
Er ist der neue FCB-Trainer: Slavisa Jokanovic.Bild: keystone
Mit Slavisa Jokanovic bricht beim FC Basel eine neue Zeitrechnung an. Der 58-Jährige fordert von seinem Team erst mal grossen Kampf und eine stabile Defensive. Zuvor äusserte sich Präsident David Degen unter anderem zur Kritik aus den Medien.
29.09.2026, 12:0429.09.2026, 12:10
In einer zweiteiligen Medienkonferenz des FC Basel wurde am heutigen Dienstagvormittag der neue Trainer Slavisa Jokanovic vorgestellt. Neben dem 58-Jährigen sass Andreas Herrmann, der als technischer Leiter für die Trainersuche verantwortlich war. Zuvor hatte sich Präsident David Degen den Fragen der Journalistinnen und Journalisten gestellt. Hier gibt es die wichtigsten Aussagen:
Slavisa Jokanovic
Der serbisch-spanische Doppelbürger schwärmte zu Beginn von der Möglichkeit, die sich ihm hier biete. Der FC Basel sei ein grosser Klub, den jeder kenne. Gleichzeitig weiss er: «Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern. Ich bin hierhergekommen, um hart zu arbeiten und das Team voranzubringen.»

Slavisa Jokanovic hat klare Vorstellungen für den FC Basel.Bild: keystone
Jokanovic weiss auch schon, wie er das hinkriegen kann. «Wir müssen vorsichtig und clever sein. Fussball ist nicht Boxen, kein Einzelsport. Unser erstes Ziel muss es sein, organisierter zu sein», so der frühere defensive Mittelfeldspieler. «Wir müssen aggressiver und solidarischer sein. Dann können wir die nächsten Schritte gehen und besseren Fussball spielen», sagt Jokanovic.
Obwohl sein Vertrag nur bis Saisonende läuft, sieht der 65-fache jugoslawische Nationalspieler das Ganze nicht als kurzfristiges Projekt. «Wenn der Klub mit meiner Arbeit zufrieden ist und ich mich hier wohlfühle, bleibe ich gerne länger. Ich möchte nicht nur ein Jahr hier sein.» Jedoch wolle er beiden Seiten die Möglichkeit geben, sich erst kennenzulernen und zu beurteilen. «Ich will den Respekt der Leute hier gewinnen», erklärte Jokanovic, der von sich aus den Wunsch äusserte, einen kurzfristigen Vertrag zu unterschreiben. Basel habe ihm ein Angebot mit einer längeren Laufzeit gemacht.
Ein Thema war auch Jokanovics Vergangenheit als Trainer von Dynamo Moskau. Wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine heuerte er im Juni 2022 dort an. Nun sagt Jokanovic dazu: «Ich bin nach Basel gekommen, um den Klub besser zu machen. Dasselbe habe ich mir bei Dynamo Moskau vorgenommen. Ich war nicht in politische Themen involviert.» Er sei kein Politiker und möchte deshalb nicht über Politik reden, so Jokanovic.

Im Juni 2022 heuerte Slavisa Jokanovic bei Dynamo Moskau an.Bild: www.imago-images.de
Ansonsten sieht Jokanovic seine vielen Engagements in unterschiedlichen Ländern vor allem als Vorteil. «Ich mag es, mit verschiedenen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt zu arbeiten. Diese Erfahrungen machen mich zu einem reichen Mann», sagt er darüber. Es helfe ihm auch, sich so schnell wie möglich anzupassen. «Ich habe nicht lange Zeit, sondern muss schnell bereit sein und liefern.»
Andreas Herrmann
Dies sieht auch der technische Leiter Andreas Herrmann so. Er war federführend bei der Trainersuche und sagt: «Wir sind schnell zur Übereinkunft gekommen, dass Slavisa für uns der richtige Mann ist. Er hat nicht nur Titel gewonnen, sondern auch bewiesen, dass er krisenresistent ist und Klubs aus schwierigen Situationen herausführen kann.»

