Sport
Eismeister Zaugg

Die SCL Tigers sind miserabel in die neue Saison gestartet

Tigers Head Coach Scott Beattie waehrend dem Eishockey National League A Spiel zwischen den SCL Tigers und dem Lausanne HC, am Dienstag, 20. September 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Mar ...
Scott Beattie steht bei den SCL Tigers bereits stark unter Druck.Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Langnau und die freundlichen Lügen in unfreundlichen Zeiten 

Wer ersetzt bei den SCL Tigers Cheftrainer Scott Beattie? Nach der sechsten Pleite in Serie dauert seine Amtszeit nur noch so lange wie die «kleinkindliche Trotzphase» von Sportchef Jörg Reber.
21.09.2016, 09:1821.09.2016, 11:57

Diese Begebenheit ist durch mehrere vertrauenswürdige Gewährsleute verbürgt. Am Dienstagmittag sassen im Oberaargau in einem feinen Speiserestaurant drei Männer zu Tische. André Rufener, der bekannte, erfolgreiche und einflussreiche Spieleragent mit NHL-Lizenz sowie zwei mit den Verhältnissen in Langnau gut vertraute ältere Herren.

Die Spieler der SCL Tigers sind geschlagen, nach dem Eishockey National League A Spiel zwischen den SCL Tigers und dem Lausanne HC, am Dienstag, 20. September 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYS ...
Wer kann diese Tigers-Truppe wieder aufrappeln?Bild: KEYSTONE

Unter anderem waren die SCL Tigers ein Gesprächsthema. André Rufener wird gebeten, seinem Klienten Heinz Ehlers mitzuteilen, er möge mit der Annahme eines neuen Jobs doch noch ein wenig warten bis ein Angebot aus Langnau komme. Langnau brauche ihn. Er müsse die Tigers retten. Aber André Rufener gibt zu bedenken, dass es auch eine Anfrage von Fribourgs Sportchef Christian Dubé geben könnte. Bei köstlichen Spareribs gehen die drei exzellenten Hockeykenner mögliche Alternativen für Langnau durch.

«Wir haben das Ziel, diese Saison den Trainer nicht zu entlassen.»
Verwaltungsrat der SCL Tigers

Wer soll's denn sein?

Serge Pelletier, von den Tessiner Operetten-Medien ins Spiel gebracht, könne keine Lösung sein. Das sei bloss ein Scott Beattie in Anzug und Krawatte. Lars Leuenberger und Larry Huras? Lars sei beim Teleclub als TV-Experte besser aufgehoben und Larry sei ein bisschen aus der Zeit gefallen. Heinz Ehlers sei wahrscheinlich die beste Lösung. Weil er dazu in der Lage sei, aus einem spielerischen Minimum ein taktisches Maximum herauszuholen.

ARCHIV --- Ambris Trainer Serge Pelletier im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Biel und dem HC Ambri-Piotta, am Samstag, 26. September 2015, in der Tissot Arena in B ...
Der Scott Beattie im Anzug und mit Krawatte: Serge Pelletier.Bild: KEYSTONE

Die zweite Situation kennen wir aus dem Eishockey. Wenn Chronisten den Präsidenten oder den Sportchef fragen: «Ist der Trainer ein Thema?» dann erhalten sie immer zur Antwort: «Der Trainer ist kein Thema, was soll die Frage?» Es ist stets der Anfang des Scheidungsprozesses. Denn wenn der Trainer kein Thema wäre, würden die Chronisten den Trainer nicht thematisieren.

Kriegen die Tigers die Kurve und schaffen es sogar am Ende noch in die Playoffs?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1801 Personen teilgenommen

«Kleinkindliche Trotzphase»

Am Dienstag war auf Zeitungspapier gedruckt zu lesen und sogar am staatstragenden Radio zu hören und im Fernsehen zu sehen, dass in Langnau Trainer Scott Beattie kein Thema sei. Präsident Peter Jakob und sein Sportchef bekräftigen, dass am Trainer festgehalten wird. Und auch ein Telefonat mit einem sehr einflussreichen Verwaltungsrat hat die gleiche Antwort gebracht: «Wir haben das Ziel, diese Saison den Trainer nicht zu entlassen.»

Jörg Reber, SCL Tigers
Wann reisst der Geduldsfaden von Tigers-Sportchef Jörg Reber?Bild: SCL Tigers

Bei so viel Zustimmung ist die Trainerentlassung im Tal der heulenden Winde nicht mehr zu vermeiden. Es folgt nun noch so etwas wie eine «kleinkindliche Trotzphase»: Der Sportchef will partout noch nicht einsehen, dass Trainer Scott Beattie, der Clown, der lustig ist (im Gegensatz zu Guy Boucher, der vor einem Jahr in Bern auch ein Clown war, aber bei dem allen das Lachen vergangen ist), ein grandioser Irrtum ist. Das soll weiter nicht tragisch sein. Jedem Sportchef ist das Recht auf Irrtum zu gewähren, erst recht einem so tüchtigen wie Jörg Reber.

Eine Frage der Zeit

In Langnau ist es so, dass ein Trainer auf Antrag des Sportchefs per Verwaltungsratsentscheid des Amtes enthoben wird. Noch ist es nicht soweit. Aber nun haben die Langnauer die sechste Niederlage in Serie eingefahren. 0:5 gegen Lausanne. Unfreundliche Zeiten. Der schlechteste NLA-Saisonstart aller Zeiten. Die SCL Tigers sind die neuen Lakers. Sie haben es nur noch nicht gemerkt.

Kein Schelm und auch kein bösartiger Gerüchtemacher, wer jetzt sagt, dass André Rufener in Bälde, nach dem Ende der «kleinkindlichen Trotzphase» ein Telefon von Langnaus Sportchef Jörg Reber erhalten wird. André Rufener war übrigens beim Spiel gegen Lausanne in Langnau auch im Stadion. Diskret auf der GLB-Tribüne.

Das wird alles neu in der National League A 2016/17

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der SC Bern löst sein Goalie-Problem bis mindestens 2030
Der SCB stabilisiert die sportliche Lage und verlängert mit Christof von Burg (25) vorzeitig um drei Jahre bis 2030.
Spätestens beim guten NL-Debüt in Kloten (4:1) hat Christof von Burg den Torhütermarkt neu lanciert. Sein Agent Sven Helfenstein hat sowieso in den letzten Wochen fleissig mit seinem Klienten hausiert und dabei offene Türen eingerannt: Auch Biels Sportchef Martin Steinegger war sehr interessiert und hätte Christof von Burg Ambris Philip Wüthrich vorgezogen. Aber auch weitere Klubs waren an der Nummer 2 der Berner interessiert und die rege Nachfrage dürfte ihm nun neu auch ein Salär von etwas mehr als 300'000 Franken im Jahr bescheren.
Zur Story