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Manuel Neuer an WM «hilft Deutschland kaum» – Goalie-Diskussion droht

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Es ist noch nicht sein Turnier: Deutschland-Goalie Manuel Neuer.Bild: www.imago-images.de

Jetzt droht Deutschland, wovor alle Angst hatten: Eine neue Goalie-Diskussion

Erst kurz vor der WM wurde Manuel Neuer aus der Nationalspielerrente reaktiviert. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte damit ein klares Zeichen, dass er den 40-Jährigen noch immer als besten deutschen Goalie sieht. Doch bewahrheitet sich nun die grösste Befürchtung seiner Kritiker?
26.06.2026, 02:0226.06.2026, 02:56

Manuel Neuer ist Weltmeister, zweifacher Champions-League-Sieger und 13-facher deutscher Meister. Er war lange der beste Goalie der Welt und ist womöglich sogar der beste der Geschichte. Mit seiner Art, mitzuspielen, hat er eine ganze Generation geprägt und neue Massstäbe gesetzt. Seinetwegen müssen Goalies auf dem höchsten Niveau heutzutage über völlig neue Qualitäten verfügen. Aber Neuer ist eben auch schon 40 Jahre alt und in den letzten Saisons nicht mehr über alle Zweifel erhaben.

Deshalb waren in Deutschland nicht alle davon begeistert, als Bundestrainer Julian Nagelsmann den Bayern-Schlussmann kurz vor der WM zwei Jahre nach dessen Rücktritt aus dem Nationalteam zur Rückkehr bewegte. Schliesslich hatte er in Oliver Baumann eine Nummer 1, die sich nichts hatte zuschulden kommen lassen. In sechs Qualifikationsspielen kassierte er nur drei Gegentore und spielte viermal zu null. Ausserdem ist er seit Jahren einer der besten Goalies der Bundesliga und wurde mit Hoffenheim gerade überraschend Fünfter.

Germany goalkeeper Oliver Baumann directs his teammates during the first half of an international friendly soccer match against the United States in Chicago, Saturday, June 6, 2026. (AP Photo/Nam Y. H ...
Weil Neuer angeschlagen war, spielte Oliver Baumann sogar noch die Testspiele vor der WM.Bild: keystone

Baumann nun Neuer vor die Nase zu setzen, sei nicht nur unfair dem 36-Jährigen gegenüber, der sich jahrelang ohne zu knurren auf die Ersatzbank gesetzt hat. Nagelsmann schaffe sich damit auch einen unnötigen Unruheherd, sollte Neuer mal patzen oder schwächeln. Und genau das könnte sich nun als wahr herausstellen.

Weniger Paraden als Gegentore

Einen Patzer kann man Neuer bisher noch nicht vorwerfen, doch konnte sich der 127-fache Nationalspieler auch noch nicht auszeichnen. Das liegt natürlich auch an den Gegnern, die nur zu wenigen Chancen kamen. Sieben Torschüsse brachten Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador zustande, vier davon landeten im Tor. Und in jedem Spiel war gleich der erste Torschuss ein Treffer.

«So hilft Manuel Neuer dem Team kaum.»
quelle: spiegel

«Manuel Neuer ist bisher nicht die erhoffte Absicherung, die sich Bundestrainer Julian Nagelsmann bei seiner Rückkehr erhofft hat», schreibt der «Spiegel» nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador. Diese hatte für Deutschland zwar keine Konsequenzen, verpasste der Euphorie im Land und dem Anschein nach auch dem Selbstvertrauen des Teams aber einen Knick. Neuer, der an seinen besten Tagen noch immer die besten Stürmer zum Verzweifeln bringen kann, wirkte dabei nicht sattelfest.

Bei beiden Gegentoren sah er nicht gut aus

Beim ersten Gegentor sei er zu langsam gefallen, heisst es in der «Zeit», die titelte: «Er ist halt auch schon 40.» Beim zweiten sei er dann nicht entschlossen genug, bemängelt wiederum der «Spiegel». Dazu seien Missverständnisse mit Innenverteidiger Jonathan Tah gekommen. In einem Fall führte ein solches beinahe zu einem weiteren Gegentreffer. «So hilft Neuer dem Team kaum.»

«Manuel Neuer wird noch sehr wichtig sein.»
Bastian Schweinsteiger

Das gesamte Team zeigte eine schwache Leistung. Dass auf die Leistungen vom 40-jährigen Goalie dennoch besonderes Augenmerk gelegt wird, liegt einerseits natürlich an dessen Position. Andererseits aber auch an der Vorgeschichte, in der Nagelsmann nicht gut ausgesehen hat. Immer wieder verneinte er Gerüchte über eine Rückkehr Neuers und stärkte Baumann den Rücken. Sogar als der Rücktritt vom Rücktritt gemäss Berichten schon kurz vor Abschluss stand. Damit machte der 38-jährige Trainer das Thema nur noch grösser. Das könnte ihm nun auf die Füsse fallen.

Neuer sieht keinen Fehler bei sich

Nichts von der Kritik wissen will Neuer selbst. Auf die Frage, ob er den zweiten Gegentreffer auf seine Kappe nehmen würde, sagte er: «Ne! Jeder Torwart weiss, dass ich mich so zum Ball hinstellen und versuchen muss, den Ball so zufangen.» Unterstützung erhielt er vom ARD-Experten Bastian Schweinsteiger. Der verteidigte seinen langjährigen Teamkollegen in Klub und Nationalteam und attestierte ihm eine gute Leistung am bisherigen Turnier. Dann prophezeite er: «Manuel Neuer wird noch sehr wichtig sein.»

Darauf dürfte auch Julian Nagelsmann hoffen. Der kann sich eine Goaliediskussion nämlich am wenigsten leisten. Beenden kann diese aber nur Manuel Neuer. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Montagabend (22.30 Uhr) im Sechzehntelfinal. Dann trifft Deutschland auf einen noch nicht bekannten Gruppendritten.

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