Brandkatastrophe von Crans-Montana beschäftigt Walliser Polizisten weiterhin
Gut sieben Monate nach dem verheerenden Brand von Crans-Montana mit 41 Toten und 115 Verletzten belastet die Katastrophe die Walliser Kantonspolizei weiter. Laufende Ermittlungen und Personalmangel zwingen das Korps, Prioritäten neu zu setzen.
Das sagte der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler, am Donnerstag in der Sendung «La Matinale» im Westschweizer Fernsehen RTS. Der Kommandant hatte am 1. Januar – gerade mal anderthalb Stunden nach seinem Amtsantritt – den Brand in der Bar «Le Constellation» bewältigen müssen.
«Was mich bis heute am meisten beschäftigt, ist der Zustand meines Personals», fuhr Gisler fort. «Ich habe noch immer Mitarbeitende, insbesondere Erstintervenierende, die derzeit nicht in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben.» Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, aber auch bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen.
Die Walliser Polizei war seit den ersten Stunden des «Verfahrens Constellation» stark gefordert und ist nach wie vor intensiv mit den laufenden Ermittlungen beschäftigt. «Das ist eine Priorität für die Walliser Kantonspolizei», betonte Gisler.
An mehreren Fronten aktiv
Dies habe «erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Personal, weil die übrigen Mitarbeitenden zusätzliche Belastungen tragen müssen», sagte der Kommandant weiter. Neben ihrer «gerichtspolizeilichen Aufgabe» müssten die Teams gleichzeitig auch ihre übrigen Einsätze sicherstellen.
«Bei den Einvernahmen etwa sind es meine Ermittlerinnen und Ermittler, die unter der Leitung der Staatsanwältinnen die meisten Fragen ausarbeiten und vorbereiten», sagte Gisler. «Neben dieser gerichtspolizeilichen Aufgabe müssen wir zudem umfangreiche Sicherheitsmassnahmen zum Schutz der Ermittlungen sowie den Personenschutz gewährleisten, wie wir ihn im Kanton üblicherweise leisten.»
Auf die Frage nach dem Personalmangel antwortete der Kommandant mit Ja. Und weiter: «Meine Verantwortung besteht heute darin, mit dem Personalbestand, den ich habe, das Bestmögliche zu leisten.»
Deshalb müsse die Polizei Prioritäten setzen. So habe sie beispielsweise auf gewisse Präventionsaktionen verzichten müssen. Die Polizei müsse im Einsatz Entscheidungen treffen, fasste Gisler zusammen. Vor derselben Herausforderung stünden auch andere Kantonspolizeien wie jene in der Waadt und in Genf. (sda)
