Basel unterliegt FCSG und verpasst Europacup – Riesenklatsche für Thun vor Pokalübergabe
Basel – St.Gallen 1:3
Wären die Thuner Überflieger nicht gewesen, hätte auch der FC St. Gallen einen würdigen Meister abgegeben. Mit nunmehr 69 Punkten übertraf der Klub seine bisherige Bestmarke in der Super League aus der Saison 2019/2020. Die damals 68 Zähler schaffte er allerdings in 36 Partien. Zum Abschluss der laufenden Saison treffen die St. Galler in der 38. Runde am Samstag auf Thun, bevor am Wochenende darauf der Cupfinal gegen Stade Lausanne-Ouchy ansteht.
Den Erfolg in Basel sicherte sich das Team von Enrico Maassen durch Tore von Aliou Baldé (51.), Carlo Boukhalfa (78.) und Nevio Scherrer (89.). Baldé erzielte sein elftes Saisontor, Boukhalfa traf einen Tag nach der vorzeitigen Vertragsverlängerung zum zwölften Mal, und der 18-jährige Scherrer feierte seine Torpremiere in der Super League.
Bei allen drei Treffern sah die Defensive des FC Basel nicht gut aus, weil sie zu passiv agierte. Überhaupt enttäuschte die Mannschaft von Trainer Stephan Lichtsteiner einmal mehr, nicht nur hinten, sondern auch vorne. Der Anschlusstreffer zum 1:2 von Verteidiger Nicolas Vouilloz fiel erst in der 88. Minute und brachte die Hoffnung auf einen Punktgewinn nur für eine Handvoll Sekunden zurück in den St. Jakob-Park. Fast umgehend stellte Scherrer den Zweitore-Vorsprung der St. Galler wieder her.
Während St. Gallen im schlechtesten Fall nächste Saison die Qualifikation für die Conference League bestreitet, geht der FC Basel, was das unter Umständen lukrative internationale Geschäft angeht, leer aus. Er spielt am Sonntag in Lugano nur noch darum, den 5. Platz im Fernduell gegen YB zu verteidigen.
Basel - St.Gallen 1:3 (0:0)
29'822 Zuschauer. SR Fähndrich.
Tore: 51. Balde 0:1. 78. Boukhalfa (Stevanovic) 0:2. 88. Vouilloz (Koindredi) 1:2. 89. Scherrer 1:3.
Basel: Hitz; Tsunemoto (81. Rüegg), Vouilloz, Daniliuc, Schmid; Metinho, Leroy (67. Salah); Duranville (81. Rexhaj), Shaqiri (57. Koindredi), Traoré; Koloto (57. Ajeti).
St.Gallen: Zigi; Gaal (46. Daschner), Kleine-Bekel, Okoroji; Ruiz, Görtler (75. Fazliji), Konietzke (84. Scherrer), Boukhalfa (84. Quintillà), Stevanovic; Vogt (61. Besio), Balde.
Verwarnungen: 10. Gaal, 10. Traoré, 13. Balde, 39. Vouilloz, 47. Leroy, 50. Kleine-Bekel, 59. Schmid, 87. Fazliji, 94. Okoroji.
Thun – YB 3:8
Am Tag der Pokalübergabe kassiert der FC Thun seine elfte Niederlage der Saison. Der Schweizer Meister geht im Berner Kantonalderby gegen den BSC Young Boys mit 3:8 unter.
Bei den Thunern scheint die Luft schon länger draussen zu sein. Der Sensationsmeister bleibt auch im vierten Spiel der Meisterrunde punktelos – insgesamt war es die sechste Niederlage aus den letzten sieben Runden. Das ist eine mehr als in den ersten 30 Saisonspielen zusammen.
Dabei waren die Thuner zunächst durchaus gewillt, dem Publikum im letzten Heimspiel nochmals etwas zu bieten. Auf den frühen Rückstand, der durch ein Missverständnis zwischen Captain Marco Bürki und Goalie Niklas Steffen bereits in der ersten Minute zustande kam, reagierte das Heimteam mit einem Doppelschlag. Mit seinen Saisontoren 14 und 15 drehte Thuns Topskorer Elmin Rastoder die Partie bis zur 13. Minute.
Doch auch die Gäste aus Bern wollten den mitgereisten Fans zumindest etwas für die enttäuschende Saison zurückgeben, die für YB ohne Europacup-Teilnahme enden wird. Allen voran hatte Samuel Essende etwas gutzumachen. Der Stürmer, der im Winter vom FC Augsburg zu YB gewechselt war, war in elf Partien für die Berner torlos geblieben. In Thun gelangen ihm dafür gleich drei Treffer. Das erste Tor der Partie erzielte er nach gewonnenem Laufduell, die beiden weiteren per Penalty. Für die übrigen Treffer waren Alvyn Sanches, Alan Virginius, Chris Bedia und Christian Fassnacht verantwortlich. Letzterer traf doppelt und führt die Torschützenliste nun allein an.
