Schweiz
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Dieser Anwalt gibt Drohnen zum Abschuss frei – die Polizei ist gar nicht begeistert

Wenn Drohnen über das eigene Haus fliegen, ist der Abschuss legal – das meint Rechtsanwalt Jascha Schneider-Marfels. So einfach ist es aber nicht. Mit seiner Ansicht erntet der Basler Kritik.



Drohnen: Wer sie fliegt, liebt sie. Wer sie über dem eigenen Garten kreisen und vielleicht sogar filmen sieht, dürfte weniger glücklich sein. Manch einer würde die summenden Quadrocopter am liebsten vom Himmel holen.

Video: kaltura.com

Drohnenjäger bekommen jetzt Unterstützung vom Anwalt Jascha Schneider-Marfels. In einer Facharbeit kommt er zum Schluss: Der Abschuss ist erlaubt, wenn das Objekt tief über dem eigenen Garten kreist. Der Basler begründet gegenüber dem Regionalsender Tele M1: «Dann befinde ich mich einer Notwehrlage. Das ist ein Angriff auf meine Persönlichkeit.» Darum dürfe man sich wehren: Mit Gartenschlauch, Netz oder Abschussvorrichtungen.

Drohnen-Anwalt Anwalt Jascha Schneider-Martfels

Anwalt Jascha Schneider-Marfels Bild: tele m1

Mit dieser Meinung stösst er bei der Kantonspolizei Solothurn auf Unverständnis: Man dürfe nicht einfach zum Gewehr greifen, sagt Mediensprecher Bruno Gribi. Schiessen im eigenen Garten sei illegal und eine grosse Gefahr. «Eine unkontrolliert abstürzende Drohne ist sehr gefährlich», sagt Gribi. Auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) rät dringend von einem Abschuss durch Private ab. «Eine Drohne ist auch ein Luftfahrzeug. Wo fängt man an, zu unterscheiden?» fragt Urs Holderegger vom Bazl. Diese Fragen müsse man sehr genau anschauen.

«Keine Menschen gefährden»

Schneider-Marfels ist sich der Gefahr bewusst. Er hält an seiner Meinung fest, sagt aber: «Ganz wichtig ist, dass keine anderen Menschen bei der Abwehr gefährdet werden.» Dem Anwalt ist kein Fall eines Drohnenabschusses bekannt, der vor Gericht landete. Wie ein Richter entscheiden würde, ist deshalb schwierig einzuschätzen.

Der Solothurner Drohnenpilot Ueli Liggenstorfer versteht Menschen, die sich von Drohnen belästigt fühlen. Es gebe viele schwarze Schafe, die einfach darauf los flögen – ohne Ahnung von den Gesetzen. «Sie studieren einfach nichts, das nervt mich», sagt Liggenstorfer. So würden alle Drohnenpiloten in einen Topf geworfen. Auch jene, die sich an die Regeln hielten. (mwa/aargauerzeitung.ch)

Mit Netzpistolen Drohnen vom Himmel schiessen

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Video: srf

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kong 13.04.2018 23:21
    Highlight Highlight Fliege selber Drohnen, die grösste ein Okto mit 1m Spannweite (ohne Rotoren). War angedacht als Test für kommerziellen Einsatz. Bei uns in der Gegend hat's etwa 3 Leute die treffen sich mit den Dingern beim Wald (grosse Wiese daneben) ausserhalb der Flugverbotszone. Ich hab im Quartier weder jemals Drohnen gesehen, noch von sowas gehört. Normale Drohnenpiloten agieren verantwortungsbewusst. Und die Laien mit dem Billigkram fliegen nicht lange. Fühle mich privat nicht ausgestellt. In der Stadt zücken etliche das Smartphone und fotografieren ungefragt auch Dritte. Etwas Lockerheit schadet nicht.
  • el heinzo 13.04.2018 20:45
    Highlight Highlight Hat jemand eine Kaufempfehlung für so ein Netz-Schiess-Dingens?
  • Wahrsager 13.04.2018 19:12
    Highlight Highlight Ich fordere den internationalen Antidrohnentag.
    An diesem Tag sollen alle um 12:00 splitterfasernackt in die Wiese liegen aus Protest gegen die Drohnenspione.
  • Bertolf von Storch 13.04.2018 16:20
    Highlight Highlight Da will wohl wieder einmal ein Schlipsträger mit extremen Positionen Aufmerksamkeit erregen. Mit dem Maschinengewehr auf Drohnen ballern?! Gehts noch. Hier hört die Meinungsfreiheit auf. Wie bei Salutschüssen: herabfallende Gewehrkugeln können tödlich sein. Solche rechtsextremen Positionen sind einfach nur widerlich!
  • Yelina 13.04.2018 16:16
    Highlight Highlight Der hier gefährdet keine Dritten!

