Umfrage zeigt: Nur in einer demografischen Gruppe ist die SVP nicht die stärkste Partei
In etwa einem Jahr müssen sich die beiden Schweizer Parlamentskammern Neuwahlen stellen. Die Ergebnisse des SRG-Wahlbarometers von Mitte Oktober deuten darauf hin, dass es eine verstärkte Polarisierung geben könnte. Heisst konkret: Die Polparteien (SVP und SP) legen zu, während die Mitte verliert.
Dem widersprechen die Resultate der neu veröffentlichten Umfrage von YouGov Schweiz. Das Meinungsforschungsinstitut sieht in seinem Stimmungsbarometer eher eine Stärkung der Mitteparteien (die Mitte und GLP). Einig sind sich die beiden Umfragen jedoch in einem Punkt: Die SVP ist und bleibt die grösste Partei der Schweiz. Im Vergleich zu den letzten Umfragen konnte die Partei sogar noch etwas wachsen.
«Bemerkenswert ist, dass dieser Zuwachs breit abgestützt ist», schreibt YouGov Schweiz. Tatsächlich wächst die SVP in allen Sprachregionen. Ein tieferer Blick in die Zahlen verstärkt dieses Bild weiter: Laut der YouGov-Zahlen ist die SVP bei beiden Geschlechtern, in allen Altersgruppen und nach Bildungsgrad die beliebteste Partei.
Nur eine Bevölkerungsgruppe fällt aus dem Rahmen
Am kleinsten ist der Vorsprung der SVP auf die zweitgrösste Partei (SP) bei Menschen mit tertiärem Bildungsabschluss. Auch bei den Frauen schneidet die Partei etwas schlechter ab als bei Männern. Dennoch ist die SVP nur bei einer Bevölkerungsgruppe nicht die Partei mit der höchsten Wahlabsicht: Die jungen Frauen scheren aus.
Bei den 18- bis 29-jährigen Frauen kommt die SVP laut YouGov auf rund 18 Prozent. SP und Grüne liegen mit jeweils rund 20 Prozent knapp davor. Bei den gleichaltrigen Männern hingegen liegt die SVP mit 31 Prozent deutlich an der Spitze.
«Diese Polarisierung zwischen den jungen Wählerinnen und Wählern ist jedoch kein neues Phänomen», schreibt YouGov Schweiz dazu. Tatsächlich lässt sich dieser Graben bei der jüngeren Generation in vielen Demokratien beobachten. «Ob sich dieser Unterschied bis zu den Wahlen 2027 weiter verstärkt, gehört zu den spannenden Fragen des kommenden Wahljahres», so das Meinungsforschungsinstitut. (leo)
