Sie sind wieder da: Nosferatu-Spinnen dringen in die Wohnungen ein
Es ist Herbst. die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und das Leben verschiebt sich langsam wieder ins Innere – auch für Spinnen. Eine Spinnenart löst bei vielen ihrer Betrachter besonders negative Gefühle aus: Die Nosferatu-Spinne.
«Ausgewachsene Nosferatu-Spinnen sind im Herbst auf Partnersuche. Weil sie häufiger unterwegs sind, werden sie auch öfters in unseren Häusern und Wohnungen entdeckt», sagt Andrea Oelhafen von der Umweltberatung Luzern auf Anfrage. In den warmen Wohnungen und Häusern treffen die Spinnen nicht selten auf verängstigte Bewohner.
Bei einer Grösse von bis zu fünf Zentimetern, ihrem schauderhaften Namen und den Gerüchten rund um ihre Spezies, werden noch manche Knie weich. Doch Nosferatu-Spinnen sind um einiges harmloser, als es ihr Name und Aussehen vermuten lassen.
Die harmlose Giftspinne
Die Nosferatu-Spinne ist giftig. Sie ist eine der wenigen Spinnenarten in der Schweiz, welche die menschliche Haut an weniger dicken Stellen durchdringen kann. Die Reaktion auf ihre giftigen Bisse, ist laut der Umweltberatung Luzern jedoch vergleichbar mit einem Mückenstich. In den allermeisten Fällen entscheiden sich Nosferatu-Spinnen beim Zusammentreffen mit Menschen statt für den Bissangriff, für die Flucht.
Entdeckt man eine Nosferatu-Spinne, kann man mit ihr wie mit jeder anderen Spinne umgehen. «Mit Hilfe eines Bechers oder Glases und einem Blatt Papier kann man die Spinnen einfangen und lebendig draussen absetzen», erklärt Oelhafen.
Man kann gleichzeitig auch dafür sorgen, dass möglichst wenig Spinnen in die Wohnung eindringen. Durch das Anbringen von Fliegengittern und das Abdichten von Spalten und Ritzen, schliesst man die Eingänge. Auch die Aussenbeleuchtung zu reduzieren, rät Oelhafen, oder diese wenigstens nicht direkt neben offenen Fenstern anzubringen. Denn: «Licht zieht Insekten an und diese wiederum Spinnen».
Teil des natürlichen Nahrungsnetzes
1994 wurde die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne erstmals in Basel gesichtet. Seither hat sie sich – unteranderem auch begünstigt vom Klimawandel – in der ganzen Schweiz ausgebreitet.
Besonders in Siedlungsräumen gefällt es ihr gut. «Da findet sie, mit warmen, geschützten Verstecken und einem reichen Angebot an Beutetieren, ideale Bedingungen», erklärt die Umweltberaterin. Gebäude, Garagen, Keller und Mauerritzen würden der Spinne zahlreiche geeignete Lebensräume bieten.
«Auch wenn sie nicht bei allen beliebt ist, so erfüllt die Nosferatu-Spinne dennoch eine ökologische Funktion», beteuert Oelhafen. Die Spinnen haben kein Netz, sondern lauern ihrer Beute auf. Sie jagen Insekten und andere Gliederfüsser. «Damit sind sie Teil des natürlichen Nahrungsnetzes.»
(nil)
