Wie möchte man dieses Team stoppen? Barcelona zerschiesst aktuell alles
Was für eine offensive Demonstration vom FC Barcelona in der noch jungen Saison. In wettbewerbsübergreifend sieben Partien hat Barça nur in einem Spiel weniger als vier Tore erzielt. Die letzten fünf Resultate lesen sich wie folgt: 5:2, 5:0, 5:1, 4:2 und am Mittwoch wurde das Ganze mit einem 7:2-Sieg gegen Racing Santander nochmals getoppt. Der bemitleidenswerte Aufsteiger hätte sich auch nicht beklagen dürfen, wenn die Niederlage noch höher ausgefallen wäre. So verschoss Lamine Yamal kurz vor der Pause einen Elfmeter.
Die Resultate sind sinnbildlich für die aktuelle offensive Form der Katalanen, gegen die momentan kein einziges Kraut gewachsen ist. Der bereits zuvor stark besetzte Sturm mit Raphinha und Lamine Yamal erhielt in diesem Sommer mit Gabriel Jesus und Karim Adeyemi zwei weitere Akteure, welche absolutes Weltklasse-Format haben können, dies aber in den letzten Jahren nicht immer auf den Platz brachten.
Neuverpflichtungen spielen gross auf
Der deutsche Adeyemi hat in dieser Saison bereits drei Tore selbst erzielt und gegen Racing Santander gleich zwei Elfmeter rausgeholt. Zwar gehört Adeyemi nicht immer zur Startelf, scheint sich aber in Spanien wohlzufühlen.
Mit Rodri wurde das Mittelfeld vor diesem Sommer noch mit dem besten Spieler der letzten Weltmeisterschaft verstärkt und abgesehen von Ferran Torres gab es kaum gewichtige Abgänge für Barcelona.
Trotz der grossen Konkurrenz im Team scheint die Chemie untereinander zu stimmen. Abwehrspieler Joao Cancelo, der gegen Santander mit einem absoluten Traumtor das Skore eröffnete, sagte nach dem sechsten Sieg der Saison gemäss Barcawelt: «Wir sind körperlich alle sehr gut drauf. Die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft ist gut und gesund für das Team.» Auch die Zielsetzung in dieser Saison ist bereits klar und hochgesteckt: «Unser Ziel ist es, in diesem Jahr alles zu gewinnen.» Auch in der Champions League wurde mit dem 5:1-Sieg gegen Feyenoord Rotterdam ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.
Flick hat alles im Griff
Einen grossen Anteil am Erfolg hat auch Trainer Hansi Flick. Der ehemalige deutsche Nationalcoach befindet sich in seinem dritten Jahr bei den Katalanen und hat in den ersten zwei Spielzeiten zweimal die Meisterschaft und einmal den spanischen Pokal gewinnen können.
Dass man sich mit den ersten Spielen aber noch nichts kaufen kann, ist sich auch Flick bewusst. An der Pressekonferenz nach dem 7:2-Sieg sagte der 61-Jährige: «Das ist erst der erste Schritt und wir wissen, dass der Weg lange ist. Wir denken auch nicht daran, was am Ende ist, sondern einfach an unser nächstes Spiel.» Mit der Art, wie seine Mannschaft aktuell Fussball spielt, ist er aber mehr als zufrieden. «Die Qualität ist gut und das sehen wohl auch alle im Stadion so, vielleicht auch alle, die Fussball mögen.»
Raphinha kann auch Mittelstürmer
Wie wichtig Flick für die Mannschaft ist, zeigt der Fall von Raphinha. Seit die beiden zusammenarbeiten, blüht der Brasilianer so richtig auf und gehört zu den absoluten Leistungsträgern. Allein in dieser Saison hat Raphinha in sieben Einsätzen bereits elf Treffer erzielt. Dies hat auch damit zu tun, dass der 29-Jährige mittlerweile als Mittelstürmer eingesetzt wird. «Mir geht es gut, ich schiesse Tore», sagt er über seine neue Rolle.
Im letzten Spiel konnte Raphinha mit einem Hattrick brillieren und hatte auch nur lobende Worte für seinen Trainer übrig. «Ich habe es immer gesagt: Er ist der Trainer, der meine Mentalität innerhalb des Klubs und auch meine Sicht auf mich selbst verändert hat. Ich bin ihm dafür dankbar», schwärmte der Brasilianer.
In der heimischen Liga führt aktuell kein anderes Team als Barcelona eine wichtige Statistik an. Pro Spiel erarbeiten sich die Katalanen über sieben Torchancen und geben mehr als zwanzig Schüsse ab.
Vor der etwas längeren Nationalmannschaftspause trifft Barcelona am Samstagabend auswärts auf Sevilla, das mit 13 Punkten aus sechs Spielen ebenfalls gut in die neue Saison gestartet ist. Auch in diesem Spiel ist Barça natürlich der grosse Favorit, aber wenigstens defensiv kann Sevilla mit dem makellosen Leader bisher mithalten. Beide Teams haben in sechs Spielen genau sechs Tore kassiert.
