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Autobahn A13: San-Bernardino-Strasse ab 5. Juli wieder offen

epa11438896 Guido Biaggio (C), Deputy Director of Switzerland's Federal Roads Office (FEDRO), in the company of Marco Fioroni (L), Head of FEDRO Bellinzona and Francesco Caggia (R), Head of Proje ...
Die Bauarbeiten bei Lostallo verlaufen gut.Bild: keystone

San Bernardino Autobahn ab Freitag wieder für Reiseverkehr offen

Der Wiederaufbau der nach Unwettern schwer beschädigten Autobahn A13 im Bündner Südtal Misox kommt gut voran. Eine einspurige Wiedereröffnung der San Bernardino Autobahn ist laut der Bündner Regierung nach wie vor für den Morgen des 5. Juli geplant. Derweil leidet die Wirtschaft unter der Strassensperrung.
03.07.2024, 09:59
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Voraussetzung für die planmässige Öffnung seien eine stabile Witterung und ein weiterhin reibungsloser Ablauf der Arbeiten, erklärte Regierungsrätin Carmelia Maissen (Mitte) am Dienstag in Chur beim monatlichen Medientreffen der Regierung. Vorgesehen sei, in beide Richtungen je eine Spur für den Regional- und den Transitverkehr zu öffnen.

Damit wird auch der Ferienverkehr in den Süden wieder über die San Bernardino Route rollen können. Weiterhin gesperrt bleibt die A13 für den Schwerverkehr. «Für die Hotellerie und die Gastronomie ist es eine Erleichterung, wenn die Transitstrecke wieder offen ist», sagte Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff (Mitte).

Die Kantonsstrasse wird ebenfalls freigegeben, voraussichtlich vom Norden bis Mesocco in beide Richtungen. Zwischen Mesocco und Grono bleibt sie aber weiterhin für den Transitverkehr gesperrt. Die Strasse wird so für die zahlreichen Lastwagen und schweren Maschinen freigehalten, die an den Räumungs- und Reparaturarbeiten beteiligt sind.

So sieht die A13 nach den heftigen Unwetter aus

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So sieht die A13 nach den heftigen Unwetter aus
In der Nähe von Lostallo, unterspülte der Fluss Moesa die Nationalstrasse A13 und riss die Fahrbahn auf einer Länge von 200 Metern weg.
quelle: keystone / samuel golay
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Hotellerie, Gastronomie und Landwirtschaft leiden

Der Bündner Gebäudeversicherung wurden aus dem Misox und dem Calancatal bisher 220 Gebäudeschäden gemeldet. Sie rechnet mit einem Schadensausmass von 8 bis 15 Millionen Franken. Noch nicht abschliessend beziffert sind Schäden an Strassen und Infrastruktur. Die schwer betroffene Gemeinde Lostallo beziffert den Gesamtschaden auf ihrem Gebiet auf 38 Millionen Franken.

Zudem wurde etwa ein Quadratkilometer Kulturland verschüttet. «Es ist fraglich, ob die ganze Fläche wieder hergestellt und bewirtschaftet werden kann», erklärte Caduff. Für einzelne Landwirtschaftsbetriebe könne das existenzbedrohend werden.

Vom Unwetter und dessen Folgen betroffene Unternehmen, insbesondere solche in der Gastronomie und Hotellerie, könnten beim Kanton Kurzarbeitsentschädigung beantragen, sagte der Volkswirtschaftsdirektor. Auch behördliche Massnahmen wie Strassensperrungen berechtigten unter bestimmten Umständen zum Bezug von Kurzarbeitsentschädigung.

Suche nach vermisster Person läuft weiter

Weiterhin wird im Misox nach einer nach den Unwettern vermissten Person gesucht. Die Suche laufe bis auf Weiteres, sagte Regierungsrat Peter Peyer (SP). Wie lange die Suche laufe und wo überall gesucht werde, stehe noch nicht fest, sagte der Justiz- und Sicherheitsdirektor.

Bisher forderten die Naturereignisse im Misox zwei Todesopfer. Eine weitere Person konnte lebend aus den Schuttmassen geborgen werden.

Ende vorletzter Woche hatte ein heftiges Unwetter zu Überschwemmungen und Erdrutschen im Südtal geführt. Die Autobahn A13 wurde vom Fluss Moesa auf einer Länge von 200 Metern weggerissen. Ein Murgang erfasste das Dorf Sorte der Gemeinde Lostallo und zerstörte Häuser, Strassen und andere Infrastruktur.

Grundsätzlich gingen die Menschen im Misox «recht gut» mit der Situation um, berichtete Caduff. Zusammen mit Peyer hatte er sich in Vertretung der Gesamtregierung am Montag vor Ort ein Bild über die Lage und die anstehenden Herausforderungen gemacht. Die Menschen hätten gemerkt, dass die Bewältigung des Naturereignisses gut strukturiert sei und gut funktioniere, sagte Peyer. (sda)

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Unwetter in der Schweiz
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Unwetter-Katastrophe im Tessin und Wallis
Die eingestürzte Visletto-Brücke bei Cevio im Maggiatal in der Südschweiz am Sonntag, 30. Juni 2024.
quelle: keystone / michael buholzer
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Heli-Evakuierung nach Naturkatastrophe im Tessin
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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Marjorie
02.07.2024 17:25registriert Mai 2021
Als ich die Bilder sah und las, dass die Autobahn diese Woche wieder befahrbar sein soll, war ich etwas skeptisch. Ich bin positiv überrascht, dass es wirklich geklappt hat, eine sehr sportliche Leistung. Vielen Dank auch an alle Helfer und Arbeiter, die sich voll reinhängen, super gemacht.
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Fred_64
02.07.2024 18:46registriert Dezember 2021
Danke an das ASTRA und alle Beteiligten!
Wo sind jetzt all die Motzi, welche gegen das ASTRA geschimpft haben, dass diese dies nie zustande bringen würden? 🤔
Klar haben andere gebaggert, aber hier ist Organisation das Wichtigste.
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derEchteElch
02.07.2024 18:45registriert Juni 2017
Und letzte Woche gab es Kommentare, die nach Chinesen geschrien haben oder dem Bund arbeiten von mehreren Monaten und Jahren unterstellt haben.

Wo sind jetzt all diese Nörgler?

Ich erwarte von all diesen Nörglern eine deutliche Entschuldigung, namentlich die User Sellbinder, Angelo Rizzi, fidget und roger_dodger oder weitere..
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