Mobilitätsverhalten: Dafür ist die Schweizer Bevölkerung täglich unterwegs
Der Weg ist das Ziel: Schweizerinnen und Schweizer verbrachten 2021 täglich 80 Minuten im Verkehr. Um zur Arbeit zu kommen, den Einkauf nach Hause zu bringen und am häufigsten für die Freizeit – also für den Weg in die Badi, in die Berge oder zum Fussballstadion. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS).
Für die Freizeit verbrachte jede Person im Schnitt 41,6 Minuten im Auto, Bus, Zug und Co. Etwas mehr als eine Viertelstunde für die Arbeit.
Sechs Minuten gingen täglich fürs Warten und Umsteigen drauf. Das ist länger als der durchschnittliche Weg zu den Schulen und Ausbildungsstätten. Wichtig: Die Covid-19-Pandemie beeinflusste die Daten zur Mobilität aus dem Jahr 2021 noch.
Die zurückgelegten Kilometer im Personenverkehr brachen mit der Pandemie seit 2020 stark ein, befanden sich seither aber wieder im Aufwärtstrend. Bis 2019 wuchs der Personenverkehr schneller als die Wohnbevölkerung.
Routinen neu denken
Viele Wege im Alltag passieren fast automatisch: zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sport. Ein kurzer Check lohnt sich: Braucht es für diesen Weg das Auto? Oder passen Velo, E-Bike, ÖV oder ein Sharing-Angebot genauso gut?
Das Auto gibt den Ton an
Nicht nur die absolvierten Kilometer werden immer grösser, auch die Infrastruktur breitet sich aus: Seit der Erhebung in den Jahren 1979 und 1985 hat die Fläche von Autobahnen um 56 Prozent zugenommen.
Die übrigen Strassen wuchsen über die Jahrzehnte um 19 Prozent und nehmen heute mit Abstand am meisten Platz (81 Prozent) ein. Beim Bahnareal gab es seit den 1980er-Jahren kaum Veränderung: Nur 3 Prozent mehr Fläche beanspruchen die Schienen und Bahnhöfe.
Ein Blick auf die Verkehrsleistung nach Verkehrsmitteln erklärt, warum es in der Schweiz so viele Strassen hat: 2024 legten Personenwagen 68 Prozent aller Personenkilometer zurück. 4,8 Millionen Autos waren auf den Strassen unterwegs. Doppelt so viele wie noch 1980.
Die Bahn kam auf 18 Prozent, Busse und Trams zusammen auf 4 Prozent. Wer pendelt, einkauft oder in die Ferien fährt, sitzt also meistens im Auto.
Ein Fahrzeug, viele Nutzende
Nicht jedes Fahrzeug muss das eigene sein. Carsharing, Bikesharing, E-Bikes oder Lastenvelos können den Alltag flexibler machen. In der Podcast-Folge von EnergieSchweiz geht es darum, wie wir Velo, Auto und öffentlichen Verkehr im Alltag sinnvoll kombinieren können.
Pendeln: Diese Kantone sind das Ziel
Relativ zu den im Kanton wohnhaften Arbeitspendelnden gewannen vor allem Zug und Basel-Stadt Pendelnde hinzu: Sie hatten 2023 einen Pendlerüberschuss von mindestens 47,3 beziehungsweise 38,8 Prozent. Sie zogen also deutlich mehr pendelnde Arbeitskräfte an, als sie selbst wegschickten. Auch Zürich und Genf gewannen netto deutlich dazu.
Umgekehrt verloren vor allem Kantone in der Nähe grosser Jobzentren netto Pendelnde: Uri, Schwyz, Aargau, Basel-Landschaft und Freiburg. Ihre Arbeitskräfte fuhren öfter in einen anderen Kanton zur Arbeit, als von dort Pendelnde zu ihnen hereinkamen. Das ergibt Sinn: Sie liegen im Einzugsgebiet von Zürich, Zug, Basel-Stadt oder Bern.
