Ohne diese Apps wandere ich nicht mehr los
Wichtig: Mit dem Downloaden von Apps und dem Aufladen des Smartphones ist die Wandervorbereitung nicht getan. Du darfst dich auf Wanderungen nie nur auf dein Hosentelefon verlassen. Studiere die Route im Vorfeld sorgfältig, beobachte die Wetterentwicklung bereits einige Tage im Voraus und kläre Abkürzungen, Öffnungszeiten oder Verpflegungsmöglichkeiten. Eine gute, alte Wanderkarte schadet auch nie.
Aber wenn du unterwegs bist, so helfen diverse Apps oder digitale Dienste sehr oft. Zum Beispiel diese hier:
Falls du mal dringend musst
Seit dieser Wandersaison zeigt die Swisstopo-App die nächsten öffentlichen Toiletten an. Du musst dafür die «Base Map» wechseln und reinzoomen (oder im Suchfeld «öffentliche Toilette» eingeben).
Alternativ kannst du auch in der «aktuellen Kartenansicht» auf das Suchfeld tippen, dann erscheinen alle «Points of Interest» direkt unter dem Feld. Hier entdeckst du das WC-Symbol.
Besser unterwegs im besten Netz
Wetter und Route im Blick behalten, Berge erkennen und die zuhause Gebliebenen neidisch machen mit atemberaubenden Fotos. Für alles gibt's die passende App. Aber bist du auch im besten Netz unterwegs?
Hier gibt's Trinkwasser
Am gleichen Ort findest du auch das Brunnensymbol. Denn auch das kann die App: Sie zeigt dir in der «Base Map», wo sich der nächste Trinkbrunnen befindet. So irrst du auf der Suche nach Wasser nicht zu lange herum oder kannst deine Trinkflasche entspannt beim Start der Wanderung auffüllen, weil du im Vorfeld gesehen hast, dass es da Trinkwasser gibt.
Die beiden Funktionen können je nach Situation wahre Gamechanger sein. Wer noch mehr Abkühlung braucht: Auch Schwimmbäder können angezeigt werden.
Und hier eine feine Wurst
Wir bleiben in der Swisstopo-App: Die «Base Map» zeigt auch Feuerstellen an. Wie bei den oben genannten Punkten musst du auch hier reinzoomen. Die Daten kommen von Openstreetmap.
Und weil das gerade während der heissen Sommerwochen auch ein wichtiges Thema ist: Die aktuellen Bestimmungen für Waldbrandgefahren kannst du auf waldbrandgefahr.ch in Echtzeit nachschauen.
Für den Blick in die Ferne ...
Ein Klassiker: Peakfinder. Halte dein Smartphone auf die gewünschte Bergkette und dir werden alle Namen und Höhen angegeben. Seit das auch mit der Fotokamera funktioniert, ist es noch einfacher und beeindruckender geworden. Du erhältst auch Informationen zur Distanz des Berges und kannst mit dem «Vogel»-Symbol hinfliegen.
... und in die Nähe
Wer lieber in die Nähe schaut und all die prächtigen Blumen am Wegesrand bestimmen will: PlantNet ist meine App der Wahl. Foto machen, hochladen, vergleichen und bestimmen.
Die ganz genaue Bestimmung kann je nachdem schwieriger sein. Aber zumindest die Pflanzenfamilie findest du so immer heraus – und es gibt dann auch viele Informationen dazu.
Pärke entdecken
Wenn wir grad schon bei Bergen und Blumen sind: Kennst du die «SwissParks»-App? Hier findest du alle Infos wie Wanderwege oder Aktivitäten in den regionalen Naturpärken, dem Schweizerischen Nationalpark und Naturerlebnispärken der Schweiz. Ideal, um deinen Aufenthalt im nächsten Park zu planen.
Neue Wege finden
Natürlich: Routenapps dürfen nicht fehlen. Es gibt fast endlos viele Apps. Ich nutze Swisstopo und SchweizMobil am häufigsten. Hier kannst du auch unterwegs direkt Wanderrouten eingeben und erfahren, wie viel Zeit du ungefähr benötigst und wie viele Höhenmeter du bewältigen musst.
