Schweiz
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Le medecin anesthesiste au CHUV Jocelyn Corniche presente un telephone portable avec une carte de donneur d'organes numerique de Swisstransplant basee sur l'application

Mit einer entsprechenden App kann man sich den Organspende-Ausweis gleich aufs Handy holen. Bild: KEYSTONE

Tausende Leben könnten mit Organspenden gerettet werden. Der Nationalrat sagt Nein – trotz dieser Zahlen

Spenderorgane dürfen auch künftig nur dann entnommen werden, wenn der Betroffene oder allenfalls Angehörige diesem Eingriff explizit zugestimmt haben. Nach dem Ständerat hat am Donnerstag auch der Nationalrat die sogenannte Widerspruchslösung abgelehnt.



Der Nationalrat sprach sich mit 107 zu 67 Stimmen bei 4 Enthaltungen gegen die Widerspruchslösung aus. Befürworter dieser Lösung erhofften sich vor allem eine höhere Spenderquote. Denn prinzipiell würde mit der Widerspruchsregelung jeder nach seinem Tod zum Organspender, sofern er sich zuvor nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen hatte.

Mit einer solchen Regelung könnten Leben gerettet werden, zeigten sich die Befürworter überzeugt. Zudem müssten Personen, die später vielleicht selber eine Organspende erhalten wollten, konsequenterweise auch solidarisch sein und zu einer Spende bereit. «Es gibt einen Gap zwischen Nachfrage und Angebot. Und dieser Gap wird nicht kleiner, sondern grösser», sagte Daniel Stolz (FDP/BS).

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Wir werfen einen Blick auf die Zahlen:

117 Menschen

spendeten im Jahr 2014 nach ihrem Tod eines oder mehrere ihrer Organe. Das sind sieben mehr als im Vorjahr. Diese Zahl steht in einer deutlichen Diskrepanz zu den Menschen, die im gleichen Zeitraum auf ein Organ gewartet haben, denn:

1370 Menschen

warteten im vergangenen Jahr auf ein Herz, eine Lunge, eine Leber oder ein anderes Organ. Da manche Menschen gleich auf mehrere Organe warten, lag die Zahl der benötigten Organe im Jahr 2014 bei 1414. Dass die Diskrepant zwischen «Angebot» und «Nachfrage» immer grösser wird, zeigt die folgende Grafik:

Organspende Grafik richtig

1062 Nieren gesucht

Am meisten Menschen warteten im Jahr 2014 auf eine Spenderniere. 162 Patienten warteten auf eine Leber, 69 auf ein Herz, 65 auf eine Bauchspeicheldrüse, 54 auf eine Lunge und zwei auf einen Dünndarm.

Jede Woche ein Todesfall

Der Mangel an gespendeten Organen schlägt sich auch in der folgenden Statistik nieder: Im Durchschnitt stirbt in der Schweiz jede Woche mindestens ein Patient, der vergebens auf ein neues Organ gewartet hat. Letztes Jahr waren es 61 Personen. Betroffen seien insbesondere diejenigen gewesen, die ein Herz, eine Lunge oder eine Leber benötigt hätten, teilte Swisstransplant mit. Im Vorjahr waren 73 auf der Warteliste aufgeführte Menschen gestorben. 

404 Organe

wurden im letzten Jahr in der Schweiz transplantiert. Dies war nur dank dem Import von Organen möglich. Im Jahr 2013 waren es 390 Organe.

302 Tage auf ein Herz warten

Die Patienten, denen im Jahr 2014 ein Spenderherz transplantiert wurde, hatten im Durchschnitt 302 Tage darauf gewartet.

554 Tage warten auf eine Lunge

Noch länger hatten sich die Patienten gedulden müssen, die eine neue Lunge erhalten haben.

264 Tage warten auf eine Leber

Die kürzeste Wartezeit hatten im Schnitt jene Patienten, denen eine Leber transplantiert wurde.

1198 Tage warten auf eine Niere

Wie bereits oben erwähnt warteten im Jahr 2014 am meisten Menschen auf eine Spenderniere. Entsprechend lang ist die Wartezeit: Mehr als drei Jahre mussten sich die Patienten gedulden, die auf eine Spenderniere gewartet hatten. 

