Du dachtest, nach der WM macht der Fussball eine Pause? Nicht in der Schweiz
104 Spiele in 38 Tagen: Fussballfans auf der ganzen Welt wurden in den letzten Wochen mit der grössten WM der Geschichte verwöhnt. Doch Zeit zur Erholung gibt es kaum. Bereits heute Abend rollt der Ball im Berner Oberland. Der FC Thun empfängt in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation den kroatischen Meister Dinamo Zagreb. Die Partie wird um 20 Uhr angepfiffen und ist der Startschuss für die neue Saison im Schweizer Klubfussball.
Das erwartet dich in der After-WM-Woche:
Thun als einziger Champions-League-Vertreter
21 Jahre ist es her, seit sich der FC Thun sensationell für die Champions League qualifizieren konnte. Nach dem Meistertitel in der letzten Spielzeit möchten die Berner Oberländer das Wunder wiederholen.
Allerdings haben die Thuner einige schwerwiegende Abgänge zu verkraften – nicht zuletzt Trainer Mauro Lustrinelli, der in die Bundesliga zu Union Berlin wechselte. Gegen Dinamo Zagreb geht der Meister als grosser Aussenseiter in die Partie. Um die Königsklasse zu erreichen, müsste das Team von Gian-Luca Privitelli drei Runden überstehen. Sollte Zagreb besiegt werden, würde danach Klaksvik oder Kauno Zalgiris warten, ansonsten ginge es in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League gegen Vikingur Reykjavik oder Hapoel Be'er Sheva weiter.
Thuns Captain Marco Bürki sagt vor dem Hinspiel gegen Zagreb: «Wir haben in der letzten Saison gesehen, dass alles möglich ist. Deswegen gehen wir in dieses Spiel und wollen gewinnen. Ich glaube, da ist kein Einziger, der daran zweifelt, dass wir das schaffen können.» Druck haben die Thuner bestimmt nicht, dies weiss auch Bürki: «Zu sagen, dass wir unbedingt in die Champions League kommen müssen, wäre einfach nicht Thun.» Um sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, muss Thun mindestens eine Runde überstehen.
St.Gallen gegen den portugiesischen Rekordmeister
Noch ein härteres Los als Thun hat der FC St.Gallen in der Europa-League-Qualifikation erhalten. Die Ostschweizer empfangen im Hinspiel den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon. Einige Tage vor Anpfiff ist die Partie im Sitterstadion bereits restlos ausverkauft.
Der Schweizer Cupsieger geht als klarer Aussenseiter in dieses Duell und muss sich am Donnerstag eine möglichst gute Ausgangslage für das Rückspiel in Lissabon erarbeiten. Gelingt die Überraschung, würde St.Gallens Europa-League-Reise entweder gegen Sturm Graz oder Heart of Midlothian weitergehen. Bei einem Ausscheiden in der EL würde der Abstieg in die Conference League folgen. Der FCSG darf sich in der Qualifikation höchstens einen Ausrutscher erlauben, um sich mindestens das Ticket für die Conference League zu sichern.
Lugano, Sion und Vaduz mit machbaren Aufgaben
Ebenfalls am Donnerstag stehen die drei Super-League-Klubs Lugano, Sion und Vaduz in der Conference-League-Qualifikation im Einsatz. Lugano (gegen Dukagjini) und Vaduz (gegen Atletic Escaldes) absolvieren das Hinspiel ebenfalls zu Hause, während Sion nach Belarus zu BATE Borissow reist.
Die drei Super-League-Vertreter dürfen sich in der Quali keinen Ausrutscher erlauben, ansonsten ist das europäische Abenteuer bereits beendet, bevor es richtig gestartet ist. Insgesamt müssen drei Runden überstanden werden. St.Gallen vor zwei jahren und Lausanne im letzten Jahr schafften es jeweils von der zweiten Qualirunde in die Ligaphase. Besonders für die Fünfjahreswertung wäre es wichtig, wenn Lugano und Sion so weit wie möglich kommen. Die Ergebnisse von Vaduz zählen für Liechtenstein.
Am Wochenende kehrt die Super League zurück
Nach den europäischen Abstechern wird am Samstagabend um 18 Uhr die Super League angepfiffen. Die neue Saison wird mit den Partien Lausanne – GC und Servette – Basel eröffnet. Zweieinhalb Stunden später bestreitet dann auch Titelverteidiger Thun die erste Partie. Die Berner Oberländer reisen zum FC Luzern und treffen direkt auf Mittelfeldspieler Leonardo Bertone, welcher am letztjährigen Thuner Meistertitel einen grossen Anteil hatte.
Am Sonntag startet die neue Spielzeit dann auch für YB. Die Young Boys, welche auch in diesem Jahr zu den Titelfavoriten gehören, empfangen Sion. Der FC Zürich reist zum FC St.Gallen und in Lugano findet gegen Vaduz das erste Meisterschaftsspiel in der neuen AIL Arena statt.
Bereits einen Tag vor der Super League startet am Freitagabend die zweitklassige Challenge League mit einer Vollrunde. Absteiger Winterthur trifft im ersten Challenge-League-Spiel seit vier Jahren auf Yverdon.
