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Inside Paradeplatz: Bundesgericht will Anklage gegen Lukas Hässig

Bundesgericht will Anklage gegen Inside Paradeplatz

Die Zürcher Staatsanwaltschaft muss Anklage gegen den Journalisten Lukas Hässig von Inside Paradeplatz erheben. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Es ist auf eine Beschwerde von Hässig nicht eingetreten.
24.07.2026, 12:0024.07.2026, 12:01

Hässig argumentierte, dass die Beweislage gegen ihn sehr unvollständig sei und mit einem komplizierten und aufwendigen Verfahren gerechnet werden müsse. Beim Bundesgericht hatte er damit jedoch keinen Erfolg, wie aus dem Urteil vom Freitag hervorgeht.

Solche Erschwernisse würden zum gewöhnlichen Gang einer Strafuntersuchung wegen Wirtschafts- und Finanzdelikten gehören, heisst es im Urteil. Damit schickt das Bundesgericht den Fall zurück an die Zürcher Staatsanwaltschaft, die nun gegen Hässig Anklage wegen Verletzung des Bankgeheimnisses erheben muss.

Lukas Haessig beantwortet Fragen nach einer Medienkonferenz der Credit Suisse in Zuerich am Dienstag, 1. Oktober 2019. Lukas Haessig, Journalist und Blogbetreiber von Inside Paradeplatz hat als Erster ...
Lukas Hässig (2019).Bild: KEYSTONE

Staatsanwaltschaft stellte Verfahren ein

Dies muss sie gegen ihren Willen tun, denn die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen den Journalisten im Dezember 2025 eigentlich eingestellt. Beat Stocker, der Kompagnon des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz, erhob jedoch Einsprache dagegen.

Auslöser war ein Artikel, der 2016 auf Inside Paradeplatz erschien. Darin schrieb Hässig, dass Vincenz im Sommer 2015 eine Überweisung von 2,9 Millionen Franken erhalten habe.

In dem Text stellte Hässig auch einen Zusammenhang mit der kurz davor erfolgten Akquisition der KMU-Finanzierungsfirma Investnet durch Raiffeisen her. Dieser Blogbeitrag sowie weitere Recherchen sollen der Auslöser für den Fall Pierin Vincenz gewesen sein.

Stocker zeigte Hässig an, weil dieser in der Berichterstattung rund um die mutmasslichen Verfehlungen von Pierin Vincenz seine Privatsphäre verletzt sah. Im Juni 2025 gab es in Hässigs Büro und in seinem Zuhause deshalb eine Hausdurchsuchung.

Stocker steht im August erneut vor Gericht

Auch das Verfahren gegen Vincenz ist noch lange nicht beendet. Der Prozess kommt im August vor das Zürcher Obergericht. Auch sein Kompagnon Stocker muss sich erneut verantworten.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte Vincenz im April 2022 wegen Betrugs, mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und wegen mehrfacher passiver Bestechung. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten.

Sein Kompagnon Stocker kassierte gar eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Im Zentrum der Vorwürfe stehen Firmenübernahmen, bei denen sich die beiden unrechtmässig bereichert haben sollen.

Vincenz und Stocker sollen sich heimlich an Firmen beteiligt haben und anschliessend dafür gesorgt haben, dass diese durch die Raiffeisen oder die Kreditkartenfirma Aduno aufgekauft wurden.

Urteilsnummer 7B_604/2026 (sda)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ingmarbergman
24.07.2026 13:25registriert August 2017
IP als Whistleblower-Plattform ist top. Dafür sollte Hässig jeden Schutz bekommen, den er benötigt.

Für die Nicht-Moderation seiner Kommentarspalten gehört Hässig hingegen schon längst verurteilt. Was sich dort für ein rassistisches, sexististisches Publikum tummelt und offen austeilt, ist erschreckend. Die zahlreichen Aufrufe zu Vergewaltigungen und Mord müssten längst verfolgt werden und die Kommentarspalte eigentlich permanent dicht gemacht werden.
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stronghelga
24.07.2026 13:43registriert März 2021
Hässigs Argumentation greift ins Leere. Ein stärkeres Argument wäre gewesen, aufzuzeigen, dass selbst bei zutreffendem Sachverhalt kein hinreichender Tatverdacht besteht oder die rechtlichen Voraussetzungen des Tatbestands der Verletzung des Bankgeheimnisses gar nicht erfüllt sind.

Das Urteil bedeutet übrigens nicht, dass das Bundesgericht Hässig für schuldig hält.
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Dennis Boron
24.07.2026 14:01registriert Dezember 2025
Ja ja, wer in der Schweiz Missstände aufdeckt - vor allem im Finanzsektor aber nicht nur - lebt gefährlich.
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