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Servette Genf feiert und mittendrin ist Super-Fan Eric Grassien

Geneve-Servette's forward Noah Rod, left, and Geneve-Servette's defender Arnaud Jacquemet, right, celebrate with the trophy of Swiss Champion after winning by 4:1 the seventh and final leg o ...
Noah Rod und Arnaud Jacquemet bringen den Pokal zu Eric Grassien.Bild: KEYSTONE

Das Meisterfoto gibt's erst, wenn auch Servettes Super-Fan Eric da ist

Eric Grassien gilt als grösster Fan des Eishockeyklubs Servette Genf und nennt sich selber ein Maskottchen des Teams. Am Donnerstagabend wurde sein grosser Traum vom Meistertitel wahr – nach einem Leben voller harter Prüfungen.
28.04.2023, 08:5318.12.2023, 16:27

«Sein Leben war oft die Hölle, aber er lächelt immerzu.» So wird Eric Grassien von der «Tribune de Genève» beschrieben. Der 59-Jährige musste wahrhaft einiges durchmachen. Im Alter von zwei Monaten wurde er von seiner Mutter ausgesetzt. Er verbrachte die Kindheit in Belgien, Frankreich und ab dem Alter von acht Jahren in Kanada. Dort lernte er einerseits das Eishockey kennen und lieben, andererseits seine zukünftige Frau, wie er ein Waisenkind.

In den 1980er-Jahren zog das Ehepaar nach Genf, ein Kind erblickte die Welt. Und dann kam, 1989, jener Tag, der Eric Grassiens Leben von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf stellte. Ein Raser, der nie ermittelt werden konnte, erfasste den Fussgänger. Grassien ist seither an den Rollstuhl gefesselt.

«Mein Weg ist auch eine Art, Hoffnung zu übertragen»

Doch das Leben hielt noch weitere harte Prüfungen für den Mann bereit. Als er 1997 eines Abends nach Hause kam, wartete dort die Polizei auf ihn. Die Beamten klärten ihn darüber auf, was seine schwangere Ehefrau getan hatte. Erst hatte sie das erste Kind getötet, danach sich selber erhängt. Grassien schildert der «Tribune de Genève», weshalb er das alles überstanden hat: «Dieses Leben ist hart, aber es ist schön. Mein Weg ist auch eine Art, eine Botschaft der Stärke, der Hoffnung und des Mutes zu überbringen.»

Das Eishockey habe ihn in diesen schwierigen Zeiten wieder aufgerichtet. «Ich glaube, das hat mich gerettet.» Chris McSorley, der Mann, der Servette wieder gross gemacht hatte, lernte ihn kennen. So kam Eric Grassien mehr und mehr mit den Spielern des HC Servette in Kontakt. Mittlerweile sagt der Super-Fan: «Ich bin ein Teil der Familie.»

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Grassien wurde schon von Torhüter Gauthier Descloux ans Weihnachtsfest eingeladen, mit anderen ehemaligen und aktuellen Spielern sei er befreundet, sagt er. Sein Zuhause sei ein kleines Eishockeymuseum, mit geschenkten Trikots und Stöcken.

Nun gesellen sich unbezahlbare immaterielle Souvenirs hinzu: die Erinnerungen an den Gewinn des ersten Meistertitels der Klubgeschichte. Der bewundernswerte Eric Grassien wurde von den Spielern aufs Eis geholt, nachdem der Triumph im Spiel 7 gegen den EHC Biel unter Dach und Fach war. Das Teamfoto mit Meisterpokal, das war für sie klar, wird erst geschossen, wenn auch ihr Super-Fan dabei ist.

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quelle: keystone / urs flueeler
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