Rund um Asylzentren sinken die Mieten – umso stärker, je dunkler die Haut der Bewohner
Eine neue Studie der Universitäten Lausanne und Lugano hat die Auswirkungen der Eröffnung eines Asylzentrums auf die Mietpreise im Umfeld untersucht. Der «Tages-Anzeiger» berichtete darüber am Mittwoch.
Konkret analysierten die Forscher die Effekte im Radius von 700 Metern rund um 92 Heime mit mindestens 30 Betten, und das in 13 Kantonen. Sie glichen dazu die Daten aus über 154'000 Mietinseraten aus den Jahren 2004 bis 2014 ab, womit sie die Preisauswirkungen aufzeigen konnten.
Die Forscher kamen zum Schluss, dass die Mietpreise in der Nachbarschaft bei der Eröffnung eines Asylzentrums um durchschnittlich 3,8 Prozent fallen. In konkreten Zahlen: Anwohnerinnen bezahlen durchschnittlich 851 Franken weniger Miete pro Jahr und Wohnung. Wenn das Zentrum wieder geschlossen wird, klettern die Preise wieder auf das vorherige Niveau.
Ähnliche Untersuchungen waren bereits in Deutschland und den Niederlanden durchgeführt worden. Die Resultate waren vergleichbar, schreibt der «Tages-Anzeiger».
Je dunkler die Bewohner, desto stärker fallen die Preise
Allerdings untersuchten die Forscher aus Lausanne und Lugano auch einen weiteren Aspekt, der bislang unerforscht und durchaus brisant ist: Haben ethnische Zusammensetzung, Religionszugehörigkeit oder statistische Kriminalitätsneigung der Nationalitäten der Bewohner der Asylzentren einen Einfluss auf die Mietpreise?
Marius Brühlhart, Co-Autor der Studie und Volkswirtschaftsprofessor an der Uni Lausanne, sagt dazu: «Wir fanden keinerlei statistische Hinweise, dass Kriminalität oder Religionszugehörigkeit der Personen in den Asylunterkünften eine Auswirkung auf die Preise hatte. Nur ein Merkmal spielte eine Rolle: die Hautfarbe.»
So kommt die Studie zum Schluss, dass bei Zentren mit überdurchschnittlich hohen Anteil aus Bewohnern aus Subsahara-Afrika die Mieten um 4,2 Prozent sinken, während dieser Wert bei Zentren mit unterdurchschnittlichem Anteil nur bei 3 Prozent liegt. 2025 kamen die meisten Asylgesuchszahlen aus Subsahara-Ländern aus Eritrea, Somalia und Äthiopien. Brühlhat erklärt:
(cpf)