Umfrage

Hast du einen Spenderausweis?

114 Votes zu: Hast du einen Spenderausweis?

  • 59%Ja
  • 39%Nein

14,5 Organspenden pro 1 Million Einwohner

Mit diesem Schnitt liegt die Schweiz im unteren Drittel Europas. In Frankreich, Italien und Österreich gibt es mehr als doppelt so viele Spender pro Million Einwohner. 

20 Organspenden pro 1 Million Einwohner

So viele Spenderinnen und Spender sollen es bis 2018 sein. Das ist die vom Bund und den Kantonen festgesetzte Rate, die mit einem 2013 lancierten Aktionsplan (besser geschultem Personal in den Spitälern, Betreuung von Betroffenen und Angehörigen, die sich mit der Frage einer Organspende auseinandersetzen müssen und Verbesserung bei spitalinternen Abläufen) erreicht werden soll.

80 Prozent

der Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren befürworten die Organspende, sagte Swisstransplant-Chef Franz Immer. Damit würde es in der Schweiz eigentlich nicht an Spendewilligen mangeln.

Organspende in der Schweiz 

Organe dürfen einer verstorbenen Person nur dann entnommen werden, wenn sie oder allenfalls die Angehörigen zugestimmt haben. Ein Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung wurde nun erneut abgelehnt.

Eine Spendekarte kann via App oder auf der Website von Swisstransplant ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Das alte System bleibt bestehen

Trotz des Organmangels wollte eine Ratsmehrheit aber nichts von einem Systemwechsel wissen. Vor allem ethische Überlegungen sprächen dagegen, sagte Christian Lohr (CVP/TG) im Namen der Mehrheit der vorberatenden Kommission. Man müsse sich fragen, ob die Gesellschaft wirklich einen Anspruch auf Organe habe. Lohr warnte davor, dass Menschen bei einem falschen Verständnis als Ersatzteillager für andere Menschen angesehen werden könnten.

Daniel Stolz wehrte sich gegen diesen Vorwurf. Es gehe nicht um Menschen als Ersatzteillager oder «Wild-West»-Methoden. Vorgeschlagen werde eine erweiterte Widerspruchslösung. Dies bedeute, dass die Angehörigen in jedem Fall vor einer möglichen Spende noch über ihr Widerspruchsrecht informiert würden, wenn kein ausdrücklicher Wille des Spenders vorliege.

Fachkräfte ausbilden

Es sei besser, bei den bereits bestehenden Strukturen anzusetzen, sagte hingegen Marina Carobbio (SP/TI). Es gehe etwa darum, die Ausbildung der Fachkräfte oder die Information der Bevölkerung zu verbessern, wie auch im bereits lancierten Aktionsplan des Bundes vorgesehen.

Mit solchen Massnahmen seien in anderen Ländern gute Resultate erzielt worden, sagten mehrere Nationalräte. Die Widerspruchslösung alleine hingegen habe nirgends zu einer höheren Spenderquote geführt.

Diskutiert wird die Widerspruchslösung im Nationalrat im Rahmen der Teilrevision des Transplantationsgesetzes. Auf der Traktandenliste stehen weitere Entscheide, etwa zur Gleichbehandlung von Grenzgängern, zum Zeitpunkt der Anfrage an Angehörige oder zu einer besseren Information der Bevölkerung.

