Schweizer Super-Donnerstag in Europa – gegen Arche-Klub, Inter-Kopie und Real-Schreck
Fast im Stundentakt stehen am Donnerstag die fünf Teams aus der Super League im Europacup im Einsatz. Während Thun und Lugano daheim antreten, stehen für St. Gallen, Sion und Vaduz weite Reisen an.
17.00, 18.00, 19.00, 20.00 und 20.30 Uhr: Das sind die Anspielzeiten der Europacup-Vertreter aus der Super League. Die Frühansetzungen erklären sich auch durch die drei weiten Reiserouten Richtung Osten.
Aber nicht nur die Schweizer (und Liechtensteiner) Klubs schreiben spezielle Geschichten, sondern auch ihre Kontrahenten.
Thuns Gegner schrieb isländische Europacup-Geschichte
Vikingur Reykjavik sorgte in der Saison 2024/25 für den grössten internationalen Erfolg eines isländischen Klubs. In der Conference League erreichte der Hauptstadtverein als erster Vertreter des Landes die K.o.-Runde eines UEFA-Wettbewerbs. In dieser besiegten die Isländer Panathinaikos Athen im Hinspiel 2:1 und verpassten das Weiterkommen erst durch ein Gegentor in der 95. Minute des Rückspiels in Athen.
Der 1908 gegründete Verein wurde im letzten Jahr zum achten Mal isländischer Meister und befindet sich auf Kurs zur erfolgreichen Titelverteidigung. Nach 17 Runden liegt das Team mit einem komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze. In der Qualifikation für die Champions League setzten sich die Isländer zuerst gegen den ungarischen Meister Györ durch, scheiterten dann aber knapp an Hapoel Be'er Sheva, dem Meister aus Israel.
Sions Gegner strebt das Conference-League-Triple an
Während der FC Sion seit elf Jahren darauf wartet, sich für die Liga- oder Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs zu qualifizieren, ist das dem kommenden Gegner zuletzt zweimal in Folge gelungen. Noah Jerewan qualifizierte sich 2024 und 2025 für die Ligaphase der Conference League und schaffte es in der vergangenen Saison sogar in die K.o.-Phase. In fünf der acht internationalen Einsätze stand mit Timothy Fayulu ausgerechnet der damals von Sion ausgeliehene Goalie im Tor.
Der FC Noah wurde erst 2017 gegründet und hiess bis 2019 noch FC Arzach. Seinen heutigen Namen verdankt er der biblischen Arche Noah, die der Geschichte nach im naheliegenden Gebirge Ararat gestrandet ist. Nach dem Double in der Saison 2024/25 verteidigte die Mannschaft in der vergangenen Saison den Titel im Cup erfolgreich.
St. Gallens Gegner ist ein Rekordmeister auf Formsuche
Vor fünf Jahren gelang dem FC Sheriff Historisches. Als erstes moldawisches Team qualifizierte er sich für die Gruppenphase der Champions League und feierte dort einen sensationellen 2:1-Sieg gegen Real Madrid – notabene im Bernabeu, dem Heimstadion der Spanier. Zwei Jahre später erreichte das Team aus Tiraspol in der Europa League die Gruppenphase, holte dort in sechs Spielen aber nur einen Punkt – daheim beim 1:1 gegen Servette.
Tiraspol liegt in Transnistrien, das sich selbst als unabhängiger Staat versteht, international aber nicht anerkannt ist. Dennoch spielt der 1997 gegründete FC Sheriff in der moldawischen Meisterschaft und gewann diese zwischen 2001 und 2023 gleich 21-mal. In den letzten drei Saisons ging die Liga-Trophäe allerdings an andere Teams.
Luganos Gegner ist ein europäischer No-Name
Dem NSI Runavik ist in diesem Sommer eine Premiere gelungen. Dank einem 3:2 gegen die Hamrun Spartans aus Malta hat der färöische Verein im Europacup erstmals die erste Qualifikationsrunde überstanden. Der richtige Coup gelang dem Team von der Insel Eysturoy dann in der zweiten Runde gegen die Slowenen aus Koper. Dank eines Treffers in der 122. Minute rettete sich Runavik ins Penaltyschiessen und gewann dieses 4:3.
Die Formstärke des Teams zeigt sich auch mit Blick auf die laufende Meisterschaft. Nach 17 Runden liefert sich Runavik mit dem punktgleichen Klaksvik einen Zweikampf um den Titel. Sollte sich NSI durchsetzen, wäre es nach 2007 erst der zweite Meistertitel der Klubgeschichte.
Vaduz' Gegner hat ein prominentes Vorbild
Nicht nur den Namen hat das 1990 gegründete Inter Turku abgekupfert, auch die Vereinsfarben orientieren sich an Inter Mailand. So ist das Heimdress des finnischen Teams ebenfalls blau und schwarz gestreift.
In Finnland ist die Meisterschaft voll im Gang. Nach 18 Runden belegt Inter Turku, das 2008 zum bisher einzigen Mal Meister wurde, den 2. Platz. Den Flow konnte die Mannschaft in den Europacup mitnehmen. In der Qualifikation für die Conference League gewannen die Finnen zuerst gegen den FK Sarajevo, dann gelang ihnen die Überraschung gegen Istanbul Basaksehir. Nun träumt der Klub, der 2006 kurzzeitig vom in der Schweiz bestens bekannten René van Eck trainiert wurde, vom erstmaligen Einzug in eine europäische Ligaphase. (sda)
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