    Play Icon
    • Raembe 13.04.2018 18:10
      Highlight Highlight Sofort, leider bin ich kein Falkner und weiss auch nicht ob es erlaubt ist in der Schweiz einen Adler zu halten.
  • Brunhilde 13.04.2018 15:56
    Highlight Highlight Drohnen sind unnötig und eine Belästigung.
  • zappeli 13.04.2018 14:44
    Highlight Highlight Cleverer Marketing-Schachzug des Anwalts. Und die Medien springen auf den Zug auf. Die Geburt eines Anti-Drohnen-Anwalts?
  • gesetzesbecher 13.04.2018 14:13
    Highlight Highlight Der Aufsatz (in medialex 3/2018) macht folgende Verrenkung, um einen "Angriff auf eine Person" herbeizuschreiben, der dann Notwehr zulässt:
    "Dank hochauflösender Video- und Kameratechnik ist [der Pilot] in der Lage, Objekte und Personen mit dem Zoom zu vergrössern. Auf diese Weise macht er sie identifizierbar. Die Persönlichkeitsrechte ... werden durch solches Verhalten beeinträchtig (sic)" (Rz. 18 f.).


    Für Militärdrohnen stimmt das. Drohnen für Private sind aber teures Spielzeug und haben die gleichen Kameras wie Smartphones. Aus 40 Metern Flughöhe ist da niemand mehr identifizierbar.
    • DerN 13.04.2018 15:00
      Highlight Highlight auch dann nicht wenns ne 4K kamera dran hat.
    • fcsg 13.04.2018 15:28
      Highlight Highlight Die privaten Drohnen können ja auch viel tiefer fliegen. Mit den heutigen Kameras an den ganz normalen Drohnen kann man aus 5-10m Höhe Personen sehr genau erkennen. Oder anders gesagt, wenn eine Person mit einer Kamera in der Hand dein eigenes Grundstück aufnimmt, während du dich dort aufhälst, würdest du dich nicht wehren?
  • Siebenstein 13.04.2018 14:06
    Highlight Highlight Mit dem Hinweis, dass niemand gefährdet sein darf, was Schusswaffen im Grunde fast schon ausschliesst, ist das alles völlig in Ordnung so.
    Ich fliege selber einen Quadcopter, Anstand gehört dazu.
    Übrigens sind Bilder und Filme aus 100 Metern Höhe oder mehr, selbst mit der besten GoPro, überhaupt nicht zu gebrauchen um sonnenbadende Menschen zu beobachten, dafür reicht schlichtweg die Auflösung bei weitem nicht aus.
    Den verantwortungsbewussten Piloten ist auch durchaus bewusst, dass das Betriebsgeräusch alleine schon störend sein kann.
  • Madison Pierce 13.04.2018 13:54
    Highlight Highlight Bevor man sich jetzt die Waffe bereit legt: Kaum jemand trifft ein kleines, bewegtes Ziel beim ersten Schuss. Das Projektil kommt aber trotzdem irgendwo runter. Das kann Tote geben. (Deshalb sind auch "Freudenschüsse" in die Luft nicht erlaubt.)

    Würde da eine EMP-Waffe vorziehen. 😎 Oder einfach kurz den Piloten suchen, wahrscheinlich ist es nur der Nachbarsjunge...
  • Emanzipator 13.04.2018 13:39
    Highlight Highlight Zu einer Schusswaffe würde ich nicht greiffen... aber wenn die Drohne in Griffnähe (mit Netz, Haken usw.) ist...

