Hagelsturm zerstörte das Stadiondach: Der EHC Bülach kämpft nach Unwetter ums Überleben
Der EHC Bülach hat seit fast einer Woche keine eigene Eisfläche mehr. Der Hagelsturm, der am letzten Freitag im ganzen Kanton Zürich für grossen Schaden sorgte, zog auch die Eishalle Hirslen in Mitleidenschaft. Die Spielstätte der Zürcher Unterländer ist nicht mehr spielbar und wurde gesperrt. Das Dach wurde durch die riesigen Hagelkörner durchlöchert.
Vereinspräsident Tobias Plüss hat nun auf der vereinseigenen Website Alarm geschlagen: «Dieses Ereignis und seine Konsequenzen treffen uns extrem hart! Wir wissen derzeit nicht, wie wir mit der gegebenen Situation über alle Stufen eine ganze Saison durchführen können. Ohne eigene Halle ist der Spielbetrieb auf Dauer nicht möglich und das Fortbestehen des Vereins steht auf dem Spiel.» Weiter erklärt Plüss, dass der Klub sozusagen auf der Intensivstation liegt und dass dem EHC kritische Tage und Wochen bevorstehen.
Einige Trainings der verschiedenen Teams konnten zwar bereits in Kloten, Dielsdorf und Schaffhausen durchgeführt werden, aber es mussten auch schon Trainingseinheiten und Turniere gestrichen werden. In der ganzen Region fragt Bülach verschiedene Standorte mit Eisflächen an, aber zum einen sind die Eiszeiten knapp und es kostet viel Geld.
Bei den Zürcher Unterländern ist aktuell aber jeder Rappen wichtig. Durch das defekte Dach rechnet Plüss mit einem Verlust von 90’000 bis 120’000 Franken, Kosten, welche für den Verein nicht zu stemmen sind, wie der Präsident gegenüber dem Tages Anzeiger bestätigt. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Stadt das übernimmt», stellt Plüss klar.
Wann die Eishalle Hirslen wieder einsatzbereit ist, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Plüss rechnet bereits vor: «Wenn man damit rechnet, dass wir bis Ende Dezember keine Halle haben, sind davon 55 Heimspiele und 400 Trainingseinheiten betroffen, die durchgeführt werden müssten.» Die Hoffnung besteht, dass ein Wellendach auf die Halle gelegt werden könnte. Ein solches könnte in drei bis vier Wochen installiert werden und im Oktober könnte dann in der Hirslen vielleicht wieder gespielt werden.
Auch ohne den Hagelschaden war die offene Eishalle nicht mehr in einem einwandfreien Zustand und eine Renovierung oder ein Neubau wäre bereits länger notwendig. Zunächst geht es für die Bülacher aber darum, die nächsten Wochen und Monate zu überstehen und das kaputte Dach zu entfernen. Da das alte Dach aus Eternitplatten besteht, könnte sich darunter Asbest befinden und dadurch für weitere Verzögerungen sorgen.
In den nächsten Tagen möchte der Verein ein Crowdfunding starten, um in der nächsten Zeit über die Runden zu kommen. Das erste Heimspiel der Saison ist auf den 23. September angesetzt. Noch ist unklar, wo und ob das Spiel gegen den SC Lyss stattfinden kann.
