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Asiatische Hornisse breitet sich aus und bedroht Schweizer Honigbienen

Diese Asiatische Hornisse ist eine Bedrohung für Schweizer Bienen

Die Asiatische Hornisse breitet sich in der Schweiz immer mehr aus und bedroht einheimische Bienenvölker. Alles, was du dazu wissen willst.
01.08.2024, 15:0901.08.2024, 15:52

Die Asiatische Hornisse ist auf dem Vormarsch. Am Dienstag vermeldete die Gesundheitsdirektion beider Basel, dass in diesem Jahr bereits sieben Primärnester (zwei in Basel-Stadt, fünf in Basel-Land) der Asiatischen Hornisse gefunden wurde. Was bedeutet das für die Schweizer Flora und Fauna? Das willst du dazu wissen:

Was ist die Asiatische Hornisse?

Die asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist ein etwa 3 cm grosses Insekt aus der Familie der Vespidae (Wespen) mit einem dunklen Körper (1) und gelben Hinterleibsspitzen und Beinen (2).
Die Asiatische Hornisse im Vergleich mit der Europäischen Hornisse. Bild: frelonasiatique

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die aus China stammt und sich in Europa und in der Schweiz immer weiter ausbreitet. Zu erkennen sind sie am dunklen Hinterleib mit feinen gelben Streifen und den gelben Beinenden. Im Vergleich zur Europäischen Hornisse ist sie ein weniger kleiner und ein hervorragender Flieger, sie kann sogar rückwärts und an Ort und Stelle fliegen.

Die Asiatische Hornisse baut sogenannte Primärnester (werden bis zu 2 Meter gross, oftmals kugelförmig) in Bodennähe und erst später dann Sekundärnester, meist in Baumkronen, die oft birnenförmig sind und kleine seitliche Nesteingänge haben. Sie sind etwa 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch.

Ein Hauptnest der Asiatischen Hornisse.
Ein Sekundärnest der Asiatischen Hornisse.Bild: Shutterstock

Wo wurde die Hornisse bereits gefunden?

Das erste Mal in der Schweiz entdeckt wurde die Asiatische Hornisse gemäss dem Bienengesundheitsdienst 2017 im Kanton Jura. Seitdem hat sich die Hornisse in mehreren Kantonen ausgebreitet, vor allem im Nordwesten der Schweiz. Eine Karte des Nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Fauna dokumentiert alle bekannten Funde der Asiatischen Hornisse. Vor allem an niedrigen Lagen, entlang von Flussläufen, breitet sich die invasive Art rasant aus.

Die Verbreitung der Asiatischen Hornisse in der Schweiz.
Die Asiatische Hornisse breitet sich immer mehr in der Schweiz aus.Bild: Screenshot Info fauna

Was bedeutet die Asiatische Hornisse für die heimische Fauna?

Die Asiatische Hornisse jagt Insekten, um ihre Larven zu ernähren. Von Sommer bis Herbst hat sie es vorwiegend auf Honigbienen abgesehen. Die invasive Art kann pro Tag bis zu 1500 solcher Bienen fangen und so im Extremfall ganze Völker vernichten.

Die Honigbienen machen gemäss dem Bienengesundheitsdienst im Durchschnitt rund 40 Prozent ihrer Beute aus. Oftmals jagen mehrere Exemplare gemeinsam vor einem Bienenstock, was dazu führt, dass die Bienen nicht mehr ausfliegen und so künstlich ernährt werden müssen.

Ein starkes und gesundes Honigbienenvolk kann die Verluste durch die Asiatische Hornisse allerdings verkraften. Oftmals formieren sie sich zum Schutz direkt am Flugloch zu einer Gruppe, zudem reduzieren Honigbienen bei einem Angriff ihre Sammelaktivitäten.

Ist die Asiatische Hornisse gefährlich für den Menschen?

Für Menschen, die keine Allergie haben, ist das Gift der Asiatischen Hornisse nicht toxischer als das der Europäischen Hornisse. Die invasive Art gilt grundsätzlich als friedlich und greift Menschen nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. Das Geräusch des Fluges kann für den Menschen allerdings beunruhigend klingen.

Wie soll ich mich bei einem Nestfund verhalten?

Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, allfällige Sichtungen von Nestern der Asiatischen Hornisse den Behörden zu melden. Eine selbstständige Bekämpfung der Nester sollte unterlassen werden, weil die Hornissen diese vehement verteidigen. Ein Fund kann bei der Schweizer Meldeplattform für die Asiatische Hornisse angegeben werden.

Ein Nest der Asiatischen Hornisse. Funde sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.
Nest-Funde sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.Bild: Shutterstock

Wie kann die Ausbreitung verhindert werden?

Die effektivste Bekämpfung einer Ausbreitung ist die konsequente Vernichtung der Nester, was allerdings voraussetzt, dass Funde so rasch wie möglich den Behörden gemeldet werden. Wird schnell genug gehandelt, kann ein Ausflug der Königin und somit die Entstehung von weiteren Nestern verhindert werden.

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59 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rannen
01.08.2024 13:19registriert Januar 2018
Es ist unglaublich was der Mensch mit seiner Mobilität an Arten fremden Tieren etc in die Heimat einschleppt! Das beängstigende an der Sache ist, dass man dem Problem machtlos gegenüber steht
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aguaesol
01.08.2024 13:59registriert Oktober 2020
Ähnliches geschieht auf der menschlichen Ebene in der Wirtschaft. Asiaten überschwemmen den europäischen Markt mit viel "kurzlebigem Schrott" und zerstören einheimische Unternehmen und auch die Umwelt damit. 😥
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