Natürlich planst du das am besten während der Vorbereitung, aber manchmal kann man so auch checken, ob sich ein spontaner Umweg auf einen Gipfel oder eine Abkürzung zum Ziel lohnt.
Und sehr wichtig: Aktuelle Sperrungen der Wanderwege werden hier auch angezeigt und beschrieben. Das ist der Vorteil gegenüber Apps wie Komoot oder Outdooractive. Wobei jene dafür wieder andere Vorteile ausweisen. Ich selbst bin einer der Contributors bei der neuen «Pick a Peak»-App mit kuratierten Wanderungen – natürlich auch super.
Hach, ich kann endlos Zeit damit verbringen, durch Landkarten zu swipen und neue Wege oder Ziele zu finden.
Damit dich kein Hund überrascht ...
Ein Thema bei Wanderern sind auch Herdenschutzhunde. Nicht wenige umgehen die Gebiete grossräumig, weil du da wissen musst, wie du dich verhalten sollst.
Damit du gar nicht erst in so eine Situation kommst – oder Links mit Verhaltensregeln findest –, kannst du beispielsweise bei Schweizmobil oder Swisstopo den entsprechenden Layer einblenden.
... und keine Schneefelder
Insbesondere im Frühling, Frühsommer oder Herbst sorgt in höheren Lagen Schnee immer wieder für Überraschungen. Denn nur weil es im Flachland schon aper und warm ist, kann in den Bergen je nach Höhenlage und Exposition noch bis weit in den Sommer hinein Schnee liegen.
Klar: Kleine Schneefelder an schattigen Orten werden hier nicht angezeigt. Aber der entsprechende Layer – beispielsweise von Swisstopo oder Schweizmobil – zeigt dir schon bei der Planung, ob die gewünschte Wanderung so umsetzbar ist.
Für die besten Aufnahmen aus der Luft ...
Es gibt auch noch weitere Layer, wie beispielsweise Wildschutzgebiete. Diese sind nicht nur im Winter wichtig, sondern auch im Sommer. Und damit zusammenhängend: Drohnenflugverbote. Respektiere diese unbedingt und verzichte gegebenenfalls auf Ausnahmen aus der Luft.
Wichtig dabei ist immer auch die Konsultation der Drohnenkarte des BAZL. Hier siehst du Flugverbotszonen – sei es wegen sensibler Regionen oder aus Sicherheitsgründen. Die Drohnenkarte kannst du auch auf Apps wie Swisstopo oder Schweizmobil einschalten.
… und damit da auch das Licht stimmt
Wenn wir schon bei Aufnahmen sind: Das richtige Licht ist hier natürlich entscheidend. Die besten Bilder gibt es immer rund um den Sonnenauf- oder -untergang. Damit du auch von jedem Punkt immer weisst, wann die Sonne aufgeht, hast du verschiedene Möglichkeiten.
Karten-Apps zeigen teilweise tagesaktuell die Zeiten an, falls du aber im Voraus planen willst, empfiehlt es sich, auf einer Website mit entsprechender Datumssuche die Daten herauszufinden. Hier ein Beispiel von sonnenverlauf.de für den 23. Juli 2026 auf dem Pilatus, mit allen Zeiten, dem Weg der Sonne, dem Sonnenstand und was du sonst noch wissen musst.
Um Büro-Gspändli zu ärgern
Die Foto-App muss ich dir ja nicht erklären. Sie gehört meist zu meinen meistgenutzten unterwegs. Geht es dir eigentlich auch so, dass du pro Wanderung 100 Bilder machst und diese dann nie mehr anschaust?
Damit wenigstens ein Bild angeschaut wird, bevor es in den Untiefen deiner Galerie verschwindet, schickst du es am besten deinen Büro-Gspändli und reibst ihnen dein Glück so richtig schön unter die Nase. Wahlweise auch mit dem allseits beliebten Hinweis «today's office».