Mit Material der sda

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • arpa 08.03.2015 09:59
    Highlight Highlight Meine Organe bekommt niemand, und das hat nichts mit Egoismus zu tun.. ich bin ein sehr liebevoller Mensch. Mir geht es einfach tierisch gegen den Strich wie der Mensch in die Natur eingreift. Wir haben schon heute eine massive Überbevölkerung, und es wird nur noch schlimmer. Und hier soll die Lösung sein sterbende mit Ersatzteilen anderer Menschen am leben zu erhalten? Wenns vorbei ist, ists vorbei! Überall muss der Mensch sich einmischen um Gesetze der Natur zu überlisten..
    ich spende keine Organe, möchte aber selber auch keine fremde Organe in meinem Körper!
    0 0 Melden
  • SpikeCH 06.03.2015 10:12
    Highlight Highlight Ich bin 20 Jahre und Organspender aus der Überzeugung, durch meinen Tod Leben, Chancen und Perspektiven geben zu können. Durch die Tätigkeit bei der Feuerwehr, werde ich nicht selten mit Schicksalsschlägen konfrontiert. Klar, der Tod ist ein Teil des Lebens, und sicher soll jeder selbst entscheiden, was mit Ihm/Ihr passieren soll. Aber bitte denkt daran, wie viele Lebensjahre, wie viel Hoffnung und wie viele Leben Ihr durch ein JA auf dem Spenderausweis schenken könnt. Ich bin lieber Ersatzteillager als Müll und lebe in den Gedanken der Menschen weiter, anstatt von Maden zerfressen zu werden!
    7 1 Melden
  • Maya Eldorado 06.03.2015 03:29
    Highlight Highlight Das sollte man wissen:
    Dem Spender werden die Organe entnommen, wenn er noch nicht tot ist. Er ist ein Mensch im Sterbeprozess. So kann man sagen, dass der Sterbeprozess massiv gestört ist. Bisher konnte man noch keinen Menschen fragen, ob er dabei noch etwas gefühlt hat. Allerdings sollen Körperreaktionen, das Spenders bei der Entnahme festgestellt worden sein.
    Was mich betrifft ich will keine Maschinen, um mein Leben zu verlängern. Für mich ist, wenn ein Organ versagt und das Leben dadurch nicht mehr möglich ist, die Lebenszeit vollendet. Ich freu mich auf nachher.
    5 6 Melden
  • Maria B. 05.03.2015 20:15
    Highlight Highlight Wenn ich all diese Ansichten verarbeiten soll, wird mir ganz schwindlig
    5 1 Melden
    • Maria B. 05.03.2015 20:26
      Highlight Highlight Ja, wo ist denn der Rest meiner obigen Aussage auf der Strecke geblieben - sorry, bin eben neu hier! Wollte zum Ausdruck bringen, dass jedem leidenden und wartenden ein Organ zu gönnen wäre. Andererseits ist es jedem Menschen, auch ohne niedrige oder rein egoistische Züge, durchaus freigestellt, wie er sich da selbst entscheiden mag. Eine solche kann intim und intuitiv sein und da niemand über diese Motivation stellvertretend urteilen kann, begrüsse ich eigentlich diese Entscheidung des National- und Bundesrats.
      10 0 Melden
    • Anded 05.03.2015 20:49
      Highlight Highlight Danke fürs Fertigschreiben. Ich habe einen Spenderausweis mit Kreuzchen bei "freut mich, dass ich helfen kann... bedient euch!", und teile deine Ansicht fast vollständig. Ich finde schon, dass Familienangehörige auch entscheiden sollen dürfen (wie es heute der Fall) ist. Aber es ist falsch wenn der Staat in diese Rolle schlüpft.
      5 1 Melden
  • Anded 05.03.2015 19:48
    Highlight Highlight "Vorgeschlagen werde eine erweiterte Widerspruchslösung. Dies bedeute, dass die Angehörigen in jedem Fall vor einer möglichen Spende noch über ihr Widerspruchsrecht informiert würden, wenn kein ausdrücklicher Wille des Spenders vorliege." - Heute können bei Fehlen des Willens des Verstorbenen die Angehörigen eine Spende zulassen oder ablehnen. Mit dieser Lösung hätten bei Fehlen des Willens des Verstorbenen die Angehörigen die Spende zulassen oder ablehnen können. Wo ist der Unterschied? Die potentiellen Spender, welche keine Angehörigen haben, können wohl kaum ins Gewicht fallen.
    3 2 Melden
  • buco 05.03.2015 18:03
    Highlight Highlight Was heisst oft "Leben retten"? Tod etwas verschieben!
    6 7 Melden
  • Sven Henscher 05.03.2015 15:20
    Highlight Highlight Wer nicht will, muss nicht! Das wäre so oder so gewährleistet gewesen. Viele sind aber einfach zu faul oder nicht interessiert sich einen Spenderausweis zuzulegen. Vor genau einem Jahr hatte ich das grosse Glück ein perfekt passendes Organ zu erhalten. Auch wenn ich nicht jeden Tag daran denke, ich bin dem Spender enorm dankbar hat er nicht so egoistisch gehandelt wie hier einige Schreiberlinge. Und übrigens: Würde es dem Organhandel nicht viel eher entgegen wirken, wenn mehr freiwillige Spender vorhanden wären als umgekehrt?
    18 6 Melden
    • pippa 05.03.2015 16:34
