Schweiz
SVP

Ein Parteikollege bremst Natalie Rickli mit Mail aus.

ARCHIV --- Nationalraetin Natalie Rickli (SVP/ZH) an der Abdankungsfeier des Glarner alt Staenderates This Jenny (SVP), am Freitag, Rickli stellt sich nicht fuer eine Staenderatskandidatur zur Verfueg ...
Bild: KEYSTONE

Mit diesen Macho-Fragen will ein Parteikollege SVP-Rickli ausbremsen

Um sich vor der SVP-Delegiertenversammlung besser zu stellen, verschickte Christian Lucek eine E-Mail, in der er seine Parteikollegen auffordert, Natalie Rickli Fragen zu ihrem Zivilstand und der Familienplanung zu stellen.
11.09.2018, 11:5504.02.2019, 10:03

Am Dienstagabend trifft sich die Zürcher SVP zur Delegiertenversammlung. Besprochen werden soll unter anderem, wer im März 2019 die Nachfolge von Markus Kägi im Regierungsrat antreten soll. Zur Wahl stehen die Nationalrätin Natalie Rickli und der Zürcher Kantonsrat Christian Lucek. 

Rickli gilt als Favoritin, das weiss auch Lucek. Um seine Parteikollegin auszubremsen und so seine eigenen Chancen auf eine Nomination zu erhöhen, hat er nun eine E-Mail an ausgewählte SVP-Delegierte geschickt. Darin gibt er Tipps, mit welchen Fragen man Rickli in einer Diskussion konfrontieren könnte. Diese E-Mail liegt dem Tages-Anzeiger vor.

Christian Lucek.
Christian Lucek.bild: zvg

Unter der Überschrift «Mögliche Aufhänger für eine Diskussion» gibt Lucek den Tipp, man solle Rickli nach dem Zivilstand fragen und eventuell auch nach der Familienplanung. Auch rät er, an der Delegiertenversammlung auf die Burn-out-Erkrankung von Rickli zu zielen, die sie 2012 erlitten hatte. Er schreibt: «Hübsches Wahlplakat ist das eine, aber es geht vor allem darum, während möglichst acht Jahren in einem 16-Stunden-Knochenjob harte Arbeit zu leisten.» Man solle auch folgende Frage stellen: «Wollen wir vier Frauen im Regierungsrat?»

Bild
screenshot: tages-anzeiger

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärt sich Lucek, es seien alles Fragen, welche die Basis beschäftigen, entsprechende Reaktionen erhalte er immer wieder in Gesprächen mit der Bevölkerung. Die Frage, ob man vier Frauen im Regierungsrat wolle, sei ernst gemeint. Schliesslich habe es durchaus schon schwierige Situationen in der Regierung gegeben, «weil es in der Psychologie anders gespielt hat». Damit spielt er auf einen Zwist der früheren Regierungsrätinnen Rita Fuhrer (SVP) und Dorothée Fierz (FDP) an.

In seiner E-Mail gibt Lucek den Delegierten gleich auch noch Tipps, wie Angriffe auf seine Person pariert werden können. Sollte beispielsweise behauptet werden, dass er als Berufsmilitär als «Militärkopf» gelte, der nur befehlen könne, rät er zur Reaktion: «Moderne militärische Führungsausbildung auf dieser Stufe findet nicht im Schützengraben statt.» Auch falls Fragen nach Luceks nicht schweizerisch klingendem Namen auftauchen, könne geantwortet werden: «Grossvater aus dem damaligen Böhmen 1915 in Bern eingebürgert, Grossmutter Marie Zürcher, Vater und Onkel leisteten Aktivdienst.»

Bild
screenshot: tages-anzeiger

Natalie Rickli hat sich zum E-Mail-Verkehr bisher nicht geäussert. 

(sar)

Giacobbodcast mit Natalie Rickli

Video: watson

Gruppenbild ohne Dame – so männlich sind Kantonsregierungen

1 / 23
Gruppenbild ohne Dame – so männlich sind Kantonsregierungen (10.03.2019)
Frauen haben es bis heute schwer, in der Schweiz in politische Ämter gewählt zu werden. Insgesamt stellen sie in den Kantonen bloss 25 Prozent aller Regierungsmitglieder. Sechs Kantone werden derzeit vollständig von Männern regiert. So ist etwa der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden seit dem Rücktritt von Marianne Koller (FDP) im März 2017 frauenfreie Zone. ... Mehr lesen
quelle: keystone / gian ehrenzeller
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Noch einmal fast 30 Grad – doch der Oktober bringt Abkühlung
Der Sommer will und will sich nicht verabschieden. Das Thermometer klettert auch Ende September noch einmal auf fast 30 Grad. Metereologoe Simon Eschle vom SRF-Meteo schreibt: «Nein, kein Tippfehler: Heute gibt es 25 bis 29 Grad.»
Zur Story