Pläne eingereicht: So spektakulär soll das neue Stadion des FC Sion werden
In wenigen Monaten wird Christian Constantin 70 Jahre alt. Mit dem neuen Stadion für den FC Sion könnte sich der schwerreiche Architekt und Klubbesitzer ein Denkmal errichten, das im Schweizer Fussball neue Massstäbe setzt.
Am Freitag hat der Super-League-Klub bekanntgegeben, dass er sein Stadionprojekt «Sion 2030» bei den zuständigen kantonalen und städtischen Stellen eingereicht hat. Gemäss den aktuellen Planungen könnte die neue Arena 2033 das bisherige, in die Jahre gekommene Tourbillon-Stadion ablösen – und sogar eine Achterbahn besitzen.
Den neuen Entwurf nennt Constantin «Cervin Coliseum», auf deutsch: Matterhorn-Kolosseum. Wie die beiden Wahrzeichen von Zermatt und Rom soll das neue Stadion dereinst das Prunkstück der Stadt Sitten sein. Bei Fussballspielen sollen 21'000 Menschen Platz finden, bei Konzerten 33'000.
Charakteristisch wird einerseits das Dach sein, das je nach Witterung geschlossen werden kann. Geplant wird zudem ein System, bei dem der Naturrasen innerhalb weniger Stunden von einem festen Boden bedeckt werden kann. Denn schliesslich soll im Stadion nicht nur Fussball gespielt werden, Constantin schweben rund 100 weitere Veranstaltungen im Jahr vor. Dank schliessbarem Dach wären auch Tennis-, Eishockey- oder Kampfsport-Anlässe möglich.
Für Konzerte ist eine fixe Bühne vorgesehen, weswegen bei Fussballspielen hinter dem einen Tor nur wenige Zuschauer sein werden. «Diese intensive Nutzung ist entscheidend, um die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts zu gewährleisten», heisst es in der Projektbroschüre.
Dazu gehört auch, dass ins Stadion ein Hotel mit rund 80 Zimmern integriert werden soll. Die computergenerierten Bilder des Projekts, dessen Kosten rund 450 Millionen Franken betragen sollen, zeigen ausserdem eine um den Bau verlaufende Achterbahn. Diese soll auch dann Besucher anlocken, wenn kein Event stattfindet. Das Ziel ist es, die Arena als ganzjähriges Ausflugsziel zu etablieren.
Der Ball liegt nun für weitere Abklärungen bei den Behörden. Der FC Sion hofft, dass er das Projekt Mitte 2027 öffentlich auflegen kann. Ob das «Cervin Coliseum» letztlich in all den geplanten Facetten umgesetzt wird, ist offen. Ganz zuunterst auf der Projektwebsite findet sich der Hinweis: «Unverbindliche Inhalte».
