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Boykott von UEFA, Ablehnung von CONCACAF: Jetzt wehrt sich die FIFA

France v Iraq: Group I - FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026 PHILADELPHIA, PENNSYLVANIA - JUNE 22: FIFA President Gianni Infantino prior to the FIFA World Cup 2026 Group I match betwe ...
Die FIFA versucht, den nationalen Verbänden Infantinos Investoren-Vorschlag noch einmal schmackhaft zu machen.Bild: IMAGO/Visionhaus

FIFA versucht zu beschwichtigen: «Vorhaben durch inkorrekte Berichterstattung torpediert»

UEFA und CONCACAF stellen sich geschlossen gegen Infantinos geplanten Milliarden-Deal. Nun versucht die FIFA zu beschwichtigen.
31.07.2026, 07:0531.07.2026, 08:24
Ein Artikel von
t-online

Der nordamerikanisch-karibische Fussballverband CONCACAF hat sich nach der UEFA ebenfalls geschlossen gegen die Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino gestellt. Das teilte der Verband nach einer gemeinsamen Sitzung mit. Damit positionieren sich auch die drei WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada gegen den Plan. Auch aus Asien gab es zuletzt viel Kritik, wenn auch noch kein geschlossenes Statement.

Die FIFA will durch den Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte – etwa an der WM – eine Milliardensumme einspielen. Den 211 Mitgliederverbänden stellte Infantino Einnahmen in vierfacher Höhe in Aussicht. Berichten zufolge soll der Weltverband eine Frist bis zum 19. September gesetzt und bei Zustimmung eine Sonderzahlung versprochen haben.

Mehrheit wird für Infantino immer schwieriger

Die Lage wird für Gianni Infantino damit immer ungemütlicher. Mit den 55 europäischen und 41 nordamerikanisch-karibischen Stimmen gegen ihn dürfte es für Infantino schwierig werden, überhaupt eine Mehrheit (106 Stimmen wären dazu nötig) zu erreichen.

Am frühen Freitagmorgen verschickte der Fussball-Weltverband dann eine Erklärung, in der er sich zu den aktuellen Reaktionen seiner Mitgliedsverbände äussert. Darin versucht die Kommunikationsabteilung der FIFA zu beschwichtigen. «Niemand will den Fussball verkaufen. Das würde die FIFA niemals in Betracht ziehen», heisst es in dem Schreiben.

Infantino macht Mitgliedern den Plan nochmals schmackhaft

Man sei ausserdem zu einem «offenen und demokratischen Entscheidungsprozess» bereit. Alle 211 Mitgliedsverbände in diesen Prozess einzubeziehen, sei ohnehin von Anfang an die Absicht gewesen. Allerdings sei das Vorhaben durch eine «inkorrekte Berichterstattung in den Medien» torpediert worden. In Tat und Wahrheit hiess es am Donnerstagabend noch, die FIFA versuche den Prozess aufgrund des für sie überraschend grossen Widerstands noch zusätzlich zu beschleunigen.

Dann wird in dem Kommuniqué abermals die Möglichkeit der Geldvermehrung durch die von Infantino vorgeschlagene Gründung einer «FIFA Forward Enterprise (FFE)» genannten Gesellschaft betont.

FIFA hofft auf abtrünnige Landesverbände

«Die FFE wurde ausschliesslich vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände (MAs) die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fussballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen, und dass dies weder auf Kosten des Geistes noch der Führung der FIFA oder des Fussballs selbst geht», heisst es in dem Schreiben des Weltverbands.

Dann kommt die vielleicht entscheidende Botschaft an die Kritiker: «Jeder hat das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und um weitere Erläuterungen zu bitten, doch keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 MAs weltweit zu vertreten. Jeder Mitgliederverband sollte die Möglichkeit haben, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.»

Damit dürfte klar sein, dass die FIFA bei der Abstimmung auf abtrünnige Länder hofft, die entgegen dem Vorhaben ihrer Kontinentalverbände doch für den Vorschlag stimmen. (abu/t-online.de)

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