Bahnlinie Rheineck-Walzenhausen wird für 51 Millionen automatisiert
Die Appenzeller Bahnen haben Bauarbeiten für die Modernisierung der Bahnlinie von Rheineck SG nach Walzenhausen AR im Umfang von rund 27 Millionen Franken an die Firma Walo Bertschinger in Goldach SG vergeben. Die Modernisierung und Vollautomatisierung der Bahnstrecke mit neuem Zugfahrzeug kosten insgesamt rund 51 Millionen Franken.
Für den langfristigen Erhalt der Strecke und die Umstellung auf den führerlosen Betrieb seien umfassende Erneuerungen an der komplexen Bahninfrastruktur wie etwa Trassees, Tunnel, Brücken und Bahnübergänge nötig, teilten die Appenzeller Bahnen am Dienstag in einem Communiqué mit. Zudem brauche es ein neues digitales System, das die Züge überwacht und steuert.
Insgesamt kostet die Erneuerung der Bahninfrastruktur 38 Millionen Franken, wie eine Sprecherin der Appenzeller Bahnen gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Hinzu kommen 12,5 Millionen Franken für ein neues Fahrzeug, welches bei der Firma Stadler bestellt wurde. Dieses wird den heutigen Triebwagen aus dem Jahr 1958 ersetzen.
Mit diesen Investitionen werde sichergestellt, dass die 1,96 Kilometer lange Strecke während der nächsten 30 bis 50 Jahre «sicher, zuverlässig und wirtschaftlich betrieben werden kann», heisst es in der Mitteilung weiter.
Durch die Modernisierung entstehe die erste Bahn mit abschnittweisem Zahnradbetrieb der Welt, die komplett ohne Lokführer unterwegs ist und dabei nicht ausschliesslich in einem geschützten Tunnelbereich fährt, sondern etwa auch Bahnübergänge passieren muss, wie die Sprecherin weiter erklärte. Zu den vollautomatisierten Bahnen in der Schweiz zählen heute beispielsweise die Mühleggbahn in St. Gallen oder die Lausanner Metro.
Baustart soll Anfang 2027 erfolgen
Der offizielle Baustart und der damit verbundene Betriebsunterbruch der Linie sind für Anfang 2027 vorgesehen. Bereits ab September sollen Vorarbeiten stattfinden. Derzeit sei noch eine Plangenehmigungsverfügung des Bundesamts für Verkehr (BAV) in Prüfung.
Gemäss einer früheren Mitteilung der Appenzeller Bahnen sollen die Bauarbeiten rund ein Jahr dauern. Nach der Inbetriebnahme werden demnach die Fahrten vorerst begleitet. Später soll der Triebwagen unbegleitet verkehren. Mitarbeiter der Appenzeller Bahnen werden die Fahrten aus der Betriebszentrale überwachen und wenn nötig ferngesteuert in den Zugbetrieb eingreifen.
Die Bahn von Rheineck nach Walzenhausen fährt seit 1896 und war ursprünglich eine Standseilbahn. Die neue Bahn soll unter anderem eine Ausweitung der Betriebszeiten ermöglichen. (nil/sda)
