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Mehr Wüstenstaub in Europa mit Folgen für Gesundheit und Strom

Mehr Wüstenstaub in Europa mit Folgen für Gesundheit und Strom

18.07.2026, 07:4018.07.2026, 07:40

In Europa geht immer mehr Wüstenstaub aus Nordafrika nieder. «Das hat Folgen für die Gesundheit und die Solarstromproduktion», schreiben Forscher des schweizerischen Paul Scherrer-Instituts (PSI) in der Fachzeitschrift «Nature».

Die Wüstenstaubmenge ist demnach in den vergangenen zehn Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen. Daten aus Eisbohrkernen aus den Alpen zeigten zudem, dass sich die Belastung über die vergangenen 150 Jahre mehr als verdoppelt hat.

Sahara dust is visible in the Swiss sky from the ski slopes of the St-Luc/Chandolin ski lifts, above Chandolin, in the Val d'Anniviers, Valais, Switzerland, Saturday, March 7, 2026. (KEYSTONE/Ant ...
Saharastaub in den Schweizer Alpen. Bild: keystone

Ursache seien nicht mehr Stürme, aber die einzelnen Stürme seien intensiver und transportieren mehr Staub. Man erkennt ihn an der gelblich-trüben Luft, rötlichen Sonnenuntergängen oder staubigem Belag etwa auf Autos.

Warum ist der Staub schlecht für die Gesundheit?

Gefährdet sind vor allem Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sowie ältere Menschen. Studien hätten gezeigt, dass an Tagen mit hoher Wüstenstaubkonzentration in der Luft mehr Menschen an Herzinfarkten und Atemproblemen sterben als sonst, schreiben die Wissenschaftler. Für langfristige Folgen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Staublunge fehlten aber noch Langzeitstudien.

Vorgeschlagen werden Warnsysteme, wie sie bereits für städtischen Feinstaub oder Pollenflug existieren. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, könnte an solchen Tagen dann körperliche Aktivitäten im Freien einschränken und möglichst in Innenräumen bleiben.

Zum einen beschattet Wüstenstaub in der Luft die Anlagen, zum anderen lagert er sich auf Solarmodulen ab. Beides mindert den Stromertrag. Energieversorger könnten mit Vorwarnung andere Kraftwerke hochfahren und die Netzstabilität so sichern.

Wieso gibt es heute mehr Wüstenstaub als früher?

Wüstengebiete wie die Sahara dehnen sich im Zuge des Klimawandels aus. Zudem habe sich die atmosphärische Zirkulation geändert, heisst es in dem Bericht: Es gebe mehr starke Winde aus der Sahara-Region Richtung Europa.

Besonders betroffen ist Südeuropa, von Griechenland über Italien bis Spanien und Portugal. Dort liegt die durchschnittliche Wüstenstaubkonzentration bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa mit 2,1 Mikrogramm.

Man kann Wüstenstaub anhand der Aluminiumkonzentration klar von Feinstaub aus Verkehr, Industrie oder anderen Quellen unterscheiden. (sda/dpa)

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Der Himmel über Kreta ist wegen Saharastaub rot gefärbt
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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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banda69
18.07.2026 08:41registriert Januar 2020
"Klimawandel? Alles linke Hysterie! Lasst uns die Steueren für die Reichen und Abzocker senken! Und Burkas verbieten!"

Quelle: SVP
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bubru
18.07.2026 08:05registriert Mai 2024
Immerhin ist Wüstenstaub auch ein Dünger. Wenigstens ein positiver Effekt.
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