Wie in den Tropen: Weshalb Schwüle so unangenehm ist
Die aktuelle Hitzewelle setzt vielen Menschen stark zu: Zu den hohen Temperaturen gesellt sich eine drückende Luftfeuchtigkeit. Auch für Dienstag und Mittwoch rechnet das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) mit schwülem Wetter.
Um dieses Empfinden zu berechnen, schauen Wetterdienste an, wie hoch die sogenannte Enthalpie ist, also das Verdunstungspotenzial an der Körperoberfläche. Es geht darum, wie gut der Schweiss verdunsten, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen kann. Denn beim Verdunsten auf der Haut wird dem Körper Energie entzogen – und so gekühlt.
Ist nun, wie gerade vielerorts der Fall, sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, dann möchte der Körper Wärme abgeben und produziert deswegen Schweiss – aber der Schweiss verdunstet nicht schnell genug. Funktioniert die körpereigene Kühlung schlecht, führt das zu einem Wärmestau, der im Extremfall in einem lebensbedrohlichen Hitzschlag enden kann.
Wer viel herumreist, kennt den Effekt auch aus anderen Ländern. Ist es an einem Ort, wie etwa in der Wüste, extrem trocken, fühlen sich 30 Grad möglicherweise gar nicht so schlimm an. Menschen schwitzen dann auch weniger. In den Tropen hingegen können 30 Grad sehr belastend sein. Der ganze Körper ist dann permanent von einer Schweissschicht bedeckt, die kaum verdunsten kann. (sda/dpa)
