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Daniel Jositsch: Warum die SP Zürich ihn nicht mehr in Ständerat will

KEYPIX - Daniel Jositsch spricht mit Parteikollegen vor der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SP Kanton Zuerich am Donnerstag, 28. Mai 2026, im Reformierten Kirchgemeindehaus Schwamendinge ...
Hat das Ergebnis bereits kommen sehen: SP-Ständerat Daniel Jositsch.Bild: keystone

Jositsch zur SP-Abfuhr: «Die Parteispitze versucht, die Leute auf eine Linie zu trimmen»

29.05.2026, 10:4429.05.2026, 10:44

Die SP Zürich will den amtierenden Ständerat Daniel Jositsch an den Wahlen 2027 nicht mehr zur Kandidatur aufstellen. Mit 94 zu 109 Stimmen entschieden sich die Delegierten gegen den Rechtsprofessor. Nach der Niederlage beantwortete Jositsch noch Fragen der NZZ.

Daniel Jositsch begrüsste die Delegiertenversammlung, obwohl er über zwei Stunden lang kritisiert wurde. Er hätte es angenehm gefunden, weil es zur direkten Konfrontation gekommen sei, sagt er der NZZ.

Auf die Frage, ob mehr Demut seinerseits zu einer Wiederwahl geführt hätte, meint Jositsch, dass er bewusst so gehandelt habe. «Wo Jositsch draufsteht, ist Jositsch drin – take it or leave it. Und wenn ihr ihn nehmt, dann lasst mich nachher in Ruhe.»

Daniel Jositsch stimmt mit seiner roten Abstimmungskarte an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SP Kanton Zuerich am Donnerstag, 28. Mai 2026, im Reformierten Kirchgemeindehaus Schwamend ...
94 von 203 Delegierten stimmen für Daniel Jositsch als Ständeratskandidaten der SP Zürich.Bild: keystone

So habe er auch geahnt, dass es nicht reichen würde, gesteht er der NZZ. «Die Nomination wäre für mich die grössere Überraschung gewesen.» Da die Parteidelegierten linker als deren Wähler seien, wären 94 Stimmen fast noch erfreulich.

Dass Jacqueline Badran als Ersatzkandidatin bereitstand und somit wohl seine Nicht-Nomination besiegelte, empfindet Jositsch als legitim. Er hätte nichts gegen Leute, die ehrgeizig sind. Diese Eigenschaft werde ihm ja selbst oft zugeschrieben, sagt er. «Und ich weiss schon lange, dass Jacqueline Badran den Ständeratssitz will. Die Frage ist jetzt, ob ich ihn ihr überlasse. Das werde ich jetzt für mich entscheiden.»

KEYPIX - Nationalraetin Jacqueline Badran, SP-ZH, soricht an der Sondersession Mieten an der Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 18. Maerz 2026, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneid ...
Wird sie Jositschs Nachfolgerin als Zürcher Ständerätin? Jacqueline Badran.Bild: keystone

Druck von der Parteiführung

Auffällig an der Diskussion war, dass kein einziges Fraktionsmitglied aus Bern am Rednerpult sprach. «Ich nehme es so wahr, dass man in der Parteispitze versucht ist, die Leute auf eine Linie zu trimmen», sagt Jositsch der NZZ. Deshalb würden sich viele nicht trauen, eine abweichende Position zu beziehen.

Unter vier Augen hätten viele ihr Bedauern ihm gegenüber geäussert und ihm versichert, sie hätten für ihn gestimmt, sagt der SP-Politiker. «Andere sagten, sie hätten das eigentlich auch tun wollen, aber ich wisse ja … Als Nationalrat ist man halt sehr abhängig, weil man wieder auf die Wahlliste der Partei kommen muss und einen Sitz in einer Kommission will», sagt Jositsch.

Daniel Jositsch (links) bekommt zum Teil Standing Ovations nach seiner Nichtwahl durch die SP waehrend der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SP Kanton Zuerich ueber die Nomination fuer die ...
Daniel Jositsch scheint trotz der verpassten Wahl noch einige Unterstützer in der SP zu haben.Bild: keystone

Der sozialliberale Flügel der SP

Gegen die Darstellung einer SP, die immer weiter nach links rutsche, habe er sich bisher immer gewehrt, sagt Jositsch. Seiner Ansicht nach hätte der sozialliberale Flügel auch stets einen Platz in der SP gehabt. «Aber das Signal ist jetzt ein anderes. Ich bin ja der letzte Vertreter, der noch ein hohes Amt innehat», meint er gegenüber der NZZ. Der sozialliberale Flügel sei dennoch nicht tot. Dies zeige sich durch die 94 von 203 Delegierten, die fanden, Jositsch soll weitermachen. (nil)

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Weiterdenker
29.05.2026 11:18registriert November 2015
Immerhin weiss man immer mehr, woran man ist, wenn man SP wählt. Ihre Linksverschiebung ist schon seit einiger Zeit recht offensichtlich, mit der Entlassung ihres weniger linken Personals verliert sie immer mehr Möglichkeiten, von mir gewählt zu werden und ich denke, es geht wohl nicht nur mir so. Es würde mich nicht wundern, wenn die SP in mittlerer Zukunft zu einer Kleinpartei schrumpfen würde, wenn sie nur noch ihr tieflinkes Klientel bedient. Ich hoffe, dass es bald eine sozialliberale Partei gibt, die für mich definitiv wählbarer ist als die immer mehr in einer Scheinwelt versinkende SP.
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Katerchen
29.05.2026 11:17registriert März 2023
Jositsch braucht keine Partei um in Zürich wider in den Ständerat gewählt zu werden.
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Karl33
29.05.2026 11:07registriert April 2015
Dass Badran vor der Versammlung kundgetan hat, dass sie bei einer Nomination für den Ständerat kandidieren würde, war natürlich Teil des Spiels des linken Flügels.

Hätte nie von Badran gedacht, dass sie solche Intrigen mitmachen würde. So sehr ich ihren Einsatz für die Mieter schätze: Auf Ihre Pensionierung hin sich mit solchen Ränken einen Ständeratssitz holen zu wollen, ist unterirdisch.

Meine Stimme, die sie auf sicher gehabt hätte, wird sie bei dieser Wahl nicht kriegen.
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