      Highlight Highlight Genau! Das ist das Problem auf den Punkt gebracht!
      6 3 Melden
  • Frau Bissig 05.03.2015 14:53
    Highlight Highlight Sorry,mein Kommentar war nicht über das wirkliche Thema...! :-(
    1 2 Melden
  • Der Tom 05.03.2015 14:06
    Highlight Highlight Man wird kaum jemals genügend Menschen davon überzeugen können. Der ganze Körper muss komplett reproduziert oder regeneriert werden können. Jedes einzelne Organ muss gezüchtet werden können. Ein Mensch muss normal funktionieren können bis er tot ist. Alles andere können wir so oder so nicht mehr lange finanzieren. Eigentlich müssten UNO oder WHO die Forschung in diese Richtung unterstützen.
    3 5 Melden
  • glüngi 05.03.2015 13:59
    Highlight Highlight Sehr dumme entscheidung.
    8 10 Melden
  • Zeit_Genosse 05.03.2015 13:46
    Highlight Highlight Wir werden nicht als Organspendematerial geboren und das Recht am eigenen Körper sollte über den Tod gelten, wenn nicht anders vereinbart. Dieses Prinzip sollte wegen eines höheren Organbedarfs nicht über Bord geworfen werden.
    17 18 Melden
    • droelfmalbumst 05.03.2015 15:58
      Highlight Highlight vermutlich die 7 jungfrauen im himmel in vollen zügen geniessen...
      4 11 Melden
    • pippa 05.03.2015 16:32
      Highlight Highlight Du HAST ja das Recht über deinen eigenen Körper zu entscheiden! Du kannst ja oder nein stimmen. Und zudem verstehe ich die Sache mit dem Ersatzteillager überhaupt nicht. Du stirbst und dabei werden für todkranke noch lebende Menschen wichtige Organe verbrannt oder vergraben. Ich sehe mich als Organspender überhaupt nicht als Ersatzteillager, sondern mehr als Person, die hilfsbereit ist und das letzt wichtige, das nach dem Tod noch weitergegeben werden kann an einer kranken Person mit mehr Lebensperspektive (da ja ich schon tot bin) weitergibt. Ich fühle eine Verantwortung gegenüber jenen tausenden Menschen auf den Wartelisten. Und wenn ich etwas gebe, das ich sowieso nicht mehr gebrauchen kann und eine andere Person jedoch am Leben hält, hat das nichts mit Ersatzteillager zu tun! Aber eben: Sieht man von meiner Sicht auf die Organspende ab und möchte das nicht tun, kann man sich jederzeit dagegen äussern. Das Problem mit der Lösung in der CH sehe ich darin, dass ich viele Personen in meinem Alter höre, die Organe spenden wollen, der Aufwand den Ausweis zu erstellen jedoch zu gross ist. Mit der Widerspruchslösung wäre das Problem gelöst. Ich kann den Entscheid des Nationalrates nicht nachvollziehen und bin sehr wütend darüber.
      7 8 Melden
    • Zeit_Genosse 05.03.2015 16:42
      Highlight Highlight Der du gerne wärst @chuck norris
      Bitte einfach sachlich nochmal lesen. Es geht nur darum die Rechtslage nicht umzudrehen. Das hat nichts damit zu tun ob man für oder gegen Spende ist.
      9 0 Melden
  • MisterM 05.03.2015 13:21
    Highlight Highlight Als eingetragener Organspender ist für mich vor allem wichtig, dass das Thema enttabuisiert wird und allen klar wird, dass ein Spendeausweis noch nicht bedeutet, dass man automatisch Spender IST. Auf dem Ausweis bezieht man schlicht und einfach Stellung dazu. Lieber ein klares NEIN zur Organspende von einem Toten als die Unsicherheit und in diesem Fall ein evtl. im Endeffekt übergangenen Spender. Also, Leute: Bezieht Stellung und holt euch einen Ausweis. Ob JA oder NEIN zur Organspende, ist dann jedem persönlich überlassen.
    20 0 Melden
  • Frau Bissig 05.03.2015 13:17
    Highlight Highlight Im Jahr 2001-als bei mir die Diagnose " Herz-Insuffizienz " gemacht wurde,und bei mir ein Stent eingesetzt wurde,sagte Dr. Yun,damals Arzt im Spital :...wenn die Medikamente zu wenig wirksam wären,bei Ihnen,müsste man an eine Herz-Transplantation denken. Ich bin immer noch am Leben ( auch ohne fremdes Herz )-fühl' mich aber zeitweilig etwas schlapp-ob das damit zusammenhängt ?
    3 15 Melden
  • cbaumgartner 05.03.2015 13:08
    Highlight Highlight Ich finde es sollte umgekehrt sein. Wer nicht spenden will, muss sich eintragen, nicht die die spenden wollen!
    Jeder sollte von Geburt an Organspender sein!
    36 15 Melden
    • jdd 05.03.2015 13:21
      Highlight Highlight Echt jetzt? Mein Körper gehört mir. Niemand sonst hat das Recht, über meinen Körper zu bestimmen, auch der Gesetzgeber nicht.
      13 9 Melden
    • droelfmalbumst 05.03.2015 13:33
      Highlight Highlight finde ich auch. damit gäbe es 1. keine disskusionen 2. müsste man den spendern nicht nachrennen 3. würde man sehr viel kohle sparen für andere themen da man nicht für spenden werben müsste...

