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Daniel Jositsch verlässt SP: Die Reaktionen aus der Partei

Daniel Jositsch, Staenderat SP ZH schaut auf seine Uhr an einer Medienkonferenz ueber seine politische Zukunft am Donnerstag, 4. Juni 2026 in Zuerich. Er verkuendet seinen Austritt aus der Partei und  ...
Daniel Jositsch vor seiner Pressekonferenz am Donnerstag.Bild: keystone

«Wir sind eine breite Partei»: Die Reaktionen aus der SP zum Austritt von Jositsch

04.06.2026, 14:5004.06.2026, 17:12

Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch hat entschieden, aus der SP auszutreten. Dies erklärte der 61-Jährige an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Erste SP-Exponentinnen haben sich bereits dazu geäussert – eine Übersicht.

SP Kanton Zürich

Darauf angesprochen, dass das Zürcher Stimmvolk Daniel Jositsch dreimal im ersten Wahlgang in den Ständerat wählte und es deshalb eine grosse Herausforderung sein wird, als SP-Kandidatin oder -Kandidat gegen ihn anzutreten, sagt Jean-Daniel Strub, Co-Präsident der SP Kanton Zürich gegenüber watson: «Daniel Jositsch ist sehr beliebt und er hat die letzten Male sehr gute Resultate erzielt. Allerdings hat er dies noch als Kandidat der SP getan.» Es werde sich zeigen, wie sich die Ereignisse der letzten Wochen und Monate auf die Wahl auswirken werden.

Jean-Daniel Strub, Co-Praesident SP Kanton Zuerich, spricht an einer Medienkonferenz zu den kantonalen Wahlen vom April 2027, am Dienstag, 6. Januar 2026 in Zuerich. Regierungsraetin Jacqueline Fehr t ...
Jean-Daniel Strub, Co-Präsident der SP Kanton Zürich.Bild: keystone

Daniel Jositsch hatte seine Entscheidung, die SP zu verlassen, unter anderem damit begründet, dass es seiner Ansicht nach keinen Platz mehr für sozialliberale Positionen gebe innerhalb der Partei. Strub widerspricht: «Gerade bei der Delegiertenversammlung von letzter Woche ist die ganze Breite der Positionen, die die SP ausmachen, zur Sprache gekommen. Die sozialliberalen Positionen standen zu keinem Zeitpunkt zur Disposition».

Weiter stellte die Kantonalpartei klar, dass man noch nicht wisse, mit welcher Kandidatur man zu den Ständeratswahlen 2027 antreten werde. Dieser Entscheid werde erst am 22. Mai fallen. «Wir wollen den Zürcher Ständeratssitz mit einer sozialdemokratischen Kandidatur verteidigen», so Co-Präsidentin Michèle Dünki-Bättig.

Die Delegierten der Zürcher SP hatten vergangene Woche mit 109 zu 94 Stimmen entschieden, den 61-jährigen Jositsch nicht mehr für die Ständeratswahlen aufzustellen. Im Vorfeld hatte Nationalrätin Jacqueline Badran eine Kandidatur angedeutet.

Cédric Wermuth, SP-Co-Präsident

Der Co-Parteipräsident der Genossen hält sich kurz. Er sagt gegenüber watson:

«Wir nehmen das zur Kenntnis und bedanken uns bei Daniel Jositsch für die Zusammenarbeit in den letzten Jahren.»
Nationalrat Cedric Wermuth, SP-AG, spricht waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 2. Juni 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Cédric Wermuth bedankt sich bei Daniel Jositsch.Bild: keystone

Mattea Meyer, SP-Co-Präsidentin

Deutlichere Worte als ihr Präsidiumskollege findet Mattea Meyer. Die Co-Chefin der SP sagt gegenüber «20 Minuten» zwar ebenfalls, man nehme es zur Kenntnis und danke Jositsch für die Zusammenarbeit. Gleichzeitig widerspricht sie aber auch seiner Darstellung, sozialliberalere Meinungen würden in der SP nicht toleriert.

«Wir sind eine breite Partei, in der von Eva Herzog bis Tamara Funiciello viele Positionen Platz haben», sagt Meyer. «Was uns eint, sind unsere gemeinsamen Werte und die Freude an der Debatte.»

Co-Praesidentin Mattea Meyer spricht am Parteitag der SP Schweiz am Samstag, 25. Oktober 2025 in der Stadthalle in Sursee. (KEYSTONE/Philipp Schmidli)
Mattea Meyer sieht bei der SP diverse Positionen vertreten.Bild: keystone

Samira Marti, SP-Co-Fraktionschefin

Auch Samira Marti, Co-Fraktionschefin der SP, hat sich zum Fall geäussert. Sie nehme den Entscheid, die Partei und die Fraktion zu verlassen, so zur Kenntnis, sagt sie gegenüber «20 Minuten».

Co-Fraktionschefin und Nationalraetin Samira Marti, SP-BL, spricht beim Jahresauftakt-Apero der SP Schweiz, am Mittwoch, 14. Januar 2026 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Samira Marti, Co-Fraktionschefin der SP.Bild: keystone

Zudem danke sie ihm für sein Engagement in der SP-Fraktion in den letzten Jahren. Gleichzeitig sagt Marti aber auch: «Reisende sollte man ziehen lassen.» Mehr habe sie dazu nicht zu sagen.

Artikel wird laufend ergänzt ...

(dab, mit Material von Keystone-SDA)

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110 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Senior58
04.06.2026 15:04registriert März 2020
Träumt weiter - Dieser Ständeratssitz ist devinitiv für die SP verloren gegangen. Daran wird auch Frau Badran, wenn sie dann kandidiert, nichts ändern können.
Klar ist nun auch, dass der Sozial-Liberale Flügel der SP nicht länger existiert und die Partei ganz am Linken Rand steht, angeführt und dominiert von aktiven- und ehemaligen Jusos.
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OrDa84
04.06.2026 15:07registriert August 2021
Tja, da hat sich die Parteispitze um die ganzen Ex-Jusos und Extremlinken aber wohl gehörig ins eigene Fleisch geschnitten.
So kann man eine Partei auch an die Wand fahren.
Um die Verantwortlichen tut es mir nicht wirklich leid. Ich befürchte jedoch, dass ein solches Verhalten immer mehr Stimmbürger in Richtung der SVP oder anderer rechten Parteien vergrault, was auf Linker Seite eigentlich in niemandes Interesse sein kann / sein sollte.
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naturwald
04.06.2026 15:12registriert Oktober 2023
"Gleichzeitig sagt Marti (SP) aber auch: «Reisende sollte man ziehen lassen.»
Das könnte jedoch eine grössere Reisegruppe werden, welche die Reissleine zieht und frohen Herzens weiterzieht.
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