«Wir sind eine breite Partei»: Die Reaktionen aus der SP zum Austritt von Jositsch
Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch hat entschieden, aus der SP auszutreten. Dies erklärte der 61-Jährige an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Erste SP-Exponentinnen haben sich bereits dazu geäussert – eine Übersicht.
SP Kanton Zürich
Darauf angesprochen, dass das Zürcher Stimmvolk Daniel Jositsch dreimal im ersten Wahlgang in den Ständerat wählte und es deshalb eine grosse Herausforderung sein wird, als SP-Kandidatin oder -Kandidat gegen ihn anzutreten, sagt Jean-Daniel Strub, Co-Präsident der SP Kanton Zürich gegenüber watson: «Daniel Jositsch ist sehr beliebt und er hat die letzten Male sehr gute Resultate erzielt. Allerdings hat er dies noch als Kandidat der SP getan.» Es werde sich zeigen, wie sich die Ereignisse der letzten Wochen und Monate auf die Wahl auswirken werden.
Daniel Jositsch hatte seine Entscheidung, die SP zu verlassen, unter anderem damit begründet, dass es seiner Ansicht nach keinen Platz mehr für sozialliberale Positionen gebe innerhalb der Partei. Strub widerspricht: «Gerade bei der Delegiertenversammlung von letzter Woche ist die ganze Breite der Positionen, die die SP ausmachen, zur Sprache gekommen. Die sozialliberalen Positionen standen zu keinem Zeitpunkt zur Disposition».
Weiter stellte die Kantonalpartei klar, dass man noch nicht wisse, mit welcher Kandidatur man zu den Ständeratswahlen 2027 antreten werde. Dieser Entscheid werde erst am 22. Mai fallen. «Wir wollen den Zürcher Ständeratssitz mit einer sozialdemokratischen Kandidatur verteidigen», so Co-Präsidentin Michèle Dünki-Bättig.
Die Delegierten der Zürcher SP hatten vergangene Woche mit 109 zu 94 Stimmen entschieden, den 61-jährigen Jositsch nicht mehr für die Ständeratswahlen aufzustellen. Im Vorfeld hatte Nationalrätin Jacqueline Badran eine Kandidatur angedeutet.
Cédric Wermuth, SP-Co-Präsident
Der Co-Parteipräsident der Genossen hält sich kurz. Er sagt gegenüber watson:
Mattea Meyer, SP-Co-Präsidentin
Deutlichere Worte als ihr Präsidiumskollege findet Mattea Meyer. Die Co-Chefin der SP sagt gegenüber «20 Minuten» zwar ebenfalls, man nehme es zur Kenntnis und danke Jositsch für die Zusammenarbeit. Gleichzeitig widerspricht sie aber auch seiner Darstellung, sozialliberalere Meinungen würden in der SP nicht toleriert.
«Wir sind eine breite Partei, in der von Eva Herzog bis Tamara Funiciello viele Positionen Platz haben», sagt Meyer. «Was uns eint, sind unsere gemeinsamen Werte und die Freude an der Debatte.»
Samira Marti, SP-Co-Fraktionschefin
Auch Samira Marti, Co-Fraktionschefin der SP, hat sich zum Fall geäussert. Sie nehme den Entscheid, die Partei und die Fraktion zu verlassen, so zur Kenntnis, sagt sie gegenüber «20 Minuten».
Zudem danke sie ihm für sein Engagement in der SP-Fraktion in den letzten Jahren. Gleichzeitig sagt Marti aber auch: «Reisende sollte man ziehen lassen.» Mehr habe sie dazu nicht zu sagen.
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(dab, mit Material von Keystone-SDA)
