Verkauf der Saisonabos: Die Kleinen profitieren – Basel und YB müssen ein Minus hinnehmen
Fette Steigerungsraten bei Klubs, die sonst eher im Schatten stehen und ein kleiner Einbruch bei den Branchengrössen – das ergibt eine Übersicht zum Saisonkartenverkauf in der Super League. Die grössten Gewinner in absoluten Zahlen sind der FC Lugano, der in seinem neuen Stadion 1575 Saisonabos mehr absetzen konnte, was einem Plus von 89 Prozent entspricht. Meister FC Thun profitierte von seinem Höhenflug (plus 27 Prozent) und Vizemeister FC St. Gallen stellte mit 13'000 Dauerkarten (plus 12 Prozent) einen Vereinsrekord auf.
Das ergibt eine Umfrage von CH Media unter den zwölf Klubs der Super League. Der FC Sion und Servette Genf wollen keine Zahlen nennen, wobei die Genfer darauf verweisen, ungefähr auf dem Niveau der Vorsaison zu liegen. Das dürfte nach Schätzungen ungefähr bei 3500 Saisonabos liegen; im Wallis dürften es rund 1000 mehr sein.
Den grössten Rückgang registrieren der FC Basel und der BSC Young Boys, was nach der sportlich deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Vorsaison nicht verwundert. Der FCB macht 10,3 Prozent rückwärts, nachdem er im Jahr nach dem Double 2025 einen sprunghaften Anstieg von 15'000 auf über 19'000 Saisonabos gemacht hatte.
Während die Basler vergangene Saison erstmals seit 2018/19 (Saisonabos damals: 22'135) mit der Gesamtbesucherzahl der 19 Heimspiele im St. Jakob-Park wieder die Marke von einer halben Million knackte, lockte YB mit total 523'095 am meisten Menschen in sein Stadion. Platz 6 bezahlen die Berner nun mit einem Rückgang an Saisonaboverkäufen von 10,4 Prozent.
Verluste der Grossen fressen Steigerung der Kleinen
Der Verlust von zusammen 4124 Jahreskarten in Bern und Basel frisst die zum Teil markanten Steigerungen bei anderen Klubs fast auf. 5620 zusätzliche Saisonabos bei fünf Klubs konnten auf Grundlage der Umfrage errechnet werden, und mit 700 Saisonkarten weniger beim FC Zürich und 190 beim FC Luzern summiert sich der Verlust auf 5014.
Dass der FC Lugano oben ausschwingt erklärt sich – nebst konstant gutem sportlichem Abschneiden – vor allem durch das nigelnagelneue Stadion, das in den letzten zweieinhalb Jahren neben dem altehrwürdigen Cornaredo entstanden ist. Die neue, mit dem Namen des staatlichen Energieversorgers AIL gesponserte Arena wird in Lugano als eines der modernsten Boutique-Stadien Europas gepriesen – heisst: klein, aber fein.
Vom Fassungsvermögen her bleibt Lugano am unteren Rand. 8793 Zuschauende inklusive Stehplätze beträgt die Kapazität bei nationalen Partien (8153 bei Uefa-Wettbewerbsspielen). Nur Aufsteiger FC Vaduz hat im Rheinpark weniger Plätze (7564). Lugano-CEO Martin Blaser freut sich jedenfalls über 2993 verkaufte Saisonabos und vor allem über den ausverkauften Hospitality-Bereich und seinen 354 Plätzen. Kumuliert macht das eine Steigerung von fast 90 Prozent aus, die auch so markant ausfällt, weil Lugano vergangene Saison – mal wieder – Schlusslicht der Zuschauertabelle war mit im Schnitt 3583 Besuchern.
St. Gallen und Thun profitieren vom Höhenflug
Hinter Lugano profitiert der FC St. Gallen von seiner grossartigen Saison mit Platz 2 und dem Cupsieg mit der zweithöchsten Steigerungsrate in absoluten Zahlen. Ein Plus von 1400 bedeuten 13'000 Saisonabos und damit Vereinsrekord im neu umbenannten Berit Sitterstadion. Einen grossen Sprung (plus 40 Prozent) macht Lausanne-Sport von einem allerdings niederigen Niveau von 2500 Dauerkarten im Vorjahr. Das gleiche gilt für Aufsteiger Vaduz (1350) und die Grasshoppers (1400) liegen nur noch knapp vor dem Aufsteiger aus dem Ländle.
An allen Super-League-Standorten läuft der Verkauf der Saisonabos weiter – und damit die Aussicht, noch ein paar Dauergäste mehr zu gewinnen. Explizit der FC Luzern (neu in der «thermoplan arena») verspricht sich bis 22. August und dem Jubiläumsspiel zum 125. Geburtstag gegen Lausanne, den Vorjahreswert übertreffen zu können. (schweizheute.ch)