Andreas Herrmann (l.) mit dem neuen FCB-Trainer.Bild: keystone
Die Verhandlungen mit dem Nachfolger von Stephan Lichtsteiner seien relativ einfach und sehr professionell gelaufen. Herrmann und die weiteren Verantwortlichen um den sportlichen Leiter Valentin Stocker seien dazu nach Madrid gereist, wo Jokanovic lebt. «Er hat uns um einen Einjahresvertrag gebeten und einige Zugeständnisse gemacht – auch finanzieller Natur –, um uns dieses Engagement zu ermöglichen», berichtete der 35-jährige Deutsche.
David Degen
Im ersten Teil der Medienkonferenz äusserte sich Präsident David Degen zu verschiedenen Themen. Unter anderem wurde er auf einen Artikel der CH-Media-Zeitung BZ Basel angesprochen. In diesem wurde Degen dafür kritisiert, mit seinem System der vielen Spielerwechsel für einen Mangel an Identifikation der Fans mit dem Team zu sorgen. Der FCB-Präsident wollte dies nicht auf sich sitzen lassen.
«Seit fünf Jahren gibt es eine Fehde gegen mich, vermutlich auch persönlicher Natur», erklärte Degen und bezeichnete die Kritik als Polemik. Gegenwind verspüre er nicht. «Ich weiss auch gar nicht, wieso solcher aufkommen sollte. Wir sind finanziell stabil, in Basler Händen und absolut transparent», stellt Degen klar und fügt an: «Die Leute müssen endlich verstehen, dass wir keine Geldmaschine sind und keinen Mäzen im Hintergrund haben. Wir müssen mindestens eine schwarze Null schreiben.» Er und seine Mitbesitzer hätten den Klub mit dem Rücken zur Wand übernommen und das interne Chaos beseitigt.

FCB-Präsident David Degen versteht die Kritik aus den Medien nur zum Teil.Bild: keystone
Um den Klub finanziell zu stabilisieren, seien auch Transfereinnahmen notwendig. Degen verteidigt die vielen Spielerwechsel deshalb: «Die Super League ist eine Ausbildungsliga und der FCB muss da seinen Platz finden. Wir scouten anders als andere Klubs und haben deshalb Spieler hier, die Begehrlichkeiten wecken. Daran kann ich nichts ändern, das ist der Markt!» Der Klub wolle auch Stabilität, jedoch sei es in der heutigen Zeit schlicht nicht mehr möglich, Spieler mit einer gewissen Qualität mehrere Saisons beim FC Basel zu halten.
Dass von einer Entfremdung der Fans vom Team berichtet wird, könne Degen trotzdem nicht nachvollziehen. Aus seiner Sicht ist klar: «Ich weiss nicht, woher ich die Spieler mit rotblauer DNA herbekommen soll.» Dann kam der 43-Jährige noch einmal auf den zu Beginn der Medienkonferenz erwähnten Artikel zurück: «Ich stelle mich sachlicher Kritik, aber gewisse Herren führen eine persönliche Fehde gegen mich und alles, was da geschrieben wird, stimmt einfach hinten und vorne nicht.»
Degen äusserte sich auch nochmal zur Personalie Lichtsteiner. Dass der kürzlich entlassene Trainer überhaupt noch als FCB-Trainer in die neue Saison gehen durfte, habe einzig am Vereinspräsidenten gelegen. «Ich habe ihm im Januar versprochen, dass er mindestens eine Vorbereitung bekommt. Ich stand im Sommer als einziger noch hinter ihm», so Degen. Er habe immer daran geglaubt, dass Lichtsteiner die Kurve kriege. «Am Schluss hat dann aber zu viel nicht gepasst, weshalb wir zum Entscheid gekommen sind, uns von ihm zu trennen.»

Stephan Lichtsteiner wurde Anfang September entlassen.Bild: keystone
Nun soll es der erfahrenere Slavisa Jokanovic richten. Bei dessen Einstellung sei Degen nicht involviert gewesen, doch zeigte er sich überzeugt davon, dass der 58-Jährige die richtige Lösung in der aktuellen Situation des FC Basel ist. Nach neun Partien stehen die Basler mit 13 Punkten auf dem vierten Platz. Jedoch beträgt der Rückstand auf Leader Lugano bereits zwölf Punkte, auch YB und Sion sind auf sechs Zähler enteilt.
