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Das möchte Jan Cadieux bei der Hockey-Nati verändern

Cheftrainer Jan Cadieux, rechts, spricht neben Patrick von Gunten, Direktor der Sport des SIHF, links, an einem Medienroudtable der Swiss Ice Hockey Federation am Dienstag, 15. September 2026 in Klote ...
Nati-Trainer Jan Cadieux mit Sportdirektor Patrick von Gunten an einer Pressekonferenz.Bild: PostFinance

«Will nicht Fischer Nummer 2 sein»: Das möchte Cadieux bei der Hockey-Nati verändern

Nach drei WM-Silbermedaillen verzichtet Jan Cadieux auf eine Revolution. Der neue Nationaltrainer sucht kleine Verbesserungen – auf dem Eis und vor allem im Umgang mit den Spielern.
16.09.2026, 06:5816.09.2026, 06:58
Niclas Zettergren / ch media

Dreimal WM-Silber in drei Jahren – und trotzdem kein radikaler Neuanfang. Rund 100 Tage nach Patrick von Guntens Amtsantritt als Sportdirektor und wenige Monate nach der Beförderung von Jan Cadieux zum Nationaltrainer hat die neue Führung der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei einer Medienrunde Einblicke in ihre Vorstellungen gewährt. Von Gunten und Cadieux treten nach Lars Weibel und Patrick Fischer in grosse Fussstapfen. Ihr Rezept für den letzten Schritt zur Goldmedaille: keine Revolution, sondern gezielte Anpassungen.

Fischers Werte bleiben – der Führungsstil ändert sich

Wer einen Bruch mit der Ära Patrick Fischer erwartet hat, wird enttäuscht. Cadieux würdigt die Arbeit seines Vorgängers. Dessen Leidenschaft und Glaube an das Nationalteam hätten die Mannschaft nachhaltig geprägt. Die Werte, welche die Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hätten, seien längst nicht mehr jene einer einzelnen Person. «Das sind Werte des Verbands», sagt der neue Nationaltrainer, der kurz vor der Heim-WM dieses Jahres das Ruder an der Bande übernommen hat.

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Kurz vor der Heim-WM übernahm Cadieux das Amt von Patrick Fischer.Bild: keystone

Gleichzeitig will Cadieux bewusst eigene Akzente setzen. «Ich will nicht Patrick Fischer Nummer 2 sein.» Der grösste Unterschied werde weniger auf dem Eis als daneben sichtbar sein. «Die Beziehung zu den Spielern und die Kommunikation werden anders sein.» Gleichzeitig wolle er sich selbst treu bleiben. «Das ist sehr wichtig für mich und auch für die Spieler. Sie haben so eine ehrliche Person vor sich.»

Auch von Gunten sieht keinen Grund, nach drei Silbermedaillen in Folge alles auf den Kopf zu stellen. «Wenn man erfolgreich ist, versucht man nicht einfach etwas zu ändern, damit man sagen kann: Das ist jetzt meins.»  Entsprechend gehe es darum, Bestehendes weiterzuentwickeln und nicht neu zu erfinden.

Hausbesuche nach dem verlorenen WM-Final

Die grösste Baustelle sieht Cadieux ohnehin nicht im Spielsystem. Vielmehr sucht er nach den kleinen Details, die der Schweiz nach drei Finalniederlagen zur Goldmedaille fehlen.

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An der Heim-WM gab es schlussendlich wieder nur Silber.Bild: keystone

Nach der Heim-WM besuchte er deshalb jeden Nationalspieler persönlich. Das kürzeste Gespräch dauerte 40 Minuten, das längste zwei Stunden. «Ich wollte nicht telefonieren», sagt Cadieux. Er wollte wissen, was die Spieler im verlorenen Final gegen Finnland gespürt hatten, welche Lehren sie daraus ziehen und was der Trainerstaff künftig besser machen kann. Ganz losgelassen hat ihn das Endspiel bis heute nicht. «Ich denke fast jeden Tag daran», sagt Cadieux. Auch die Frage, ob man beim Stand von 0:0 noch etwas hätte verändern sollen, beschäftig ihn.

Gleichzeitig warnt er davor, alles auf den Final zu reduzieren. «Wenn wir nur über den Final sprechen, wäre das ein grosser Fehler.» Entscheidend sei vielmehr der gesamte Prozess bis zu diesem Spiel.

Bei Bichsel zählt nur noch die Zukunft

Auch die Rückkehr von Lian Bichsel beschäftigt die neue Führung. Nach Ablauf seiner zweijährigen Sperre führten Cadieux und von Gunten zwei Gespräche mit dem NHL‑Verteidiger. «Wir wollten nicht wissen, wer richtig oder falsch lag», betont Cadieux. «Die Vergangenheit können wir nicht ändern. Was wir ändern können, ist die Zukunft»

Von Gunten weist zudem darauf hin, dass die Rückkehr Bichsels schon länger vorgesehen gewesen sei. «Es war immer klar, dass man nach der Heim-WM wieder auf ihn zugeht.» Von einer Begnadigung könne deshalb keine Rede sein, betont der Nati-Direktor. Auch innerhalb der Mannschaft habe es gegen eine Rückkehr keine Einwände gegeben.

Während Cadieux im November bei den NOCCO Hockey Games in Finnland erstmals in der neuen Saison an der Bande steht, richtet von Gunten den Blick über die A-Nationalmannschaft hinaus.

Patrick von Gunten, Direktor der Sport des SIHF, links, spricht neben Cheftrainer Jan Cadieux, rechts, an einem Medienroudtable der Swiss Ice Hockey Federation am Dienstag, 15. September 2026 in Klote ...
Von Gunten möchte einen roten Faden ins Schweizer Eishockey bringen.Bild: PostFinance

Eine der wichtigsten Aufgaben sieht der neue Sportdirektor darin, einen roten Faden im Schweizer Eishockey zu schaffen – innerhalb des Verbands, in der Zusammenarbeit mit den Klubs und über alle Stufen hinweg, vom Nachwuchs bis zur Nationalmannschaft. Genau dort, sagt von Gunten, lasse die Schweiz noch «viel Qualität liegen». (schweizheute.ch)

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quelle: keystone / andreas becker
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