Falls es mal länger dauert
Es kann ja auch durchaus vorkommen, dass du irgendwo auf einem Gipfel sitzt und die Zeit vergisst. Manchmal ist es auch einfach zu schön, den ursprünglichen Plan durchzuziehen. Oder vielleicht hattest du unterwegs ein Problem, das zu Verzögerungen führt.
Hast du auf einer Hütte reserviert und merkst, dass du deutlich später ankommst und wohl das Abendessen verpasst, ruf in diesem Fall schnell auf der Hütte an. So wissen alle, dass es dir gut geht und dich niemand suchen muss.
Das Gleiche gilt natürlich auch für zu Hause: Lass deine Liebsten per Nachricht oder Anruf wissen, wo du steckst. Berge sind wunderschön, aber sie stecken auch voller Gefahren. Wer nicht mit dabei ist, ist froh um eine Info.
Für schöne Erinnerungen
Wann hast du das letzte Mal eine Postkarte geschrieben? So richtig von Hand und mit Briefmarke? Ja, das geht heute auch digital und mit selbst gewähltem Sujet. Die «Postcard Creator»-App erlaubt dir eine Gratis-Postkarte pro Woche. Teile deine Freude mit jemandem.
Damit du wieder heimkommst
Wir haben die Swisstopo- und Schweizmobil-Apps schon mehrfach angesprochen. Was die auch können: Haltestellen des öffentlichen Verkehrs anzeigen. Aktiviere einfach den entsprechenden Layer.
Ich war schon einige Male froh, als ich gegen Ende der Wanderung noch herausfand, dass es in der Nähe eine Bushaltestelle gibt und ich mir einige Meter sparen kann.
Für Abkürzungen in entlegenen Gebieten
Manchmal helfen aber auch die öffentlichen Haltestellen nichts mehr. Doch dann gibt es immer noch Ruftaxis wie den Bus Alpin oder ähnliche Angebote. Diese musst du normalerweise im Voraus reservieren. Beispielsweise im Glarnerland von Tierfehd hoch zum Hintersand, von Rabius, Vrin oder Olivone Richtung Greinaebene oder auch von Bauma auf die Hulftegg.
Du wirst staunen, in was für verlassene Winkel es solche Busse für Wanderer hat. Informiere dich im Vorfeld.
Damit du es nie vergisst
Die Planung des Weges im Vorfeld ist das eine, aber oft machst du dann unterwegs doch noch kleine Anpassungen. Damit du auch sicher nicht vergisst, wo du genau durchgewandert bist, kannst du deine Strecke tracken.
Das geht natürlich auch mit diversen Fitnessuhren. Mir gefällt die App «Relive». Neben den Angaben zu Distanz und Zeit zeichnet diese deine Wanderung in 3D nach. Du kannst die Strecke dann auch mit Fotos oder Videos von unterwegs anreichern und diese genau dort in die Route einbinden, wo du die Aufnahme auch getätigt hast.
Besser unterwegs im besten Netz
Wandern ohne Smartphone? Kaum vorstellbar. Ausser natürlich man ist selbst eines. Hier gehen Smartphones auf Wanderung.
Damit du wirklich immer heimkommst
Zum Abschluss wichtig: Bereite dich auch auf den Notfall vor. Mit der Rega-App alarmierst du mit einem Wisch und sendest auch gleich deinen Standort mit. Die EchoSOS-App hat eine ähnliche Funktion (wie auch die Möglichkeit, eine Notfallkarte mit Angaben zu Medikamenten). Beide Apps greifen auf alle verfügbaren Netze zurück. Falls dein Anbieter also an deinem Standort ein Funkloch hat, können die Apps den Notruf auch via andere Anbieter nutzen.
Noch einen Schritt weiter geht die Uepaa-App. Sie kann per Bluetooth den Notruf an ein anderes Gerät eines Uepaa-Nutzers in der Nähe schicken (Peer-to-Peer-Netzwerk).
