Die NHL-Trainingscamps haben gerade begonnen – und es gibt schon Drama
Es sind spannende Tage in der NHL. Der Saisonstart steht in weniger als zwei Wochen bevor. Die Trainingscamps der Teams haben vor kurzem begonnen. Die Fans spekulieren über die möglichen Aufstellungen mit all ihren neuen Spielern. Und in den letzten Tagen wurden noch einmal jede Menge neue Verträge abgeschlossen.
Denn am vergangenen Dienstag um Mitternacht trat der neue Gesamtarbeitsvertrag (Collective Bargaining Agreement – CBA) zwischen der NHL und den Spielern in Kraft und damit auch einige signifikante Veränderungen. Achtjahresverträge sind seither nicht mehr möglich, die maximale Vertragsdauer beträgt jetzt sieben Jahre. Und der Lohn muss über die gesamte Vertragsdauer gleichmässiger verteilt sein. Das bedeutet: Es ist nicht mehr möglich, in den ersten Vertragsjahren massive Boni auszuzahlen und in der zweiten Vertragshälfte das tatsächlich ausbezahlte Geld stark zu reduzieren, wie das von den Spielern oft bevorzugt wurde.
Breaking: Cutter Gauthier and the Anaheim Ducks have agreed to a new six-year contract with an average annual value of $13.5 million, sources told @emilymkaplan. pic.twitter.com/KwVuaYwH4D
— ESPN (@espn) September 16, 2026
So unterschrieb Anaheims Cutter Gauthier kurz vor der Deadline einen Sechsjahresvertrag (Cap Hit 13,5 Mio.), der ihm im ersten Jahr alleine 18,6 Millionen Dollar an Bonus auszahlen wird. Colorados Cale Makar (20,4 Mio.), Ottawas Drake Batherson (10,75 Mio.), Vancouvers Zeev Buium (9,38 Mio.) sowie Ryan Leonard (10,5 Mio.) und Justin Sourdif (6,35 Mio.) von Washington unterschrieben allesamt noch Achtjahresverträge.
Winnipeg suspendiert Stargoalie
Mit den administrativen Verpflichtungen aus dem Weg, kann man sich jetzt also dem Geschehen auf dem Eis zuwenden – müsste man meinen. Doch die Realität sieht in gewissen Teams anders aus. In der Nacht auf Donnerstag wurde bekannt, dass die Winnipeg Jets ihren Stargoalie und Olympiasieger Connor Hellebuyck suspendiert haben.
Was ist passiert? Dafür müssen wir die Zeit an den 9. Oktober 2023 zurückdrehen. Damals verlängerte Hellebuyck vorzeitig um sieben weitere Jahre und band sich so bis 2031 an die Winnipeg Jets. In der Saison 2024/25 waren die Kanadier das beste Team der Liga, insbesondere weil sie von einem fantastischen Hellebuyck getragen wurden. Der Goalie gewann nicht nur die Vezina Trophy (bester Torhüter), sondern auch die Hart Trophy (Liga-MVP).
Doch der Playoff-Erfolg blieb damals wie auch in den Jahren zuvor aus. Und so hat Hellebuyck trotz fünf ausstehender Vertragsjahre genug von Winnipeg. Schon im Frühsommer gab es Gerüchte, wonach der 33-Jährige einen Trade beantragt habe. Ende August ging der Goalie an die Öffentlichkeit und bestätigte den Trade-Wunsch. Diesem kamen die Jets bislang aber nicht nach.
The Winnipeg Jets announced today they have suspended goaltender Connor Hellebuyck for failure to report to training camp.
— Winnipeg Jets PR (@WpgJetsPR) September 17, 2026
General Manager Kevin Cheveldayoff will address the media at 10:30 a.m. tomorrow, Thursday, Sept. 17th, at hockey for all centre.
Also hat Hellebuyck entschieden, aus Protest nicht im Trainingscamp in Winnipeg aufzutauchen. Und die Jets haben ihn dafür nun suspendiert. Für Hellebuyck bedeutet das, dass er nichts verdient, solange er suspendiert ist. Für die Jets bedeutet das, dass der Cap Hit ihres Goalies für sie momentan wegfällt. Jedenfalls scheint klar, dass das Verhältnis zwischen Winnipeg und seinem Stargoalie derart zerrüttet ist, dass ein Trade der einzige Ausweg bleibt.
Interessenten wirst du für einen Torhüter vom Kaliber eines Connor Hellebuyck grundsätzlich immer finden. Doch realistischerweise gibt es nur eine Handvoll Teams, die momentan genügend Cap Space haben, um den 8,5-Millionen-Vertrag des Olympiasiegers zu schlucken. Jets-Fans müssen sich auf dramatische Stunden und Tage einstellen.
Larkin verletzt, Merzlikins fällt durch
Auch Detroits Captain Dylan Larkin hat in diesem Sommer einen Trade verlangt. Anders als Hellebuyck war er allerdings bereit, im Trainingscamp der Red Wings aufzutauchen und allenfalls auch mit ihnen in die Saison zu starten. Nachdem Steve Yzerman als GM entlassen wurde, ist vielleicht ein Verbleib Larkins bei Detroit sogar realistisch. Allerdings hat der Stürmer sich auch eine Oberkörperverletzung zugezogen und wird zumindest den Start des Trainingscamps verpassen.
Interim Red Wings GM Shawn Horcoff says that Dylan Larkin sustained an upper-body injury while training and will not be skating when training camp begins. pic.twitter.com/SRtQbmsLZO
— TSN (@TSN_Sports) September 16, 2026
Viele Fragezeichen gibt es auch um Elvis Merzlikins. Der frühere Lugano-Goalie hat bei den Columbus Blue Jackets nach einer Schulteroperation vor einem Monat die medizinischen Tests nicht bestanden. General Manager Don Waddell gab sich kryptisch und sagte nur: «Wir werden ihn noch eine Weile nicht hier sehen.»
