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Pendler Schweiz: In welche Gemeinde wir für unsere Arbeit hin pendeln

Arbeitnehmer Pendler Schweiz
Von hier kommen die Erwerbstätigen in jeder Gemeinde her.Bild: shutterstock/watson

Die grosse Übersicht: Aus diesen Gemeinden kommen die Arbeiter in deinem Wohnort

Die Schweiz, das Land der Pendler. Kürzlich zeigten wir, WOHIN die Arbeiter aus jeder Gemeinde zur Arbeit fahren. Jetzt drehen wir den Spiess um und zeigen, WOHER sie in eine Gemeinde kommen.
25.09.2023, 05:3025.09.2023, 05:30

Kürzlich zeigten wir, wo all die Leute aus deinem Wohnort eigentlich arbeiten. Denn wir wissen es längst: am gleichen Ort arbeiten und wohnen – das war vielleicht früher mal so.

Das Bundesamt für Statistik (BfS) gibt mit der kürzlich veröffentlichten «Pendlermatrix» die Antwort darauf, aus welcher Gemeinde wohin gependelt wird oder auch woher die Arbeiter in einer Gemeinde kommen (wie dies genau funktioniert, steht in der Infobox am Ende des Artikels).

Woher die Arbeiter kommen, haben wir hier in der Grafik unten dargestellt. Wir beschränken uns dabei auf die 30 häufigsten Pendlerorte pro Gemeinde (teilweise wird dies nicht erreicht):

In der Statistik werden Gemeinden, in welche in den Vergleichsjahren 2014 und 2018 mehr als fünf Personen pendelten, im Jahr 2020 aus Datenschutzgründen mit einem X ausgewiesen. Deshalb wird hier die genaue Anzahl nicht genannt. Wir haben dieses X in unserer Liste mit 1 bis 4 Personen ersetzt. Für die Berechnung der prozentualen Anteile dieser Gemeinden verwendeten wir den Wert 2.

So wurden die Daten berechnet
Das Bundesamt für Statistik (BfS) beschreibt das Vorgehen vereinfacht so:

Zunächst wurden auf Basis des AHV-Registers die Erwerbstätigen definiert: Als Erwerbstätige gelten Personen, die eine oder auch mehrere Beschäftigungen mit einem AHV-pflichtigen Lohn (d. h. mindestens 2300 Fr. pro Beschäftigung und Jahr) aufweisen. Die Matrix berücksichtigt dabei alle Personen, die im Dezember des jeweiligen Jahres erwerbstätig waren.

Danach wurden mittels STATPOP die Wohngemeinden der Erwerbstätigen identifiziert und mittels STATENT die Unternehmen, für die sie arbeiteten. Arbeitete eine Person für mehrere Unternehmen, wurde jenes Unternehmen als Arbeitgeber festgelegt, bei dem die erwerbstätige Person den höchsten Lohn bezog.

Anschliessend wurden mittels STATENT die Arbeitsgemeinden all jener Erwerbstätigen bestimmt, die in Einbetriebs-Unternehmen arbeiteten und deren Arbeitsort daher eindeutig eruiert werden konnte. Im Referenzjahr 2020 war dies bei rund der Hälfte der etwa 4 Millionen Erwerbstätigen der Fall.

Verfügten die Erwerbstätigen über einen Zweitwohnsitz und befand sich dieser näher an der Arbeitsstätte als die eigentliche Wohngemeinde, so wurde der Zweitwohnsitz als «Wohngemeinde» eingesetzt.

Die Erwerbstätigen der Mehrbetriebs-Unternehmen (2 Millionen Personen im Jahr 2020) wurden mittels eines Optimierungsalgorithmus einer bestimmten Arbeitsstätte des Unternehmens, für das sie arbeiteten, zugeteilt. Dabei wurde für jedes Unternehmen die Summe der Fahrzeit seiner Angestellten minimiert, dies unter Berücksichtigung der Anzahl Beschäftigter pro Arbeitsstätte (bekannt aus STATENT).

Da das Geschlecht der Erwerbstätigen – auch auf Niveau der Arbeitsstätten – bekannt war, arbeitete der Algorithmus geschlechtergetrennt, was die Genauigkeit der Zuteilung erhöhte.
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