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Schweiz
Polizeirapport

Toter Junge beim Escher-Wyss-Platz: Eltern waren schon lang besorgt

Polizeirapport

Toter 5-Jähriger beim Escher-Wyss-Platz: Polizei untersucht drei Fahrzeuge

22.12.2022, 09:1022.12.2022, 16:22
ARCHIV -- ZUM GESCHAEFTSJAHR 2017 DER ZVV STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 26. JUNI 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Traffic at Escher-Wyss-Platz in Zuerich, Switzerland, on July 3, 2017.  ...
Bild: KEYSTONE

Passanten haben am Mittwochmorgen beim Escher-Wyss-Platz in Zürich einen toten Knaben gefunden. Die Stadtpolizei geht von einem Verkehrsunfall aus. Unfallursache und -hergang waren noch unklar. Der Todesfall war am Abend auch Thema im Stadtzürcher Parlament.

Laut neusten Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Unfallopfer um einen 5-jährigen Buben. Die bisherigen polizeilichen Ermittlungen führten zu einem Lastwagen und zwei Personenwagen, deren mögliche Verwicklung in den Unfall vertieft geprüft wird. Es gilt jedoch die Unschuldsvermutung.

Eine Sprecherin stellte klar, dass kein Tram involviert war. Der Tramverkehr war durch den Unfall stark beeinträchtigt worden und das von der Polizei aufgestellte weisse Zelt befand sich in unmittelbarer Gleisnähe. Es gilt als gesichert, dass der Junge zu Fuss unterwegs war und die Strasse, die vom Escher-Wyss-Platz in die Hardturmstrasse einbiegt, überqueren wollte.

Die Hinweise deuten zurzeit auf einen Autounfall mit Fahrerflucht hin; die Polizei kann sich vorerst dazu aber noch nicht äussern: «Bei solchen Ereignissen müssen wir zuerst die Familie über neue Ergebnisse der Ermittlungen informieren», sagt die Sprecherin gegenüber dem «Tagesanzeiger». Und es könne sein, dass der Fahrzeuglenker das Kind gar nicht bemerkt habe und deshalb weiter gefahren sei.

Sollte sich der Unfall tatsächlich als Fahrerflucht mit Todesfolge entpuppen, dürfte dies schwerwiegende Folgen für die Lenkerin haben: Dafür gibt es in der Schweiz bis zu drei Jahren Gefängnis. Im Jahr 2020 gab es schweizweit 162 Verurteilungen wegen Fahrerflucht, seit 1992 starben 69 Menschen daran.

Gemeinderätin Sandra Bienek (GLP) wies darauf hin, dass der Escher-Wyss-Platz mit seiner Verkehrsführung nach wie vor gefährlich sei. Er sei insbesondere auch für die Kinder heikel, die den Platz auf dem Schulweg kreuzen müssten. Die Eltern des toten Buben hatten sich bereits im Vorfeld für eine Verbesserung der Verkehrssituation und der Schulwegsicherheit eingesetzt. Zusammen mit anderen Eltern hatten sie mit den Kindern den Schulweg eingeübt.

Tatsächlich wird die Querung der Hardturmstrasse von Anwohnern schon länger als gefährlich bezeichnet. Wegen einer Rampenstütze ist die Sicht für Fussgänger eingeschränkt und Autos beschleunigen aufgrund einer Verengung an dieser Stelle. Die städtische Dienstabteilung Verkehr sieht das anders: Seit fünf Jahren habe es dort keinen Unfall gegeben.

Die Klärung der Todesursache des Buben wird durch das Institut für Rechtsmedizin vorgenommen, wie die Stadtpolizei mitteilte. Angehörige, Passanten und Einsatzkräfte wurden psychologisch betreut.

(sda/bal/aeg/cpf)

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