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SRF verrät Wohnort von Wemmse und muss Beitrag löschen

Instagram @wemmse
Wemmse ist eine der bekanntesten Internetpersönlichkeiten der Schweiz.Bild: Instagram

SRF verrät Wohnort von Influencerin Wemmse – und muss Beitrag löschen

Die Influencerin Wemmse lebt von der Öffentlichkeit – und schützt zugleich ihr Privatleben. Ausgerechnet «10 vor 10» hat diese Grenze nun verletzt.
17.08.2026, 15:1717.08.2026, 15:17
Michael Graber
Michael Graber

Es ist einigermassen absurd: Im Beitrag von «10 vor 10» wird gleich mehrfach und sehr offensiv betont, dass Wemmse nicht will, dass ihr Nachname und ihr Wohnort bekannt werden. Als der Reporter zu ihr in die Wohnung kommt, deckt die junge Influencerin sogar das Klingelschild ab. Absurd ist es deshalb, weil vorher derselbe Reporter, der später komplettes Verständnis für Wemmses Wünsche äussert, sich beim Spaziergang durchs Quartier filmen lässt und auch das Wohnhaus von Wemmse von aussen zeigt. Mit minimalen Ortskenntnissen und Street View ist innert weniger Minuten die Adresse gefunden.

Kaum gesendet, war der Beitrag schon wieder gelöscht. «In einem Beitrag war in einer Einstellung versehentlich der Wohnort der Influencerin Wemmse erkennbar, was nicht den im Vorfeld getroffenen Abmachungen entsprach», schreibt SRF auf Anfrage. «Ich habe noch nie jemanden porträtiert, der so viele Ängste hat wie du», sagt der Reporter gleich zu Beginn des Beitrags und nimmt dann diese offensichtlich doch nicht ernst.

«Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes haben wir die Sequenz entfernt und den Beitrag entsprechend neu geschnitten. Der aktualisierte Beitrag wird in Kürze wieder auf dem Player verfügbar sein», schreibt die Medienstelle von SRF. Mittlerweile ist der Beitrag wieder online. Ohne Aussenansicht des Wohnhauses. Dafür mit sehr viel Wemmse.

Wemmse verdient ihr Geld mit der Öffentlichkeit, die sie doch so scheut. Sie ist Influencerin. «junge dame mit mitteilungsbedürfnis» steht auf ihrem Instagram-Profil. 621K Followers. Das steht für 621'000 Menschen, die ihr auf dieser Plattform folgen. «emma :)» steht noch da und «23 DKCH». Das steht für Vorname, sonniges Gemüt, 23 Jahre und dänisch-schweizerische Herkunft. Auf TikTok folgen ihr noch einmal so viele Leute.

In ihren Videos berichtet sie aus ihrem Leben, erklärt Menschen in Deutschland und Österreich schweizerdeutsche Begriffe wie «brunze» oder «flicke» durchaus witzig und gibt mit vielen Anglizismen Einblick in ihr Leben. Das besteht aus wahnsinnig vielen Kooperationen. Mal mit einem Kleider-Onlinehändler, mal mit einem Vitamin-Drink-Hersteller und mal mit Schweiz-Tourismus. Dabei posiert sie auch mal mit Roger Federer und soll so Menschen via virtuelle Welt in die echte Schweiz locken.

Ausbildung zur Primarlehrerin

Davon lebt Wemmse. Und zwar gut. In einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» macht sie Kassensturz auf eine höchst schweizerische Art: Sie verdiene mehr als der Medianlohn, aber weniger als eine Bundesrätin. Der Schweizer Medianlohn beträgt 85'000 Franken, ein Magistrat verdient rund 500'000 Franken. Die Wahrheit dürfte näher beim Bundesrat als beim Median liegen. Sie macht auch eine Ausbildung zur Primarlehrerin und unterrichtet gemäss mehreren Medienbeiträgen Teilzeit.

Mit insgesamt einer Million Followern gehört Wemmse zwar nicht zu den absoluten Top-Shots der Schweizer Influencer-Szene. Gerade bei jungen Menschen hat sie aber einen Bekanntheitsgrad, der sie nicht nur zur attraktiven Werbepartnerin, sondern auch zu einer Art Star macht. Zu einem Star allerdings, dessen Geschäftsmodell darauf beruht, keiner zu sein. Wemmse verkauft keine Unerreichbarkeit, sondern Nähe: Sie erzählt aus ihrem Leben, spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wirkt wie die junge Frau von nebenan.

Nur ist dieses Nebenan eine sorgfältig gezogene Grenze. Man darf Wemmse beim Leben zuschauen, aber man soll nicht wissen, wo dieses Leben tatsächlich stattfindet. Das ist weniger widersprüchlich, als es zunächst scheint. Es ist vielleicht sogar die Voraussetzung für diese neue Form von Prominenz: Nähe auf dem Bildschirm, Distanz vor der Haustür. (schweizheute.ch)

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108 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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wydy
17.08.2026 15:39registriert Februar 2016
Naja es ist etwas verständlich, dass sie ihre private Adresse nicht herausgeben will. Man nehme nur mal Drachenlord als Beispiel. Es reicht nur eine Person, die ihr schaden will und sie kann grössere Probleme kriegen.
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dmark
17.08.2026 15:26registriert Juli 2016
Wie jetzt? Wohnort?
Ich dachte bislang immer, dass diese ganzen Influencerlinge im Internet wohnen.
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Nick Name
17.08.2026 15:57registriert Juli 2014
Die Schreibe dieses Artikels sollte wohl «flott» sein oder ähnlich – ich finds bloss etwas befremdlich.
- «Dafür mit sehr viel Wemmse» – in einem Beitrag über Wemmse? Nein, sowas aber auch!
- «Wemmse verdient ihr Geld mit der Öffentlichkeit, die sie doch so scheut.» Nur weil sie ihre Wohnadresse nicht öffentlich machen will, scheut sie die Öffentlichkeit «so»? Äh … Auch der Schreibende dieses Artikels verdient sein Geld mit Öffentlichkeit. Wo ist seine Wohnadresse?
- «Das [Wemmses Leben] besteht aus wahnsinnig vielen Kooperationen.» Nein, nicht ihr Leben. Das Influencen. Ja, das ist so … Und?
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