Die Asiatische Hornisse ist auf dem Vormarsch. Am Dienstag vermeldete die Gesundheitsdirektion beider Basel, dass in diesem Jahr bereits sieben Primärnester (zwei in Basel-Stadt, fünf in Basel-Land) der Asiatischen Hornisse gefunden wurde. Was bedeutet das für die Schweizer Flora und Fauna? Das willst du dazu wissen:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die aus China stammt und sich in Europa und in der Schweiz immer weiter ausbreitet. Zu erkennen sind sie am dunklen Hinterleib mit feinen gelben Streifen und den gelben Beinenden. Im Vergleich zur Europäischen Hornisse ist sie ein weniger kleiner und ein hervorragender Flieger, sie kann sogar rückwärts und an Ort und Stelle fliegen.
Die Asiatische Hornisse baut sogenannte Primärnester (werden bis zu 2 Meter gross, oftmals kugelförmig) in Bodennähe und erst später dann Sekundärnester, meist in Baumkronen, die oft birnenförmig sind und kleine seitliche Nesteingänge haben. Sie sind etwa 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch.
Das erste Mal in der Schweiz entdeckt wurde die Asiatische Hornisse gemäss dem Bienengesundheitsdienst 2017 im Kanton Jura. Seitdem hat sich die Hornisse in mehreren Kantonen ausgebreitet, vor allem im Nordwesten der Schweiz. Eine Karte des Nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Fauna dokumentiert alle bekannten Funde der Asiatischen Hornisse. Vor allem an niedrigen Lagen, entlang von Flussläufen, breitet sich die invasive Art rasant aus.
Die Asiatische Hornisse jagt Insekten, um ihre Larven zu ernähren. Von Sommer bis Herbst hat sie es vorwiegend auf Honigbienen abgesehen. Die invasive Art kann pro Tag bis zu 1500 solcher Bienen fangen und so im Extremfall ganze Völker vernichten.
Die Honigbienen machen gemäss dem Bienengesundheitsdienst im Durchschnitt rund 40 Prozent ihrer Beute aus. Oftmals jagen mehrere Exemplare gemeinsam vor einem Bienenstock, was dazu führt, dass die Bienen nicht mehr ausfliegen und so künstlich ernährt werden müssen.
Ein starkes und gesundes Honigbienenvolk kann die Verluste durch die Asiatische Hornisse allerdings verkraften. Oftmals formieren sie sich zum Schutz direkt am Flugloch zu einer Gruppe, zudem reduzieren Honigbienen bei einem Angriff ihre Sammelaktivitäten.
Für Menschen, die keine Allergie haben, ist das Gift der Asiatischen Hornisse nicht toxischer als das der Europäischen Hornisse. Die invasive Art gilt grundsätzlich als friedlich und greift Menschen nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. Das Geräusch des Fluges kann für den Menschen allerdings beunruhigend klingen.
Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, allfällige Sichtungen von Nestern der Asiatischen Hornisse den Behörden zu melden. Eine selbstständige Bekämpfung der Nester sollte unterlassen werden, weil die Hornissen diese vehement verteidigen. Ein Fund kann bei der Schweizer Meldeplattform für die Asiatische Hornisse angegeben werden.
Die effektivste Bekämpfung einer Ausbreitung ist die konsequente Vernichtung der Nester, was allerdings voraussetzt, dass Funde so rasch wie möglich den Behörden gemeldet werden. Wird schnell genug gehandelt, kann ein Ausflug der Königin und somit die Entstehung von weiteren Nestern verhindert werden.