«Unsere Bilanz entspricht nicht unseren Ansprüchen», stellte Degen klar und fügte an: «Ich bin überzeugt, dass das Team die Qualität hat, um in den Top 3 mitzuspielen. Aber jetzt soll der Trainer erst einmal anfangen zu arbeiten und dann sehen wir weiter.» Bis zum nächsten Pflichtspiel haben Jokanovic und das Team beinahe zwei Wochen, um sich aneinander zu gewöhnen. Am Sonntag, den 11. Oktober, reist der FCB zum Auswärtsspiel nach Vaduz.
Der Liveticker zum Nachlesen
Das war es vom technischen Leiter des FC Basel Andreas Herrmann und dem neuen Trainer Slavisa Jokanovic. Vielen Dank fürs Mitlesen!
«Wir sind in Slavisas Wahlheimat Madrid gereist und die Verhandlungen waren dann ziemlich einfach und professionell. Er hat uns um einen Einjahresvertrag gebeten und dann auch viele Zugeständnisse gemacht – auch finanzieller Natur –, um uns dieses Engagement zu ermöglichen.»
«Ich habe meinen Vertrag unterzeichnet. Ich denke jetzt nicht über Geld oder solche Dinge nach. Die Menschen erwarten ein besseres Team und bessere Resultate. Ich will arbeiten und liefern. Tue ich das, kann ich ein Trainer sein, der länger hier arbeitet. Mich interessiert die Gegenwart und die Situation, die vor mir liegt, mit anderen Dinge kann ich mich nicht beschäftigen.»
«Ja. Aber über Geld spricht man in der Schweiz nicht, oder?»
«Ich mag es, mit verschiedenen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt zu arbeiten. Ich sehe mich deshalb als reichen Mann, weil ich so viele Erfahrungen machen durfte. Ich komme nicht hierher, um speziellen Komfort zu suchen, sondern um hart zu arbeiten. Ich werde mich so schnell wie möglich anpassen. Ich habe nicht lange Zeit, sondern muss schnell bereit sein und liefern.»
Herrmann erklärt, dass dies nicht gross in die Beurteilung eingeflossen sei. Schliesslich habe Jokanovic schon in zehn Ländern gearbeitet und sei er sich gewöhnt, in neue Situationeen zu kommen: «Slavisa ist sehr anpassungsfähig. Er hat bewiesen, dass er in neue und schwierige Situationen kommen und schnell Erfolge feiern kann. Wir haben ihn auf den Klub vorbereitet, ihn über die Rivalitäten und die Liga informiert. Aber er und sein Staff wussten schon viel.»
«Das Nationalteam hat einen guten jungen Trainer. Manchmal wird mein Name ins Gespräch gebracht, aber ich hatte nie ein konkretes Angebot.»
Jokanovic erklärt: «Basel hat mir einen längeren Vertrag angeboten, aber ich wollte erst einmal, dass sich beide Seiten kennenlernen. Wenn der Klub zufrieden mit meiner Arbeit ist und ich mich wohlfühle, bleibe ich gerne länger. Ich möchte nicht nur ein Jahr hier sein, sondern länger. Ich will den Respekt der Leute hier gewinnen. Es ist eine ehrliche Lösung für alle von uns. So haben wir alle die Zeit, uns kennenzulernen und zu beurteilen. Wenn es gut ausgeht, bleibe ich gerne länger, ansonsten haben wir alle die Möglichkeit, uns nach neuen Optionen umzuschauen.»
«Wir müssen vernünftig, clever sein und Lösungen finden. Das Team hat viele Tore geschossen, aber war in gewissen Defensivsituationen etwas zu weich. Wir müssen organisierter sein, das ist das erste Ziel. Es ist nicht Boxen, nicht 1-gegen-1. Wenn wir organisierter sind, die Abstände zwischen den Spielern und den Linien einhalten, dann können wir die nächsten Schritte gehen. Wir können besseren Fussball spielen, mehr Aggressivität und Solidarität zeigen und das Wappen des FC Basel intensiver verteidigen.»