    Mein Gärtchen! Mein Rückzug! Mein Zuhause! 😉 Wenn ich Sie erwisch kann ich darüber verfügen! 😈
  • Martinov 13.04.2018 13:37
    Highlight Highlight Ich bin selbst Drohnen Pilot, und ja, ich flog auch schon über Wohnraum, aber in einer höhe von circa 200m.
    es käme mir NIE in den sinn meine Kamera auf Menschen zu richten die nichts davon wissen. Ich denke mit genug gesundem Menschenverstand der Piloten braucht es keine Drohnen-Jäger am Boden.

    Ich würde es aber auch Verstehen wenn ein Gesetz kommen würde und das Fliegen über bewohntem Raum verbietet. da der gesunde Menschenverstand nicht gleichmässig verteilt wurde ;)
    • DerN 13.04.2018 13:57
      Highlight Highlight Ich war einmal bei einem Freund auf besuch und hatte meine Drohne dabei. Er wollte unbedingt mal sehen wie das so sei mit dem fliegen und Kamera etc. weil wir aber zu faul waren aufs Feld zu fahren starteten wir in seinem Garten. senkrecht nach oben auf ca. 300m und dann über dem Dorf herum. beim Landen (auch direkt nach unten) kam der Nachbar und fragte ob das Ding eine Kamera hätte? Wir bejaten dies und er sagte wir sollen nicht über sein Grundstück fliegen. lange rede kurzer Sinn --> wir haben ihm erklärt was wir machen und dass wir nicht sein grundstück filmen wollen und es war alles klar.
    • Theor 13.04.2018 14:07
      Highlight Highlight Du musst dir auch im klaren sein, dass diese Geräte der feuchte Traum eines JEDEN Voyeurs sind.
      Ich glaube dir, dass du mit der Drohne anständig umgehst und keine Aufnahmen machst - aber es ist Fakt dass man mit diesen Dingern eben auch genau das Bedürfnis von Leuten befriedigen kann, die nicht so viel Anstand haben. Daher gehören Drohnen meiner Meinung nach aufs Feld und partout nicht in Wohngebiete.
    • Martinov 13.04.2018 15:05
      Highlight Highlight @ Theor; ja dessen bin ich Mir schon bewusst, und deshalb bin ich auch nicht gegen ein solches Gesetz. Weil ja, man könnte locker aus 1000m Entfernung auf dem iPad die nette Blondie Filmen ohne aufzufliegen.

      Ich mache schon Aufnahmen, einfach Bilder.

      Und darauf kann man niemanden erkennen, da "normale" drohene wie Du sie im Video oben siehst, keine so gute Auflösung haben um die Bikini Farbe von Frau XY aus 200m Entfernung zu sehen. Aber der Voyeur der bis au 10m nähe heranfliegt, sieht def. zu viel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jesses! 13.04.2018 13:36
    Highlight Highlight Ich mag Drohnen nicht. Für mich sind das unheimliche Dinger. Sollte mir eine zu nahe kommen, werde ich mich an den Anwalt erinnern.
    • pamayer 13.04.2018 14:22
      Highlight Highlight Verstehe ich vollkommen. Nur: dieser Anwalt ist nicht das geltende Gesetz.
  • Theor 13.04.2018 13:19
    Highlight Highlight Gerade jetzt wo die warmen Temperaturen einen wieder hervorlocken, spanne ich gerne auf meinem Balkon die Hängematte und tanke Sonne. Dank der Lage des Hauses und des Balkons habe ich dabei meine Privatsphäre - ausser es fliegt etwas von oben über mich hinweg. Wie soll ich denn wissen, ob sich der Drohnenpilot in dem Moment "an die Regeln hält"- was auch immer das bedeutet?

