Schweiz
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epa08469007 A waitress wearing face mask works as bathers take advantage of the first day after authorities ease the coronavirus lockdown to allow for sunbathe and to swim on the waterfront in the Mondello beach, Palermo, 06 June 2020. Several countries around the world have started to ease COVID-19 lock-down restrictions in an effort to restart their economies and help people in their daily routines after the outbreak of coronavirus pandemic.  EPA/IGOR PETYX

Verbreitet sich das Coronavirus im Sommer weniger schnell als im Winter? Bild: keystone

Der Sommereffekt ist bei Corona kleiner als bei der Grippe

Die wissenschaftliche Task Force Covid-19 hat die Rolle der Jahreszeiten bei der Coronavirus-Übertragung untersucht.

Bruno Knellwolf / ch media



Am Freitag hat das Bundesamt für Gesundheit 23 positive Coronafälle gemeldet, in den Vortagen waren es noch weniger. Seit Anfang Mai sind tägliche Neuinfektionen selten. Als einer der Gründe für den erfreulichen Verlauf gilt das Sommerwetter. Die Task Force Covid-19 hat nun untersucht, welche Rolle das Klima bei der Verbreitung des Coronavirus spielt.

Denn bei den Influenzaviren, also der Grippe, spielen die klimatischen Bedingungen eine grosse Rolle. Die Saisonabhängigkeit von Viren der Atemwege hat damit zu tun, dass im Winter die Luft kälter und trockener ist, was das Überleben der Viren begünstigt. Weil die Atemwege schnell austrocknen und auskühlen, werden Infektionen in den Atemwegen begünstigt. Zudem verbringen die Menschen im Winter mehr Zeit in Innenräumen mit weniger frischer Luft und das Immunsystem ist wegen des Vitamin-D-Mangels oft geschwächt. Zudem fehlt das UV-Licht, ein Feind des Virus. Das gilt auch für das Coronavirus. Um festzustellen, wie stark, hat die Task Force 16 Studien auf den Klimaeffekt hin analysiert.

Die Analyse zeigt, dass die klimatischen Bedingungen die Übertragung des Coronavirus beeinflussen, aber weniger als bei den Influenzaviren. «Berechnet wird dafür ein saisonaler Faktor mit der Biologie des Virus und seiner Virulenz», erklärt Marcel Tanner von der Task Force. Und dieser Faktor liegt bei Influenza bei 0,6 und bei Sars-CoV-2 bei 0,8 bis 0,9. «Der höhere Faktor bedeutet eine geringere Saisonalität», sagt Tanner.

Bis 15-prozentige Abnahme des Übertragungsrisikos

Die Studien ergeben übereinstimmend, dass in der Schweiz mit einer geringeren Übertragung von Covid-19 im Sommer und mit einer Zunahme des Übertragungsrisikos im Herbst und Winter zu rechnen ist. In einer dieser 16 untersuchten Studien wurde der Klimaeffekt für viele Länder modelliert, auch für die Schweiz. Diese Studie schätzt, dass in der Schweiz der Sommer zu einer 10- bis 15-prozentigen Abnahme des Übertragungsrisikos des Coronavirus führen könnte. Wird es wieder kälter, folgt wieder eine 10 bis 15-prozentige Zunahme.

Zu weniger Übertragungen als in unseren Breiten kommt es in tropischen oder subtropischen Ländern. Gemäss der Task Force deuten die meisten der untersuchten Studien aber darauf hin, dass die klimatischen Effekte alleine die Covid-19-Epidemie nicht stoppen können. Denn klimatische Faktoren erklären nur einen relativ kleinen Teil der beobachteten Unterschiede der Coronaverbreitung in den verschiedenen Weltregionen. Die diversen Massnahmen wie Distanzhalten, Handhygiene, Testen, Rückverfolgung und Isolierung hätten grössere Wirkung als die Klimaeffekte. Die Task Force empfiehlt deshalb, die Hygienemassnahmen auch im Sommer nicht zu vernachlässigen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Meierli 07.06.2020 08:36
    Highlight Highlight Frage mich etwas über den Einsatz der Ressourcen. Dazu gab es bereits im März umfassende wissenschaftliche Studien. Warum hat man in der Schweiz so oft das Gefühl man müsste alles selber machen? Im Iran rollt gerade die zweite Welle. Bei weit über 30 Grad. Nun warte ich auf eine Studie aus der Schweiz mit Prozentangabe zur Möglichkeit einer zweiten Welle... Haltet weiter Abstand und wäscht euch die Hände.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 08.06.2020 01:59
      Highlight Highlight Finnische Forscher haben es schon vor zwei Monaten gesagt und beim Tagesanzeiger gibt's gerade eine schöne Erklärung, dass Schmierinfektion eine absolut untergeordnete Rolle spielt. Der Hauptübertragungsweg sind virenbelastete Aerosole, die beim Atmen, Sprechen, Niesen und Husten freigesetzt werden und bis zu einer Viertelstunde in der Luft zirkulieren. Die zwei Meter Abstand bringen daher eher wenig, das Händewaschen ebenso.

      Der Rat müsste daher lauten: Meidet bevölkerte Orte wie Restaurants, Clubs, Grossraumbüros.

      https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2020/covid-19-ansteckungsorte/
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 07.06.2020 06:35
    Highlight Highlight Dieses Virus ist macht Laune. Die Clubs haben seit diesem Wochenende geöffnet und wurden offenbar gut besucht...

    Die Partygänger wissen wohl nicht, dass SARS-CoV-2 ein besonders schlaues Virus ist, das eine Strategie entwickelt hat, die Abbau-Enzyme des Körpers auszutricksen. Bestimmt viel schlauer als Partyleute... 😁

    https://www.scinexx.de/news/medizin/rna-schleife-macht-coronavirus-besonders-stabil/

    Ich mutmasse ja schon länger, dass sich das Virus in Zellen einnistet und sich dort für ein Weilchen schlafen legt, um dann schön mutiert in aller Frische erneut zurückzuschlagen. 🤩
  • leu84 07.06.2020 00:32
    Highlight Highlight Wenn das Virus im Menschen transportiert wird, dann ist das Virus vom UV-Lichtanteil der Sonne geschützt. Innenräume von Gaststätten oder Läden werden auch nicht mit UV belastet.
  • tauber 06.06.2020 19:06
    Highlight Highlight In den heissen Wüstenstaaten wütet das Virus trotz hoher Temperaturen im Moment ungebremst. Qatar zum Beispiel erlebt aktuell bei Temperaturen von 40 Grad und mehr mit 2000 Neuinfektionen täglich den vorläufigen Höhepunkt der Pandemie. Hitze scheint dem Virus also NICHT zu schaden!
    • iudex 06.06.2020 20:13
      Highlight Highlight Auch in Qatar ist es im Büro 20 Grad.
    • andy y 06.06.2020 20:14
      Highlight Highlight Soviel zur "Covid19 Ttadk Force"
    • Garp 06.06.2020 20:27
      Highlight Highlight Bei 40 Grad ist man vielleicht auch wieder mehr drinnen, als draussen. Mehr im Freien sein, mag die Ansteckung etwas zu reduzieren und die Luftfeuchtigkeit spielt auch eine Rolle, bei trockener Luft sind die Schleimhäute anfälliger.
      Vitamin D bekommen sie in Qatar auch nicht so viel, sie schützen sich gut vor Sonneneinfluss durch die Kleidung. Man muss also immer genau hinsehen, auf die Bedingungen und Lebensumstände jedes Landes.
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