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Schweiz: Junge Städter fliegen am häufigsten in die Ferien

ARCHIVBILD ZU DEN QUARTALSZAHLEN VON SWISS --- Menschen warten am Flughafen auf ihren Abflug in die Ferien, aufgenommen am Freitag, 8. Juli 2022 auf dem Flughafen in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Jüngere Schweizerinnen und Schweizer fliegen öfter als die älteren.Bild: keystone

Trotz Klimakrise: Junge Städter fliegen am häufigsten in die Ferien

02.05.2024, 09:40
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Das beliebteste Verkehrsmittel für private Reisen ist laut Comparis trotz Klimakrise das Flugzeug. 46 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz wollen 2024 in die Ferien fliegen. Gut ein Drittel fährt mit dem Auto in die Ferien, nur knapp 15 Prozent mit dem Zug.

Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Vor allem Junge, Urbane und Einkommensstarke steigen ins Flugzeug.

Die Ergebnisse der bei über 1000 Personen im April durchgeführten Umfrage zeigen einen Generationenunterschied: 51,6 Prozent der 18- bis 35-Jährigen gaben an, in die Ferien fliegen zu wollen, verglichen mit nur 43,2 Prozent der über 56-Jährigen.

Voraussichtlich mindestens zweimal in diesem Jahr wollen 54 Prozent der Jüngeren fliegen, im Gegensatz zu nur 38 Prozent der älteren Generation. Nur jede fünfte Person zwischen 18 und 35 Jahren will dieses Jahr ganz aufs Fliegen verzichten. Bei den über 56-Jährigen sind es fast doppelt so viele (38 Prozent).

Städter fliegen mehr

Die Wahl des Verkehrsmittels hängt auch von der Wohnlage ab. In urbanen Gemeinden bevorzugen 50,2 Prozent das Flugzeug für ihre Ferien. Bei der ländlichen Bevölkerung sind es 41,4 Prozent. Comparis-Mobilitätsexperte Adi Kolecic ortet hier «eine bemerkenswerte Kluft zwischen der umweltpolitischen Einstellung und dem tatsächlichen Verhalten der Stadtbewohnerinnen und -bewohner».

Das zweitwichtigste Verkehrsmittel für Ferienreisen ist das Auto - besonders in ländlichen Regionen. 34,4 Prozent der Befragten nutzen das Auto für ihre Ferien. In den ländlichen Regionen sind es 41,9 Prozent, gegenüber nur 25,3 Prozent aus urbanen Gebieten.

Auf dem Land fährt man Auto

Viele Städter besässen kein eigenes Auto. Deshalb überrasche es nicht, dass Personen in ländlichen Gemeinden und in der Agglomeration häufiger mit dem Auto in die Ferien fahren würden, stellte Kolecic fest.

Die Comparis-Umfrage zeigte zudem, dass niedrigere Einkommensschichten tendenziell den Zug bevorzugen (24,5 Prozent). Bei den höheren Einkommensschichten waren es nur 8,7 Prozent. Der Grund dafür dürfte sein, dass die Distanz zum Reiseziel bei der Wahl des Verkehrsmittels eine zentrale Rolle spielt und Einkommensschwache häufiger in der Schweiz Ferien machen. (pre/sda)

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300 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Madison Pierce
02.05.2024 10:00registriert September 2015
Es gibt ein passendes italienisches Sprichwort: "Tra il dire e il fare c’è di mezzo il mare." "Zwischen Sagen und Machen liegt das Meer."

Ich kenne Leute, die würden am liebsten Autos verbieten, verursachen durch ihre Ferienflüge aber mehr CO2-Ausstoss als viele Autofahrer.

Leider ist Fliegen zu günstig und zu einfach. Die Buchung einer Zugreise nach Rom benötigt viel Geduld, es gibt keine Platzwahl und ist relativ teuer. Der Flug ist innert Minuten gebucht, inkl. freier Platzwahl und ist erst noch günstiger.
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Füdlifingerfritz
02.05.2024 10:07registriert März 2018
Wer hätte das erwartet. Die, welche am lautesten schreien und die bösen Boomer für alles verantwortlich machen, sorgen selbst am meisten für gehörig viel CO2-Ausstoss. Intressant wäre auch die politische Ausrichtung der Vielflieger. Ich glaube kaum, dass da viele SVPler dabei sind, da diese sich oft kaum für andere Länder interessieren. Es werden wohl eher linke, vielfach studentische Leute sein, welche die Welt sehen wollen. Verständlich. Aber auch zu schön, diese Doppelmoral. Aber wie eingangs gesagt... überraschen sollte das niemanden.
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du_bist_du
02.05.2024 11:57registriert Mai 2020
Teilweise sind die Kommentare halt auch voller Doppelmoral, sobald es um das eigene Klientel geht. Da wird angeprangert, dass weltweit der Strassenverkehr das grössere Problem sei. Ok, bislang hiess es aber immer, dass wir eine Vorreiterrolle einnehmen sollen und es rechtes Framing sei, wenn man sagt, dass Massnahmen in der Schweiz nichts ändern.
Des Weiteren ist es einfach lustig und tragisch zugleich, wenn man jedem Pendler auf dem Land in jeder Diskussion das Auto verbieten will, sein "Bildungsflügli" nach Südamerika ist aber natürlich super legitim.
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