    Drohnen gehören in Wohngebieten verboten, ohne Wenn und Aber. Ich bin kein Waffenfan (habe meine Militärwaffe freiwillig abgegeben) - aber wenn die Drohnenplage zunimmt, werde auch ich mir zumindest ein Luftgewehr zulegen.
    • Qui-Gon 13.04.2018 15:16
      Highlight Highlight und die trudelnde Drohne fällt dann einem anderen auf den Kopf. Hauptsache Privatsphäre gewahrt...
  • TheDude10 13.04.2018 13:04
    Highlight Highlight Mit dem Luftgewehr im Garten schiessen ist keineswegs illegal. Mit einer Energie von zb. 24 Jule wird es auch kein Ding sein eine Drohne runter zu holen.
    • TheDude10 13.04.2018 17:34
      Highlight Highlight @bob das Fahrrad
      Das schiessen mit einem Luftgewehr als ballern zu bezeichnen finde ich etwas fragwürdig. Kennt das Fahrrad überhaupt den Unterschied zwischen Luft und Sturm?
  • vescovo 13.04.2018 13:00
    Highlight Highlight Da fragt man sich schon, was gewisse Personen zu Hause zu verbergen haben, wenn sie einen Drohnenabschuss als Notwehr einstufen.
    Den Piloten ausfindig machen und ihm mal zünftig die Meinung sagen ist wahrscheinlich sinnvoller.
    • Emanzipator 13.04.2018 13:41
      Highlight Highlight Wenn ich mit meiner liebsten im sichtgeschützten wohnzimmer auf’m sofa einen Quikie haben will ist das keinesfalls verwerflich!

      ...aber es geht niemanden etwas an.
    • Donald 13.04.2018 13:48
      Highlight Highlight Ist sicher einfach. Viele haben mehrere Kilometer Reichweite.
    • vescovo 13.04.2018 18:10
      Highlight Highlight @Emanzipator das verstehe ich natürlich. Dennoch ist da noch keine "Notwehr" mit Schusswaffen angebracht. Darum geht es mir.
      @Donald Drohnen muss man mit Sichtkontakt fliegen und wer teure Drohnen mit viel Reichweite besitzt, der kennt wohl auch die Regeln und Sitten.
      Hauptproblem sind die Piloten von Billigdrohnen aus Aliexpress und Co.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 13.04.2018 12:45
    Highlight Highlight So kommt es heraus, wenn weder der Journalist noch die Interviewten das Paper, über das sie berichten bzw. welches sie kommentieren, gelesen haben. Schneider und Kaufmann (das Paper hat zwei Autoren, auch wenn Schneider der deutlich Medienaffinere ist) gehen die Sache durchaus differenziert an und weisen z.B. darauf hin, dass selbstverständlich niemand durch den «Abschuss» gefährdet werden darf, und dass dieser auch nur das letzte Mittel sein kann, wenn der Drohnenpilot nicht auf Aufforderungen reagiert.
  • aglio e olio 13.04.2018 12:45
    Highlight Highlight Bin zwar kein Jurist, halte die Aussage von Herr Schneider-Martfels einigermaßen gewagt. Eine Sachbeschädigung ist es in jedem Fall. Ob eine Notwehrsituation gegeben ist die einen "Abschuss" rechtfertigt, entscheidet letztlich ein Gericht.
    Ein sich zufällig automatisch einschaltender (zwinker, zwinker) Rasensprenger könnte da hilfreich sein.
    Auf den Einsatz jeglicher Prokektilwaffen sollte m.M.n. aus Sicherheitsgründen verzichtet werden.
    • Joe Smith 13.04.2018 14:40
      Highlight Highlight Wie ich weiter obern schreibe: «So kommt es heraus …». Die Autoren sprechen NIE von einem Gewehr o.ä., sondern bringen als Beispiel z.B. den Gartenschlauch.
    • aglio e olio 13.04.2018 15:52
      Highlight Highlight Und ich bezog mich auf die im Artikel vorliegenden Zitate inkl. "Abschussvorichtungen".
      Deinen zeitgleich abgeschickten Kommentar habe ich später aufgrund der zusätzlichen Informationen geherzt.
      Mir liegt die Facharbeit nämlich nicht vor.
      Kein Grund für Caps Lock ;)
  • El Vals del Obrero 13.04.2018 12:41
    Highlight Highlight Ein Problem ist dabei wohl auch, dass die Parzellenpläne 2-dimensional sind. Eine exakte Grenze nach oben ist nicht festgelegt. Ein Pilot eines Flugzeugs begeht ja auch keinen Landfriedensbruch, wenn er über ein Grundstück fliegt.

    In einem anderen Medium wird noch die Aussage zitiert "... wenn die Drohne filmt". Nur, wie will er wissen, ob die Drohne filmt?
    • Joe Smith 13.04.2018 14:38
      Highlight Highlight Eben: Wer will wissen, ob die Drohne filmt. Tut sie es nicht, wäre das dann halt eine Putativnotwehr. (Erläuterungen zum Begriff findet man in der Fachliteratur.)

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