Dass Thun in der zweiten Halbzeit zu keiner Reaktion mehr fähig war, lag auch am Platzverweis gegen Captain Bürki. Dieser war kurz vor der Pause mit dem Ellbogen voraus in ein Kopfballduell gegen Sanches gegangen und sah nach VAR-Intervention die Rote Karte. Nach einer Notbremse von Jan Bamert standen die Thuner für die letzte Viertelstunde gar nur noch zu neunt auf dem Feld.
Am Ende der Partie kehrten Bürki und Bamert zusammen mit dem gesperrten Trainer Mauro Lustrinelli aufs Feld zurück, um den ersten Meisterpokal der Klubgeschichte entgegenzunehmen. Die Umstände hätten allerdings schöner sein können.
Thun - Young Boys 3:8 (2:3)
10'014 Zuschauer. SR Kanagasingam.
Tore: 1. Essende (Lauper) 0:1. 11. Rastoder (Ibayi) 1:1. 13. Rastoder (Roth) 2:1. 26. Essende (Penalty) 2:2. 43. Sanches (Fernandes) 2:3. 54. Essende (Penalty) 2:4. 64. Virginius (Gigovic) 2:5. 68. Fassnacht (Virginius) 2:6. 77. Bedia (Penalty) 2:7. 79. Bertone 3:7. 81. Fassnacht (Gigovic) 3:8.
Thun: Steffen; Fehr, Bamert, Bürki, Heule; Bertone (79. Franke), Käit (57. Matoshi); Roth, Imeri (57. Labeau); Ibayi (57. Reichmuth), Rastoder (70. Rupp).
Young Boys: Keller; Valery (75. Hadjam), Lauper, Benito, Bukinac; Pech, Fernandes (62. Gigovic); Males (63. Virginius), Sanches (76. Bedia), Colley (63. Fassnacht); Essende.
Bemerkungen: 45. Rote Karte gegen Bürki (Tätlichkeit). 76. Rote Karte gegen Bamert (Notbremse).
Verwarnungen: 17. Ibayi, 29. Colley, 61. Bertone, 78. Lauper, 86. Essende, 89. Steffen.
Sion – Lugano 2:2
Lugano bleibt in der Pole-Position für den 3. Schlussplatz in der Super League. Die Tessiner retten das 2:2-Remis beim direkten Konkurrenten Sion durch einen Treffer von Antonios Papadopoulos in der 90. Minute.
Sion verpasste den sechsten Sieg in Folge etwas unglücklich. Die Walliser waren in der zweiten Halbzeit gegen Lugano die bessere Mannschaft und machten innerhalb von acht Minuten durch Ilyas Chouaref, der nun bei 16 Torbeteiligungen steht, und Baltazar aus dem 0:1-Pausenrückstand eine 2:1-Führung. Speziell der Treffer des Brasilianers Baltazar in der 63. Minute war sehenswert. Er nahm einen Pass am Strafraumrand direkt mit dem Aussenrist und zirkelte den Ball in die rechte untere Torecke des chancenlosen Lugano-Keepers David von Ballmoos.
Die Reaktion von Lugano, das in der ersten Hälfte durch Georgios Koutsias das 1:0 erzielt hatte, deutete selten auf einen Ausgleich hin. Eine Doppelchance von Kevin Behrens zum Start der Schlussviertelstunde war das Beste, das die Luganesi zustande brachten, bis kurz vor Schluss der deutsche Verteidiger Papadopoulos nach einem Schuss von Elias Pihlström und einer Parade von Anthony Racioppi genau richtig stand, um zum 2:2 abzustauben.
Um in der Schlussrunde am Sonntag noch auf den 3. Platz vorzustossen, benötigt Sion einen Sieg bei den Young Boys und gleichzeitig Punktverluste von Lugano daheim gegen Basel. Bleibt den Sittenern nur der 4. Platz, müssen sie auf den Cupsieg von St. Gallen hoffen, um sich doch noch zum ersten Mal seit 2017 für einen Europacup zu qualifizieren.
Sion - Lugano 2:2 (0:1)
14'300 Zuschauer. SR Turkes.
Tore: 31. Koutsias (Mahmoud) 0:1. 55. Chouaref (Nivokazi) 1:1. 63. Baltazar Costa (Kabacalman) 2:1. 90. Papadopoulos 2:2.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Hajrizi, Kronig, Hefti; Kabacalman (81. Sow), Baltazar Costa; Chouaref (81. Rrudhani), Lukembila (64. Chipperfield), Surdez (64. Boteli); Nivokazi (70. Berdayes).
Lugano: Von Ballmoos; Papadopoulos, Mai, Delcroix; Zanotti, Grgic (89. Kendouci), Bislimi, Cimignani (68. Alioski); Mahmoud (74. Bottani), Koutsias (68. Pihlström); Behrens.
Verwarnungen: 7. Grgic, 51. Hefti, 54. Hajrizi, 58. Baltazar Costa, 91. Boteli. (nih/sda)
