Hunde müssen raus – auch bei Hitze?
Hunde schwitzen anders als Menschen. Während wir unsere Körpertemperatur durchs Schwitzen über die Haut regulieren, kühlen sich Hunde hauptsächlich durch Hecheln ab. Dabei atmen sie schnell und flach, wodurch Feuchtigkeit aus Zunge, Maul und Atemwegen verdunstet und Wärme abgegeben wird.
Denn anders als wir Menschen haben Hunde nur an den Pfoten Schweissdrüsen, die nur wenig zur Abkühlung beitragen. Darum können Hunde bei Hitze schnell überhitzen – mit fatalen Folgen. Die Sterblichkeitsrate bei Hunden mit einem Hitzschlag liegt bei über 50 Prozent.
Hunde im Auto – Lebensgefahr schon nach wenigen Minuten
Besonders gefährlich ist es im Auto: Schon bei Aussentemperaturen ab 20 Grad kann sich ein Fahrzeug schnell aufheizen. Selbst offene Fenster oder Schattenplätze verhindern dies nicht. Für Hunde können nur wenige Minuten lebensgefährlich werden. Hunde sollten deshalb schon bei milden Temperaturen ab 15 Grad niemals alleine im Auto zurückgelassen werden.
Asphaltverbrennungen
Doch nicht nur das Auto kann im Sommer zur Gefahr werden, sondern auch der Asphalt. Dieser kann starke Verbrennungen an den Pfoten der Tiere verursachen. Die Lufttemperatur täuscht oft über die tatsächliche Hitze des Bodens hinweg. Bei 25 Grad erreicht der Boden über 50 Grad, bei 30 Grad sogar über 60 Grad.
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten rät daher zum 7-Sekunden-Test: Lege deinen Handrücken für sieben Sekunden auf den Asphalt. Wieso Handrücken? Weil die Haut dort dünner und empfindlicher ist als auf der Handfläche. Ist der Boden für deine Haut zu unangenehm, ist der Boden zu heiss für den Hund.
Spaziergänge im Sommer sollten am besten auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden verlegt werden. Um Verbrennungen an den Pfoten zu vermeiden, sollten Spaziergänge möglichst über Wiesen oder Rasenflächen führen. Da der Wasserbedarf bei Tieren mit der Hitze stark ansteigt, sollte man immer eine Wasserflasche und einen Napf mitnehmen.
«Man ist kein schlechter Hundehalter, wenn man seinen Hund bei den derzeitigen Temperaturen einfach mal zu Hause in der kühlen Wohnung lässt», schreibt der Verein KleinTierRettung.
Sollte es trotz aller Vorsichtsmassnahmen zu Verbrennungen an den Pfoten kommen, muss auf jeden Fall der Tierarzt aufgesucht werden, so die Tierschutzorganisation Vier Pfoten.
Vorsicht bei Abkühlung
Vorsicht ist auch beim Abkühlen mit kaltem Wasser geboten: Aufgeheizte Hunde sollten nicht mit eiskaltem Wasser abgekühlt werden, da dies den Kreislauf belasten kann. Im Notfall sollte die Abkühlung langsam erfolgen, zum Beispiel indem man die Beine mit kühlen, feuchten Tüchern umwickelt. (cst)