«Jeder kennt den FC Basel. Es ist der grösste Klub der Schweiz. Ich habe mit Maccabi Tel Aviv hier gespielt und mit dem Nationalteam hier gegen die Schweiz gespielt. Es ist ein grossartiges Land und ein grossartiger Klub. Das hilft dabei, den Job zu geniessen. Am Ende geht es aber um die Resultate. Ich kann garantieren, dass wir kämpfen werden als Team und dann werden wir sehen, wohin uns dieses Team bringen kann.»
«Wir haben klar definiert, was wir suchen. Als sich andeutete, dass es mit Lichtsteiner zu Ende ging, hatten wir schon einen engeren Kandidatenkreis und sind dann relativ früh zur Einigung gekommen, dass Slavisa für uns der richtige Mann ist. Er hat nicht nur Titel gewonnen, sondern in seiner Karriere auch bewiesen, dass er krisenresistent ist und schon mal zu Klubs in schwierigen Situationen gekommen ist.»
«Ich habe die Spiele geschaut. Er ist definitiv der Leader des Teams. Ich hoffe auf seine Unterstützung und erwarte eine gute Zusammenarbeit. Es ist aktuell mehr Shaqiris Klub als meiner. Er muss sich selbst pushen, um ein wichtiger Teil des Teams zu sein. Das erwarte ich von ihm.»
Jokanovic heuerte kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bei Dynamo Moskau an. War das ein Thema für den FCB, wird Andreas Herrmann, technischer Leiter, gefragt: «Das war bei uns natürlich eine Diskussion, wie das aufgenommen wird. Aber er lebt schon lange in Spanien und ist ein weltoffener Mensch. Er kann dazu selbst mehr sagen.»
Der Trainer selbst erklärt, dass er kein Politiker sei. «Ich bin hierher gekommen, um den Klub besserzumachen. Dasselbe habe ich bei Dynamo Moskau gemacht. Es ist ein grosser russischer Klub. Ich war nicht in politische Themen involviert. Wir müssen nicht über Politik sprechen. Ich habe in Dubai und Israel gearbeitet, ich bin Serbe. Wir können über die Politik dieser Länder sprechen, aber ich würde es lieber nicht tun, ich bin kein Politiker. Ich bin nach Basel gekommen, um Erfolg zu haben. Wenn dies klappt, kann ich länger hierbleiben als nur bis Saisonende. Ich habe Vertrauen in mich und meinen Staff. Ich werde das Team später treffen und hoffe, dass ich sie bessermachen kann. Das ist mein Ziel.»
Zuerst spricht der 58-Jährige über seine ersten Eindrücke des FCB: «Ich bin sehr beeindruckt von der Möglichkeit, die sich mir bietet. Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern. Das Team muss besser organisiert sein. Ich bin hierher gekommen, um hart zu arbeiten und das Team voranzubringen. Ich hoffe, dass wir damit Erfolg haben.»

«Wir müssten unsere Strategie im Scouting grundsätzlich ändern, wenn wir die Fluktuation geringer halten wollen. Wir brauchen aber drei, vier Spieler, die uns strukturell tragen. Diese Spieler sind aber nicht einfach zu bekommen. Wir könnten auch auf Spieler gehen, die kein Interesse wecken und diese dann zwei, drei Jahre halten. Als FCB wollen wir nicht unbedingt eine hohe Fluktuation, aber das ist einfach der Markt. Wenn das Scouting-Team seinen Job macht, dann wecken unsere Spieler halt Begehrlichkeiten. Jeder Klub muss sauber wirtschaften und können das Geld nicht aus dem Fenster schmeissen.»
«Unsere aktuelle Bilanz entspricht nicht unseren Ansprüchen. Ich bin überzeugt, dass das Team die Qualität hat, um in den ersten drei mitzuspielen. Aber jetzt muss der Trainer erst einmal anfangen zu arbeiten und dann sehen wir weiter.»
