Rechte schiessen wegen Ceuta wieder einmal gegen Mbappé – der reagiert
Am Dienstagabend trugen die Spieler von Real Madrid und Elche vor dem Spiel T-Shirts mit der Aufschrift «Todos somos Caballas». Es handelt sich um eine Solidaritätsaktion mit der Bevölkerung von der spanischen Exklave Ceuta, die den Spitznamen «Caballas» (auf Deutsch: Makrelen) trägt. Auf der Rückseite des T-Shirts waren zudem das spanische Wappen und die Aussage «unsere Stadt, Unser Vaterland» aufgedruckt.
Weil Kylian Mbappé, Vinicius Junior und Ibrahima Konaté nur einen Teil der Botschaft zeigten, wurden sie vor allem aus politisch rechten und konservativen Kreisen harsch kritisiert. Das Trio von Real Madrid krempelte die T-Shirts so weit nach oben, dass lediglich «Todos somos Caballas» lesbar war, und zog diese schnell wieder aus.
🇪🇸 Real Madrid players were sent out for tonight's La Liga match in t-shirts epressing solidarity with the people in Ceuta after an invasion by tens of thousands of illegal migrants.
— Europa.com (@europa) September 15, 2026
Kylian Mbappé, Vinicius Jr, and Ibrahima Konaté refused to wear the t-shirts properly and took… pic.twitter.com/ICbWkXcqnO
Ende Juli waren rund 72'000 Menschen aus dem angrenzenden Marokko zu Fuss oder schwimmend nach Ceuta gelangt. Über 90 Personen starben aber auch bei dem Versuch. Ein Grossteil kehrte danach wieder zurück oder wurde zurückgebracht, jedoch halten sich noch immer Tausende Menschen in der spanischen Exklave auf dem afrikanischen Kontinent auf. Noch immer beschäftigt das Thema Spanien stark.
Mit den T-Shirts wollten Real Madrid und weitere Klubs, die sich der Aktion angeschlossen haben, nun ihre Solidarität mit der Bevölkerung Ceutas zeigen. Das Ziel sei es auch, den Menschen zu helfen, möglichst schnell zurück zum normalen Alltag sowie sozialen Aktivitäten zurückzukehren. Mbappé und Co. wurde nun ein Mangel an Mitgefühl mit den gut 80'000 Einwohnerinnen und Einwohnern vorgeworfen. Dies kritisieren die Rechten und Konservativen auch beim linken Ministerpräsidenten Pedro Sanchez.
Nun äusserte sich Mbappé selbst zu dem Thema. So hätte der Klub entschieden, dass die Spieler das T-Shirt tragen müssten. Der FC Barcelona nahm zum Beispiel nicht an der Aktion teil. Der 27-jährige Franzose hatte hingegen keine Wahl. «Ich bin voll und ganz mit Ceuta und allen Opfern solidarisch», erklärte er im Interview mit AS. «Denn bevor ich Spieler bin, bin ich ein Mensch. Aber ich wollte auch eine Geste zeigen und an alle Migranten denken, die ihr Leben verloren haben und ebenfalls unter schwierigen Bedingungen leben.»
Es sei eine schwierige Position gewesen für ihn, weil es so wirken könne, als habe er etwas gegen die Menschen von Ceuta. «Aber das ist absolut falsch. Ich stehe zu 100 Prozent hinter ihnen.» Jedoch habe er auch an die anderen Menschen denken wollen, denen es nicht gut gehe. «Es tut mir sehr weh, zu sehen, dass es in der Welt Menschen gibt, die leiden. Ich bin ein junger Mann, der das Beste für die Welt will.» Er habe eine Botschaft des Friedens schicken wollen und hoffe, dass sich die Situation schnell kläre.
Die Exklave Ceuta ist ein Konfliktthema zwischen Spanien und Marokko. Marokko erhebt immer wieder Anspruch auf die Region, die in etwa so gross ist wie die Stadt Liestal BL. Der Aufdruck auf der Rückseite des T-Shirts konnte also auch als Provokation interpretiert werden. Deshalb wurde der Marokkaner Abde Ezzalzouli von Betis Sevilla in seiner Heimat von einigen als Verräter bezeichnet, weil er das T-Shirt getragen hatte.
Für ihn habe dieses jedoch keine politische Bedeutung gehabt. «Es ist ein T-Shirt mit einer humanitären Botschaft in Richtung von Menschen und einer Bevölkerung, die eine schwierige Zeit erleben – unabhängig von ihrer Nationalität», teilte Ezzalzouli mit. (nih)
