnen und Schweizern, die ein Fitness-Abo besitzen – inzwischen sind es rund 16 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das zeigen Zahlen des Branchenverbands Swiss Active, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Besonders hoch ist die Gym-Dichte in der Deutschschweiz. Hauptgrund dafür ist laut Sportwissenschaftler Markus Gerber, dass die «grossen urbanen Zentren» in der Deutschschweiz «Fitnessketten bessere Wachstumsbedingungen» bieten, sagt er gegenüber der Zeitung.
Der Schweizer Fitnessmarkt verzeichnet auch bei der Trainingsfrequenz ein anhaltendes Wachstum. Lag der Durchschnitt im Jahr 2020 noch bei einem Studiobesuch pro Woche, liegt er heute bereits bei 1,4 Besuchen. Damit sind die Schweizerinnen und Schweizer sportlicher als ihre deutschsprachigen Nachbarn: In Österreich wird dem «Tages-Anzeiger» zufolge im Schnitt 1,3-mal pro Woche trainiert, in Deutschland liegt der Wert bei 1,1 Besuchen.
Darum sind die Schweizer im Vergleich sportlicher
Die Schweiz ist damit europäischer Spitzenreiter: Nirgendwo sonst treiben so viele Menschen mehrmals pro Woche Sport, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Erhebung Sport Schweiz und den Sonder-Eurobarometer zu Sport und körperlicher Aktivität. Im europäischen Schnitt treiben nur 38 Prozent der Befragten wöchentlich Sport – das ist in etwa halb so viel wie hierzulande (71 Prozent).
Laut Sportwissenschaftler Markus Gerber liegen die Unterschiede in der Kultur, der Infrastruktur und dem Wohlstand, schreibt der «Tages-Anzeiger». «In der Schweiz hat Sport einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, Bewegung wird oft als Teil eines gesunden Lebensstils verstanden», so Gerber. Vor allem Wandern, Mountainbiken, Bergsport, Skifahren und Langlaufen seien kulturell stark verankert, auch aufgrund der Nähe zu den Bergen.
Die sehr gute Infrastruktur und die kompakte Bauweise vieler Schweizer Städte würden zudem Fussgängern und Velofahrenden zugutekommen. Deutschland etwa sei vielerorts stärker auf das Auto ausgerichtet.
Das Bundesamt für Sport nennt ausserdem Einkommen, Bildung und Ressourcen als relevante Faktoren für die hohe sportliche Aktivität in der Schweiz. «Personen mit höherem Bildungsniveau und Lohn treiben häufiger Sport und bewegen sich mehr», bestätigt Gerber gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Beides erleichtere den Zugang zu Sportvereinen, Fitnessstudios, Ausrüstung und Freizeitangeboten. (hkl)