      irgendwie sollte das doch echt einfach "standard" sein zu spenden wenn man tot ist. ich geh in ein loch ca. 2-3meter under der erdoberfläche und verfaule dort. mache ich mich nicht nützlicher wenn ich mein herz oder sonst was jemandem spende der es zum leben braucht als dass die organe verrotten und von maden gefressen werden?
      10 8 Melden
    • Angelo C. 05.03.2015 13:45
      Highlight Highlight Wieso denn das? Fern jeder rechtlichen oder gar religiösen Bedenken? Halten Sie denn den Menschen, ähnlich wie ein auszuschlachtendes Auto aus dem Metallfriedhof, für eine Art Ersatzteillager? Eines, das noch nicht mal ein effektives Mitspracherecht dazu hat. Es gibt oder gäbe auch viele Unwissende, die einer Aufforderung sich gegen eine Organentnahme per Liste (wo die auch immer mehr oder weniger kompetent geführt würde) nicht nachkommen könnten. Ich denke da nicht nur an Asylanten und sprachunkundige MigrantInnen, aber auch einfach Leute vom Land.
      6 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 05.03.2015 13:00
    Highlight Highlight Wer seine Organe nicht spenden will, dem dürften konsequenterweise auch keine Organe transplantiert werden. So einfach müsste man die Sache angehen, aber wenn es um das eigene Leben geht, erwarten dann genau diese Leute, dass alles menschenmögliche getan wird, um sie zu retten. Elende Egoisten ist für diese Einstellung noch ein mildes Wort!
    40 8 Melden
    • Angelo C. 05.03.2015 13:39
      Highlight Highlight Man müsste den Gedanken halt denken, lieber Freund, nicht nur über Leute lästern, die ganz konkrete Bedenken hegen, die sie im Einzelnen problemlos und fern jedwelchen Egoismus' darlegen könnten. Selbstverständlich bin auch ich der Meinung, dass jemand der selbst keine Organspenden an die Allgemeinheit zulassen möchte, auch keinen Anspruch auf den Erhalt eines solchen hätte. Das sehe ich insbesondere für mich genauso, der kategorisch gegen die sog. Widerspruchslösung votiert. Nun ja, abschliessend brauchen wir uns den Mund da nicht mehr fusslig zu reden, der gewiss menschenrechtskonform daherkommende Bundesrat hat sich ebenso klar wie der Nationalrat dagegen ausgesprochen - und damit ist eigentlich alles relevante gesagt...
      5 4 Melden
    • Lowend 05.03.2015 15:30
      Highlight Highlight Der Grund, warum jemand seine Organe nicht spenden will ist seine Entscheidung, nur müssen sie aufpassen, da die Regelung länderspezifisch ist und falls sie z.B. bei einem Skiurlaub in Österreich versterben, kann es vorkommen, dass sie mit einigen Organen weniger in der Schweiz ankommen. Ob Widerspruchslösung, oder Zustimmungsregelung ist zweitrangig, wichtig ist einfach, sich Gedanken darüber zu machen, dass man selbst bei seinem Ableben noch immer die Möglichkeit hat, anderen Menschen zu helfen. Wer dass nicht will, darf dass natürlich, zeigt aber mit der Entscheidung auch seinen Charakter.
      3 6 Melden
    • saukaibli 05.03.2015 16:16