«Es gab mehrere Austausche. Wir sind offen in alle Richtungen. Sie wollten mit einer Entscheidung auf den neuen Trainer warten, aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich bin immer positiv eingestellt zu ihm. Er ist zurückgekommen, hat auf Geld verzichtet und das gehalten, was er versprochen hat. Wenn er bleiben will, dann wird er das.»

«Er soll ein Bindeglied zwischen uns Besitzern und der operativen Kommunikation. Er soll ein Sprachrohr sein, wenn ich nicht da bin. Wir wollen neue Formate entwickeln. Er ist eine Ergänzung zum Bestehenden. Böni ist eine schillernde Figur, wir hatten gute und schlechte Momente miteinander. Aber das zeigt auch, dass wir keine Ja-Sager ins Boot holen. Wir wollen uns verbessern.»
«Wir hätten wohl auf einen erfahreneren Trainer setzen müssen. Dieser Kritik muss ich mich stellen. Wir wollten eine Schweizer Lösung, als zwischen uns und Magnin Gräben aufgingen. Da waren die Optionen beschränkt und wir haben uns für Lichtsteiner entschieden. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass er die Fehler, die er bei uns gemacht hat, nicht mehr macht und durchstarten kann.»
«Dass er noch in die neue Saison gehen durfte, liegt nur an mir. Ich habe ihm im Januar versprochen, dass er mindestens eine Vorbereitung bekommt. Ich stand im Sommer als einziger noch hinter ihm. Ich habe immer daran geglaubt, dass er die Kurve bekommt. Am Schluss hat dann zu viel nicht gepasst, weshalb wir zum Entscheid gekommen sind, uns von ihm zu trennen.»

«Ehrlich gesagt, nein. Ich weiss nicht, woher ich die Spieler mit rotblauer DNA herbekommen soll. Ich weiss auch nicht, woher die ganze Kritik herkommen soll. Ja, das Ding mit Stephan Lichtsteiner ist nicht aufgegangen. Aber wir haben den Klub finanziell stabilisiert ohne Mäzen. Wir waren in einem Conference-League-Halbfinal, haben das Double geholt, aber es ist alles nicht gut genug. Ich will auch jedes Jahr den Titel, aber das geht nicht. Wir haben zwei jungen Trainern die Chance gegeben mit Lichtsteiner und Alex Frei. Ich sage immer: Den Mutigen gehört die Welt. Ich bin mutig. Es ist zweimal nicht aufgegangen, jetzt haben wir deshalb einen erfahrenen Trainer. Ich stelle mich sachlicher Kritik, aber gewisse Herren führen einfach eine persönliche Fehde gegen mich und alles, was da geschrieben wird, stimmt einfach hinten und vorne nicht.»
«Man kann das auf zwei Arten sehen: Scouten wir gut, dass die Spieler so schnell weggekauft werden? Und machen es andere Vereine schlechter, dass ihnen die Spieler nicht schnell weggekauft werden? Die Super League ist eine Ausbildungsliga und da muss der FC Basel seinen Platz finden. Wir scouten einfach anders als andere Klubs und haben deshalb andere Spieler und Profile hier, die Begehrlichkeiten wecken. Das ist nun mal so, daran kann ich nichts ändern. Das ist der Markt. Die Zeit ist heute eine andere, dessen sollten die Leute sich bewusst werden. Wir versuchen es, Stabilität hinzubekommen. Aber Spieler, die den FCB strukturell bessermachen, sind schlicht nicht bezahlbar.»
«Ich spüre keinen Gegenwind. Ich weiss gar nicht, wieso solcher aufkommen sollte. Wir sind finanziell stabil, wir sind in Basler Händen und wir sind absolut transparent. Wir investieren in die Zukunft und in Dinge, wovon der FCB die nächsten 20, 30 Jahre profitieren kann.
