Rund 1,7 Millionen Christbäume werden jährlich in der Schweiz verkauft. Etwas mehr als die Hälfte dieser Bäume wird noch immer aus dem Ausland importiert. Sie stammen vorwiegend aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden.
Der Kauf eines einheimischen Christbaums ist wegen des kürzeren Transports und kleinflächiger Betriebe mit weniger chemischen Hilfsstoffen umweltfreundlicher als einer aus dem Ausland. Rund 500 Schweizer Landwirtschafts- und Forstbetriebe bieten Bäume zum Verkauf an. Sie stammen zu 80 Prozent aus landwirtschaftlichen Kulturen, die restlichen 20 Prozent kommen direkt aus dem Wald.
Etwa 18 Kilogramm CO2 absorbiert ein Nadelbaum in den sieben bis zehn Jahren, in denen er zu einem stattlichen Christbaum heranwächst. Ausserdem produziert er Sauerstoff und filtert grosse Mengen Staubpartikel aus der Luft. Im Gegensatz zu Plastikbäumen sind natürliche Christbäume insgesamt CO2-neutral: Bei der Verbrennung oder Kompostierung wird nicht mehr CO2 frei, als während des Wachstums gebunden wurde.
In der Regel ist in der Schweiz ein Christbaum zwischen 1,60 und 1,75 Meter gross – je nach persönlicher Vorliebe und Stubenhöhe. Der grösste natürlich gewachsene Weihnachtsbaum der Welt war laut dem «Guinness Buch der Rekorde» übrigens eine 64,6 Meter hohe Douglasie, die man 1950 in Seattle aufgestellt und geschmückt hatte. Der höchste Christbaum der Schweiz steht dieses Jahr übrigens in Bad Ragaz. Im dortigen Kurpark wurden zwei, rund 40 Meter hohe Mammutbäume weihnächtlich geschmückt.
Seit Jahren ist die Nordmanntanne mit einem Marktanteil von rund 65 Prozent die häufigste Christbaumart in den Schweizer Stuben. Dahinter folgen die Fichten mit 20 Prozent sowie die Blaufichte und die Korktanne mit je 5 Prozent.
Grund für die Beliebtheit der Nordmanntanne ist nicht nur die hohe Nadeldichte, sondern auch die Haltbarkeit. Sie hält auch in wärmeren Innenräumen die gesamte Adventszeit durch. Die Fichte beginnt in trockener Luft eher zu nadeln und eignet sich darum eher für den Aussenbereich. Die Blaufichte bewegt sich bei der Haltbarkeit im Mittelfeld.
Natürlich ist auch der Preis ein Faktor beim Christbaumkauf. Je nach Grösse fällt dieser unterschiedlich aus: Von 15 Franken für eine 80 bis 100 Zentimeter hohe Fichte bis zu 100 Franken für eine über zwei Meter grosse Nordmanntanne ist alles möglich.
187’333 Nadeln hat ein Christbaum. Oder hatte 2006 zumindest die 1,63 Meter hohe Nordmanntanne, die von den Machern der Fernsehsendung «Frag doch mal die Maus» untersucht wurde. Helfende Schülerinnen und Schüler zupften jede einzelne Nadel ab und zählten sie.
Übrigens: Botanisch gesehen sind die Nadeln eines Nadelbaums Blätter mit einer sehr kleinen Blattfläche. Deshalb heisst es im 1820 entstandenen Weihnachtslied «O Tannenbaum» auch «Wie grün sind deine Blätter».
Bäume und Zweige immergrüner Pflanzen galten schon in der Antike als Symbol für Gesundheit und Lebenskraft. Bei den Römern war es der Lorbeerzweig oder -kranz, die Germanen hängten Tannenzweige ins Haus, um böse Geister abzuwehren.
Die ersten Christbäume waren ab 1521 im elsässischen Schlettstadt (heute Sélestat) in den Häusern vornehmer Bürger zu finden. 1539 wurde erstmals auch im Strassburger Münster ein Christbaum aufgestellt. Meist wurden sie damals mit Äpfeln, Oblaten, Papier- oder Strohsternen und Zuckergebäck geschmückt und durften an Weihnachten von den Kindern geplündert werden.
Das Geburtsjahr der Christbaumkerze wird übrigens auf 1611 datiert: Damals schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien damit den ersten Weihnachtsbaum. So richtig populär wurden Christbäume aber erst im 18. Jahrhundert.
Am schönsten strahlt der Christbaum am Weihnachtsabend immer noch mit echten Kerzen. 20 bis 25 Zentimeter Abstand sollten echte Kerzen auf dem Christbaum voneinander, den Zweigen und der Dekoration haben, empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU. Auch sollte man sie nie ganz niederbrennen lassen, sondern zwei Fingerbreit oberhalb des Zweigs bereits auswechseln.
An Dezembertagen ereignen sich rund 40 Prozent mehr Zimmer- und Wohnungsbrände als an den restlichen Tagen im Jahr. Besonders stark betroffen sind die Weihnachtstage selbst, an denen gemäss der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen VKG gar bis zu zehnmal so viele Brände gemeldet werden als sonst.
Oftmals sind unbeaufsichtigte Kerzen die Ursache, weshalb gemäss der SUVA rund 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mittlerweile auf elektrische Lämpchen zurückgreifen. Doch brennende Christbaumkerzen sind an den meisten Bränden unschuldig. Denn, dass bei Christbaumkerzen Vorsicht geboten ist, ist mittlerweile landläufig bekannt.