      Highlight Highlight Hätte mich auch gewundert, wenn jemand wie Angelo seine Organe oder sonst irgend etwas für einen guten Zweck geben würde. Wenn man seine Kommentare - egal zu welchem Thema - liest, erkennt man seine Gesinnung zur Genüge. Das soll jetzt nicht heissen dass ich ihm das Recht egoistisch zu sein abspreche, es zeigt einfach seinen Charakter. Solidarität ist leider für ihn (und viele andere) ein Fremdwort, für mich aber der Grundstein einer funktionierenden Gesellschaft.
      2 9 Melden
  • Angelo C. 05.03.2015 12:45
    Highlight Highlight Absolut korrekt, dass der Nationalrat diese äusserst problematische Widerspruchsregelung kategorisch ablehnt. Es gäbe zuviel Missbrauchspotential, wie man nicht nur aus Bananenrepubliken, sondern mehrfach auch aus dem benachbarten Deutschland sah. Es reicht absolut, wenn jemand einen Spenderausweis auf sich trägt oder sich irgendwo dafür eintragen lässt. Ich würde ein Organ eh nur an einer familiären Person und einem guten Freund spenden, während ich der konkreten Meinung bin, dass der Mensch grundsätzlich kein Ersatzteillager für das Kollektiv sein kann. Man wehre also den Anfängen, Mitleid mit Organanwärtern hin oder her....
    16 34 Melden
    • Alex23 05.03.2015 13:02
      Highlight Highlight Leider reicht der Spenderausweis eben nicht, wie die Positionierung der Schweiz in Fragen Organspende zeigt. Ich glaube, in dem Moment, wo man jemanden im Freundeskreis oder in der Familie kennt, der auf eine Organspende wartet oder gewartet hat (Frage von Leben oder Tod), sieht man die Sache anders.
      13 7 Melden
    • sterpfi 05.03.2015 13:09
      Highlight Highlight Ok, dann aber bitte auch konsequent sein und im Falle eines Falles (was ich natürlich niemandem wünsche) auch kein Organ annehmen, wenn es nicht von einer familiären Person oder einem guten Freund kommt.
      Ich denke jeder sollte entscheiden können, ob er spenden will oder nicht, aber man sollte gezwungen werden, diese Entscheidung zu treffen (z.B. Eintrag auf ID / Pass)
      21 7 Melden
    • droelfmalbumst 05.03.2015 13:38
      Highlight Highlight nur an familie und enge freunde... sind das bessere menschen als andere oder wie? wer nicht spenden will muss nicht...aber der soll dann auch nicht anspruch haben! in dem menschen wie du organe kriegen, sterben andere welche selber bereit wären zu spenden weil sie in der warteliste weiter hinten sind...und die haben meiner meinung nach vorrecht!

      nicht geben wollen aber wenn man selber braucht unbedingt haben wollen... maa vaaa
      5 5 Melden

Du denkst, ein Hirnschlag trifft nur alte Menschen? Du denkst falsch

Lara Widmer erlitt als 17-Jährige einen Hirnschlag. Mit monatelangen Therapien und einem starken Willen kämpfte sich die junge Frau zurück ins Leben.

Sie lag am Boden des Badezimmers, reagierte auf nichts mehr und weinte. Eigentlich wollte die damals 17-jährige Lara Widmer aus Kriegstetten vor rund zwei Jahren mit ihrer Freundin auf der Aare Boot fahren.

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Den Vorfall hatte niemand erwartet. Zum …

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