Wir sind auch nicht damit zufrieden, dass wir einige Trainer entlassen mussten, aber wir sind voller Tatendrang und Energie. Die Leute müssen endlich verstehen, dass wir keine Geldmaschine sind und keinen Mäzen im Hintergrund haben. Wir müssen eine schwarze Null schreiben oder sogar einen kleinen Gewinn. Wir haben den Klub mit dem Rücken zur Wand übernommen und ihn aufgeräumt, finanziell stabilisiert.»
«Ich war in der Trainerwahl nicht involviert. Ich habe ihm gestern das erste Mal die Hand geschüttelt. Er macht ziemlichen Eindruck. Er ist ein anderer Typ, als wir bisher hatten. Ich war auch in der Vergangenheit nicht immer involviert und ich bin überzeugt, dass die Verantwortlichen um Andreas Herrmann und Valentin Stocker ihre Hausaufgaben gemacht haben und wir so in die Erfolgsspur zurückkommen können.»
«Mitte September ist nie ein optimaler Zeitpunkt für eine Trainersuche, da viele gute Trainer beschäftigt sind. Nichtsdestotrotz haben wir nun einen guten Trainer und ich bin gespannt, was auf uns zukommt.»
Degen wird auf Kritik von der BZ Basel angesprochen, dass sein System am Ende sei. Dazu will er aber nicht viel sagen: «Seit fünf Jahren gibt es eine Fehde gegen mich, vermutlich auch persönlicher Natur. Das will ich nicht weiter kommentieren. Es ist nicht ein System Degen, es geht um den FC Basel. Alles andere ist Polemik.»
Nach einem knappen Viertel der Saison steht der FC Basel mit einer ausgeglichenen Bilanz auf dem vierten Platz der Super League. Vier Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen holte das Team unter Trainer Stephan Lichtsteiner und Interimstrainer Luigi Nocentini bisher. Obwohl der FCB auf Platz 4 steht, kann nicht davon die Rede sein, dass er oben mitspielt. So beträgt der Rückstand auf Leader Lugano bereits zwölf Punkte, YB und Sion sind auf sechs Zähler enteilt.
Im ersten Interview auf der Vereinswebsite schwärmte Slavisa Jokanovic von seinem neuen Arbeitgeber. Der FC Basel sei «der grösste Klub der Schweiz. Dass ich nun hier arbeiten darf, ist traumhaft, und ich erwarte, dass wir sehr erfolgreich sein werden.» Das Ziel sei es, den FCB wieder dorthin zu bringen, wo er vor rund zehn Jahren war. Damals waren die Basler noch Serienmeister und regelmässig in der Champions League dabei. «Ich kann mich an den FC Basel aus vergangenen Zeiten erinnern und bin mir sicher, dass der Klub eine grosse Zukunft vor sich hat.»
Für Slavisa Jokanovic ist der FC Basel die elfte Station als Cheftrainer. Zuletzt war er bis im Juni Trainer von Al-Nasr in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zuvor trainierte er unter anderem Sheffield United, Fulham und Watford in England. Die letzteren beiden führte er gar zum Aufstieg in die Premier League. In Watford wurde sein Vertrag trotz Aufstieg aber nicht verlängert, bei Fulham wurde er nach zwölf Spielen im englischen Oberhaus entlassen. In Basel hat er nun einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben.
Der 58-jährige serbisch-spanische Doppelbürger war bis 2004 selbst Profi. Als defensiver Mittelfeldspieler absolvierte er 65 Länderspiele für Jugoslawien. Einen Grossteil seiner Karriere verbrachte er in Spanien, wo er mit Deportivo La Coruña Meister wurde, ausserdem spielte er zwei Jahre für Chelsea.
Der FC Basel hat für den heutigen Dienstag gleich zwei Medienkonferenzen einberufen. Erst wird Präsident David Degen ab 10 Uhr zu «übergeordneten Themen» Stellung nehmen, anschliessend wird der neue Trainer Slavisa Jokanovic vorgestellt. Mit dabei ist dann mit Andreas Herrmann auch der technische Direktor des Klubs, der in der Trainersuche federführend war.
Hier kannst du beide Medienkonferenzen live im Ticker und im Stream mitverfolgen.